Weihnachtskrippe soll versteigert werden

Passanten können zusehen: Rotenburger Künstler schnitzt im Schaufenster

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Maria und Josef sind schon fertig: Künstler Martin Schaub aus Braach schnitzt in einem leer stehenden Ladenlokal am Steinweg in Rotenburg eine Weihnachtskrippe. Passanten können ihm dabei zuschauen. Am 21. Dezember soll die Krippe aus Lindenholz fertig sein, dann wird sie an den Höchstbietenden versteigert. Der Erlös kommt Kindern der Heinrich-Auel-Schule zugute.

Martin Schaub ist in ein Ladenlokal in Rotenburg eingezogen, hat seine Werkbank aufgebaut und schnitzt täglich an einer Weihnachtskrippe aus Lindenholz. Alles für den guten Zweck.    

Sieben Monate hat sich im Schaufenster des ehemaligen Bekleidungsgeschäftes Holiday in Rotenburg nichts mehr getan. Seit Anfang Mai stehen die Räumlichkeiten am Steinweg/Ecke Poststraße leer. Doch jetzt kommt wieder Leben in das Ladenlokal – zumindest während der Adventszeit.

Der Künstler Martin Schaub aus Braach hat die ehemalige Boutique in Beschlag genommen, seine Werkbank aufgebaut und schnitzt dort noch bis zum 21. Dezember fünf Stunden täglich aus Lindenholz eine Weihnachtskrippe. Passanten können dem 74-Jährigen jeweils von 10.30 bis 12.30 Uhr und von 15.30 bis 18.30 Uhr durchs Schaufenster dabei zusehen oder eintreten und ihm über die Schulter schauen.

Aktion soll auf Leerstand in Rotenburg aufmerksam machen

„Hier vor Publikum etwas entstehen zu lassen, macht mir richtig Spaß“, sagt Schaub, der sonst allein in seinem Atelier in Braach arbeitet. „Vor allem wenn Kinder vorbeikommen und sich für die Krippe interessieren, geht mir das Herz auf.“ Bemerkenswert: Der ehemalige Kunstlehrer macht das alles kostenlos.

Engagiert hat ihn der Verein Gemeinsam in Rotenburg, der sich mit dem Krippenschnitzen an der Aktion „Bewegliches Schaufenster“ beteiligt, die von der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft Rotenburg (MER) ins Leben gerufen worden ist, um auf den Leerstand in der Fuldastadt aufmerksam zu machen.

Hoffen auf hohe Gebote in der „Biet-Box“: Torben Schäfer von der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft Rotenburg (von links) sowie Karl-Heinz Lies und Wolfgang Bodenstein vom Verein Gemeinsam in Rotenburg. Im Hintergrund schnitzt Künstler Martin Schaub einen der Heiligen Drei Könige für die Weihnachtskrippe.

„Die fertige Weihnachtskrippe wird dann an den Höchstbietenden versteigert“, sagt Karl-Heinz Lies, Vorsitzender von Gemeinsam in Rotenburg. Das Startgebot, das vom Verein selbst kommt, lag bei 300 Euro. Gestern, als die Aktion begonnen hat, kam aber schon das erste Gebot eines Interessenten über 350 Euro.

Lies hofft, dass möglichst viele Menschen für die „erste Rotenburger Weihnachtskrippe“ mitbieten: „Denn der Erlös geht ohne Abzüge und direkt an einen guten Zweck.“

Mit dem Erlös wird die Rotenburger Förderschule unterstützt

Die Mitglieder des Vereins haben sich darauf geeinigt, das Geld der Heinrich-Auel-Schule zur Verfügung zu stellen. Die Rotenburger Förderschule hatte im Rahmen der Zertifizierung als sogenannte Umweltschule einen dreitägigen Ausflug mit Übernachtung in einer Jugendherberge für 30 Kinder in den Odenwald gewonnen – allerdings müsste die Schule die Reisekosten selbst tragen. „Und da springen wir gern ein“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Gebote können ab sofort unter Angabe der persönlichen Kontaktdaten entweder in einer „Biet-Box“ hinterlegt werden, die im Ladenlokal steht, oder per E-Mail unter vorstand@gemeinsam-in- rotenburg.de abgegeben werden.

Gebotsende ist am 21. Dezember, 18 Uhr. Dann ist auch die Krippe fertig.

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