Tagesordnungspunkt zurückgestellt

Und wieder planen: Parkplatz Altes Amtsgericht in Rotenburg wird nicht verkauft

+
Um seine Zukunft wird hart gerungen: Der Parkplatz altes Amtsgericht in Rotenburg, dessen Fläche schon „1a-Filetstück“ in der Innenstadt genannt wurde.

Die Rotenburger Stadtverordneten waren sich in ihrer jüngsten Sitzung einig: Die Fläche Parkplatz Altes Amtsgericht wird zunächst nicht verkauft.

Das hatte sich bereits in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses angedeutet. Der Tagesordnungspunkt wurde zurückgestellt. Stattdessen sollen Magistrat und Verwaltung unter Einbeziehung der Öffentlichkeit und wohl auch der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft MER nun ein städtebauliches Konzept für den Kernstadtbereich entwickeln, in dem verschiedene Nutzungszenarien der Parkplatzfläche entwickelt werden sollten.

Ein solches Szenario brachte UBR-Fraktionsvorsitzender Hartmut Grünewald noch zur Sprache: Ein Ärztehaus könnte dort auf etwa 350 Quadratmetern entstehen – wesentlich weniger Flächenverbrauch als etwa ein kombiniertes Geschäfts- und Gästehaus verursachen würde. Im Erdgeschoss und in der ersten Etage könnten je zwei Praxen entstehen, in einem weiteren Obergeschoss wäre Platz für eine Physiotherapiepraxis oder eine Anwaltskanzlei. Im Gebäude müsste ein Aufzug installiert werden. Das hätte auch den Charme, dass nur etwa ein Drittel der Parkplätze verloren ginge. Das wäre erträglich bei einer Bewirtschaftung mit Kurzparkplätzen. 

Für Grünewald liegen die Vorteile auf der Hand: Die Stadt bleibe Eigentümer des begehrten Grundstücks, es gebe kurze Wege für Patienten und niedrigere Investitionen als bei einem Geschäfts- und Gästehaus. Der Aufzug sei wichtig, weil etliche Arztpraxen in Rotenburg nur umständlich über viele Treppenstufen zu erreichen sind. Das Eingangstor zur Altstadt, so sehen Stadtplaner die Fläche, könnte durch eine entsprechende architektonische Gestaltung aufgewertet werden. 

Eine gedankliche Ehrenrunde vor der Entscheidung

CDU-Fraktionsvorsitzender Jonas Rudolph fand es richtig, dass die Stadtverordneten vor einer Entscheidung über die Zukunft des Grundstücks gedanklich „noch eine Ehrenrunde drehen“. Dennoch werde die Entscheidung am Ende nicht leichter. Er mahnte, das Thema Parkplätze nicht so hoch zu hängen, da es in der Stadt immerhin über 1000 gebe. „Wenn es nur darum geht, Parkplätze direkt vor der Tür zu haben, brauchen wir nicht viel Stadtentwicklung“, sagte Rudolph. 

Hartmut Grünewald wurde am Ende grundsätzlich: Bislang sei man in Rotenburg stolz darauf gewesen, dass das Parlament eine moderate Streitkultur pflege ohne Hauen und Stechen. Fast immer finde man einen Kompromiss. Das wünsche er sich auch für die Zukunft. Auch nur die Anfänge von gegenseitigen Verdächtigungen – etwa: Wer gegen den Verkauf mit Bebauung ist, verhindere die positive Entwicklung der Stadt – sollte man unterlassen, um die öffentliche Diskussion nicht unnötig anzuheizen. 

„Was daraus werden kann, erleben Bürgermeister und Gemeindevertreter bereits zur Genüge“, sagte Grünewald. Jeder Stadtverordnete mache sich ernsthafte Gedanken und wisse um seine Verantwortung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.