Ticketvorverkauf läuft

Patrick Busch probt mit Ensemble aus 250 Mitgliedern für Weihnachtsmusical

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Hat seinen Platz gefunden: Patrick Busch ist ebenso gern Schulleiter wie Chorleiter und Komponist. Zurzeit probt er das aufwendige Musical „Weihnachtsfieber“.

Der Chorleiter und Musikpädagoge Patrick Busch aus Lispenhausen ist als großer Motivator bekannt. Zurzeit stellt er wieder ein Musical auf die Beine.

Beim „Weihnachtsfieber“, das Ende Januar in Rotenburg aufgeführt wird, singen und spielen über 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus unserem Kreisteil mit. Wir sprachen mit dem Lispenhäuser über mutige Projekte, frei fließende Kreativität und perfekte Organisation.

Was Sie da vorhaben, hat ja riesige Ausmaße, ein Musical mit Hunderten von Mitwirkenden. Wie kommt es, dass Sie vor so etwas offenbar keinerlei Scheu haben?

Patrick Busch: Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich so etwas mache, sondern schon mein viertes großes Musical-Projekt. Es fing alles an, als ich 1998 den „Kleinen Prinzen“ vertont habe. Damals konnte ich nicht ahnen, wie das einschlagen würde. Das Zutrauen zu mir und dazu, dass so etwas klappt und gefällt, hat sich mit der Zeit entwickelt.

Sie sind also nicht schon als Vierjähriger so gewesen?

Busch: Nein. Aber ich hatte schon mit 13 meinen ersten Klavierschüler. Ich habe keine Probleme, mit Menschen zu arbeiten. Ich kann Leute motivieren. Allerdings ist es schon eine neue Hausnummer, wenn man 300 Leute vor sich hat und im Rücken ein Publikum von 2000 Leuten. Da stockt auch mir erst mal der Atem.

Aber Sie können es genießen?

Busch: Wenn die ersten Töne erklingen, das ist ein magischer, ein schwebender Moment. Dann fließen alle Fäden zusammen. Das genieße ich sehr.

Wenn man solche Momente erleben kann – wirkt da der Alltag als Schulleiter im Vergleich nicht langweilig?

Busch: Nach meinem ersten Projekt schien mir das tatsächlich ein bisschen so. Da war ich noch im Examen und habe auf einmal überlegt, ob ich das überhaupt weitermachen soll. Meine Frau hat mir dann glücklicherweise in den Hintern getreten. Und heute finde ich es perfekt so. Ich bin gerne Lehrer und Schulleiter. Ich fühle mich sicher und wohl. Gerade dadurch kann meine Kreativität frei fließen.

Aber Sie verfolgen mit den Musical-Projekten durchaus auch einen pädagogischen Ansatz?

Busch: Ja, absolut. Gerade für die Kinder und Jugendlichen ist das etwas ganz Besonderes. Sie können im Scheinwerferlicht stehen, jeder kann wichtig sein. Bei einem Musical können alle ihre Talente einbringen. Das prägt sie nachhaltig, das steigert ihre Selbstsicherheit enorm.

Die Sänger und Solisten kommen alle von hier?

Busch: Ja, und zwar aus Prinzip. Es soll unser Musical sein. Auf der Bühne, das sind wir, wir von hier. Deshalb kommen die Solisten und Schauspieler nicht von außerhalb, sondern aus meinen Chören. Das ist auch das Tolle, dass sich nach jedem Projekt mehr Leute melden.

Sie leiten fünf Chöre. Das klingt schon ohne Musicals ziemlich zeitaufwendig.

Busch: Na ja, in diesen drei Monaten vor den Aufführungen, da ist es schon schwierig mit einem Acht-Stunden-Tag (lacht). Aber ich habe ja auch viele helfende Hände. Ich sehe mich als Impulsgeber, als Starter. Die anderen sind Multiplikatoren. Das Ganze ist ein dynamischer Prozess. Das Einzige, an dem ich keinen herumwurschteln lasse, ist die Musik.

Sie haben die Musik selbst komponiert. Aber neben dem Künstlerischen scheint Ihnen auch das Organisatorische zu liegen.

Busch: Ja, und ich bin ein perfektionistischer Organisator (lacht). Es ist auch wichtig, das alles gut zu planen. Der Probenplan bis zum Januar ist schon sehr umfangreich. Es wird zurzeit an allen Ecken geprobt. Und wir haben für das Projekt 15 Arbeitsgruppen gebildet.

Was erwartet die Zuschauer bei den Aufführungen?

Busch: Eine gut nachvollziehbare Geschichte, die für Fünfjährige genauso geeignet ist wie für 80-Jährige. Es wird ganz viel und ganz unterschiedliche Musik zu hören sein, von Pop und Klassischem bis hin zu Anklängen an Weihnachtslieder. Es gibt Rockiges und ganz zarte Klänge. Dazu Schauspiel und Tanz, viele farbige Bilder. Etwas zum Zurücklehnen und Genießen. Ich möchte, dass die Menschen mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Schön wäre es, wenn sie die Musik sozusagen mitnehmen könnten.

Diese Frage ist unvermeidlich: Warum wird das „Weihnachtsfieber“ erst im Januar aufgeführt?

