Parkplätze als Bremse

Behindertenbeauftragter schlägt Seitenwechsel an der Breitenstraße vor

Hier ist es eng: Der Gehweg im Bereich Breitenstraße/Obertor ist sehr schmal ab Einrichtungshaus Bier. Behindertenbeauftragter Gerhard Ruch möchte die Fußgänger in diesem Bereich besser schützen. Foto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Seit einem knappen halben Jahr ist Gerhard Ruch Behindertenbeauftragter in Rotenburg. Sorgen bereitet ihm aktuell der schmale Gehweg an der Breitenstraße im Bereich des Einrichtungshauses Bier in Richtung Obertor.

Fußgänger und Menschen mit Rollatoren hätten kaum einen Puffer zur viel befahrenen Straße, hat Ruch beobachtet. Bedrohlich seien besonders Lastwagen, Busse und schwere landwirtschaftliche Maschinen.

Vorstellbar ist nach seiner Einschätzung, den Verkehr in diesem Bereich künstlich zu verlangsamen. Dazu könnten die drei gegenüberliegenden Parkplätze auf diese Seite verlagert werden, schlägt Ruch vor und will damit einen Anstoß zur Diskussion geben.

Obwohl die Breitenstraße gleichzeitig Landesstraße ist, muss der Bürgermeister hier als Verkehrsbehörde entscheiden. Das bestätigte auch die Pressesprecherin von Hessen Mobil, Cornelia Höhl. Ihre Behörde werde dazu nur angehört. Bürgermeister Christian Grunwald äußerte sich allerdings skeptisch zum Vorschlag des Behindertenbeauftragten: „Es könnte sein, dass wir die Lage dort verschlimmbessern“. Gerade, weil der Bürgersteig hier so schmal sei, könnten zusätzliche Probleme beim Ein- und Aussteigen entstehen - das ganz und gar, wenn dabei mit einem Rollstuhl hantiert werden müsse. Grundsätzlich sei er jedoch bereit, über die Problematik mit Betroffenen und Fachleuten zu diskutieren.

Einen ersten Erfolg kann Behindertenbeauftragter Gerhard Ruch bei seiner Arbeit verbuchen: Der Eingang zum Schlosspark neben der Minigolfanlage soll im Frühjahr offen und behindertengerecht mit langgezogener Rampe gestaltet werden. Bisher ist er durch ein Drehkreuz und eine steile Minirampe für gehbehinderte Menschen kaum passierbar. Das Geld für den Umbau steht schon im Haushaltsplanentwurf 2015.

Das freut Ruch, der insgesamt die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung lobt. Gewöhnen muss er sich daran, so erzählt er schmunzelnd, dass manche Lösungen etwas länger dauern, weil bürokratische Hürden zu überwinden sind. Grundsätzlich wünscht sich der Behindertenbeauftragte noch mehr Hinweise aus der Bevölkerung. Seine regelmäßigen Sprechstunden könnten stärker frequentiert werden, sagt er.

Kontakt: Gerhard Ruch, Sprechzeit jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat, jeweils von 10 bis 12 Uhr. Raum 204 im neuen Rathaus. Telefon in der Sprechzeit 06623/933 206. E-Mail: behindertenbeauftragter@rotenburg.de

Von Silke Schäfer-Marg

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