Busch: Zum einen spielt die Geschichte erst nach Weihnachten. Es geht darum, dass das Fest im Jahr 2018 fast ausgefallen wäre. Natürlich gibt es Anklänge an Weihnachten, aber die Weihnachtszeit ist Ende Januar noch nicht zu Ende, auch wenn das manche denken. Es gibt auch ganz praktische Gründe. In der Vorweihnachtszeit werden schon so viele Konzerte veranstaltet. Und für uns ist es sehr schön, die Weihnachtsferien noch zum Proben zu haben.

Sie wirken sehr glücklich. Oder täuscht der Eindruck?

Busch: Musik hat mich schon als Kind glücklich gemacht. Und ich wollte dieses Glück immer an andere weitergeben, mit anderen teilen. Ja, ich bin glücklich, absolut.

Zur Person

Patrick Busch, 43, ist Schulleiter der Haselbachschule in seinem Heimatort Lispenhausen. Nach seinem Studium und dem Referendariat im Bebraer Ortsteil Breitenbach war er zunächst als Grundschullehrer in Sontra tätig und zudem für die Weiterbildung von Musiklehrern in ganz Hessen zuständig. Danach war er Schulleiter in Reichensachsen und wechselte vor einem Jahr nach Lispenhausen. Buschs Leidenschaft war und ist Musik. 1996 gründete er den Kinderchor in Weiterode, zu dem 1997 der Jugendchor kam. Außerdem leitet er, neben dem Schulchor, die „Mixed Melodies“ in Lispenhausen. In dem Rotenburger Stadtteil lebt er mit seiner Frau Christiane, die übrigens den Schulchor der Albert-Schweitzer-Schule in Rotenburg leitet, und dem gemeinsamen 14-jährigen Sohn Julian.

Mit dem kleinen Prinzen fing alles an

Noch „Blut und Wasser geschwitzt“ habe er bei der Premiere seines ersten Musical-Projekts, erzählt Patrick Busch schmunzelnd. 1998 war das. Busch, damals noch Student, aber schon ambitionierter Chorleiter, vertonte das berühmte Buch „Der kleine Prinz“. Das Musical „Ich kann fliegen“ kam in Rotenburg extrem gut an und war der Beginn einer Reihe von immer umfangreicheren Projekten mit immer mehr Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Bei „Mandra-Gorana“, das 2003 aufgeführt wurde, arbeitete Patrick Busch bereits mit dem Autoren Jürgen Wohlfart zusammen, der auch den Text für das „Weihnachtsfieber“ schrieb.  „Alle drei bis vier Jahre juckt es mich in den Fingern, und ich muss meine Kreativität ausleben“, erzählt Patrick Busch. Die Kirchengemeinde Weiterode, viele engagierte Mitwirkende und Helfer sowie Sponsoren ermöglichen es ihm, seine Musicals zu realisieren. 

Der Vorverkauf läuft

Fast wäre es ausgefallen, das Weihnachtsfest des Jahres 2018. Glücklicherweise gab es Rupert und das rotnasige Rentier Rudolph... Eine Geschichte von Jürgen Wohlfart bildet die Textgrundlage für das Musical „Weihnachtsfieber“, das Ende Januar in Rotenburg aufgeführt wird. Die Musik komponierte Patrick Busch.

Busch hat auch die Gesamtleitung über ein riesiges heimisches Musical-Ensemble. Zu hören und zu sehen sind der Kinderchor Sternschnuppe und der Junge Chor Conbrio aus Weiterode, der Schulchor der Lispenhäuser Haselbachschule, der Schulchor der Rotenburger Albert-Schweitzer-Schule und „The Mixed Melodies“ aus Lispenhausen. Begleitet werden die Sänger von einem Rock-Orchester. Insgesamt stehen rund 250 Sänger und Musiker auf der Bühne. Hinzu kommen 25 Schauspieler, die ebenso wie die Gesangssolisten aus den eigenen Reihen rekrutiert wurden. 

Veranstalter ist die Evangelische Kirchengemeinde Weiterode. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Zwei Aufführungen sind geplant: am Samstag, 26. Januar 2019, ab 19 Uhr und am Sonntag, 27. Januar, ab 16 Uhr. Veranstaltungsort ist die Göbel Hotels Arena in Rotenburg. Vor und nach den Vorstellungen ist ein Shuttlebus-Service vorgesehen. 

Die Vorstellungen dauern etwa eine Stunde und 45 Minuten (inklusive Pause) und eignen sich für jedes Alter, laut Busch auch schon für Kindergartenkinder. 

Die Karten kosten für Erwachsene 20 Euro in Kategorie I beziehungsweise 15 Euro in Kategorie II. Kinder, Jugendliche und Ermäßigungsberechtigte zahlen 15 Euro beziehungsweise zehn Euro. Es gibt freie Platzwahl innerhalb der jeweiligen Kategorie. 

Vorverkaufsstellen sind die Buchgalerie Berge und das Hotel Rodenberg in Rotenburg, die Hoehlsche Buchhandlung in Bebra und die Grundschule Lispenhausen. 

Weitere Informationen unter www.weihnachtsfieber.com

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