1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra
  4. Rotenburg (an der Fulda)

Peggy Leiverkus hat einen Reiseführer über Nordhessen geschrieben

Erstellt:

Von: Thomas Klemm

Kommentare

Die Rand-Berlinerin Peggy Leiverkus stellt heute in Rotenburg ihren Reiseführer über die Region Nordhessen vor.
Die Rand-Berlinerin Peggy Leiverkus stellt heute in Rotenburg ihren Reiseführer über die Region Nordhessen vor. © Thomas Klemm

Den ersten Reiseführer über die Region Nordhessen hat Dr. Peggy Leiverkus geschrieben. Über den Recherche- und Fertigstellungsprozess hat sie im Interview gesprochen.

Rotenburg – Der erste Reiseführer für Nordhessen ist im Trescher-Verlag erschienen. Die Reisebuchautorin Dr. Peggy Leiverkus hat gemeinsam mit ihrer zweijährigen Zwergdackelhündin Lotti in liebevoller Kleinstarbeit diese Region durchforstet. Sie berichtet am heutigen Donnerstag ab 18.30 Uhr in der Buchgalerie Berge in Rotenburg von ihren Erlebnissen bei der „Eroberung“ einer ihr bis dato unbekannten Region. Über ihre Entdeckungstour durch den Landstrich in der Mitte Deutschlands sprachen wir mit der Rand-Berlinerin.

Frau Leiverkus, Sie sind wieder einmal in Rotenburg zu Gast. Diesmal, um Ihren Reiseführer vorzustellen. Was reizt Sie so besonders an dieser Gegend?

Der Reiz kam erst mit der Arbeit. Ich kannte Nordhessen vorher gar nicht. Da ich sehr naturverbunden bin, reizt mich vor allem die Landschaft hier in dieser schönen Gegend. Ich bin hier viel gewandert, mit meiner Lotti, und im Buch finden sich ja auch viele Wandertipps. Dieses Spiel der vielen Mittelgebirgen, die sich hier aneinanderreihen, das ist schon richtig schön. Und reizvoll ist auch, dass man lange unterwegs sein kann, ohne auf große Orte zu stoßen.

Wie kamen Sie auf die Idee, nach ihren Büchern über den Spreewald und das Bergische Land einen Reiseführer über Nordhessen zu schreiben. Gab es diesbezüglich Anregungen von Bekannten oder Freunden?

Die Idee wurde vom Verleger des Trescher-Verlages an mich herangetragen. Nachdem ich meinen ersten Reiseführer über das Bergische Land abgegeben hatte, und man zufrieden mit meiner Arbeit war, trat der Verleger mit dieser Idee relativ schnell an mich heran. Nordhessen sei ja auch eine sehr schöne Gegend in Deutschland und ob ich nicht Lust habe, über die Region zu schreiben. Die wäre jetzt einfach mal dran. Ich habe mich über das Ansinnen gefreut, mal auf die Karte geguckt und mir gesagt, ja, das kann man machen.

Wann haben Sie mit den Arbeiten für den Reiseführer begonnen und wie viel Zeit hatten Sie, um das Werk zu vollenden?

Ich war im Herbst 2020 das erste Mal in Nordhessen, und zwar im Habichtswald. Aber erst einmal nur, um reinzuschnuppern und um erste Fotos zu machen. Richtig los ging es im April 2021. Ich habe die Grimm-Heimat Nordhessen kontaktiert und über diese die einzelnen Tourismusregionen in Nordhessen, wovon es ja nicht wenige gibt, erreicht. Danach habe ich mir verschiedene Reisen zusammengestellt. Ich habe im tiefsten Lockdown und bei Schnee in Kassel mit der Arbeit begonnen, war gefühlt die einzige Person in Kassel. Im Laufe des Frühlings und Frühsommers habe ich drei weitere Reisen gemacht. Ungefähr zehn Wochen habe ich in Nordhessen verbracht. Die Arbeit hat sich dann ziemlich gestreckt, weil noch die Arbeit an meinem Reiseführer über den Spreewald dazwischenkam. Da hatte sich einiges überschnitten. Deshalb hat sich die Schreibarbeit verzögert. Dadurch habe ich das Manuskript erst im Juni dieses Jahres abgegeben. Es hat nach den recherchereisen also noch einmal zehn Monate gedauert, bis das Ganze fertig war.

War denn die Corona-Phase ein Bremsklotz für Ihre Arbeit?

Nein, gar nicht. Es waren natürlich viele touristische Einrichtungen geschlossen, für den Publikumsverkehr. Aber ich hatte die Museen und die Mitarbeiter der Tourismuseinrichtungen angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Mir wurden Ferienwohnungen gesponsert, das war super. Und ich habe so manche exklusive Führung bekommen durch Museen und bei Stadtführungen. Die Leute waren sehr hilfsbereit und haben sich über das Interesse gefreut, und dass etwas los ist in dieser Zeit.

Was war aus Ihrer Sicht bei der Erkundung von Land und Leuten besonders wichtig? Waren es die touristischen Hotspots oder doch eher die Dinge, die man nicht auf den ersten Blick wahrnimmt?

Die Landschaft, das hatte ich ja schon erwähnt, war mein persönliches Highlight. Die Fachwerkhäuser sind natürlich auch toll. Die habe ich in dieser Konzentration auch noch nicht erlebt. Ich fotografiere auch gern, was man meinem Reiseführer hoffentlich auch anmerkt, und habe von daher auch das Auge fürs Detail. Deshalb erfreue ich mich auch daran, durch eine solche Fachwerk-Stadt wie Rotenburg gehen zu können, und auf die vielen Burgen und Bergfriede, die es hier gibt, bin ich auch gern geklettert. Etwas ganz Besonderes in der Region sind die Dorflinden, und mit welcher Hingabe diese Bäume gehegt, gepflegt und gestützt werden. Ich bin die alle abgefahren, egal, wie klein der Ort war.

An Ihrer Seite ist stets Dackel Lotti. Welche Rolle hat er bei den Reisen durch Nordhessen gespielt. War er der „Pfadfinder“ oder doch der „Kontakt-Knüpfer“ zu den Frauchen und Herrchen, die in Nordhessen beheimatet sind?

Angefangen habe ich tatsächlich ohne Lotti, in der Stadt Kassel. Da ist sie zu Hause geblieben. Aber danach ging es los. Lotti kommt grundsätzlich super an. Die Leute mögen Hunde, sie mögen Dackel. Wenn sie im Auto gewartet hat, dann haben die Leute gefragt, wo ist denn Lotti. Sie hat mir einige Sympathiepunkte eingebracht, das ist ganz klar. Es passt halt auch gut zusammen, weil ich mir viele Dinge im Freien angeschaut habe. Und da ich in Coronazeiten auch viel allein unterwegs gewesen war, stand mir Lotti natürlich auch als treuer Wegbegleiter zur Seite. Und wenn wir unterwegs jemanden getroffen haben, war das Eis meist schnell gebrochen, wegen Lotti. Sie ist auch ein super Reisedackel, mag das Autofahren, schaut gern raus und kann auch mal drin warten.

Gab es Gegenden in der Region Nordhessen, die Sie während Ihrer Recherche besonders genau unter die Lupe genommen und beschrieben haben?

Ich habe mich bemüht, alle Regionen gleich zu behandeln, mir alles gleich intensiv anzuschauen und zu beschreiben. Nach Kassel und der Region Hann. Münden habe ich den Westen entdeckt, das Waldecker Land und den Edersee. Danach folgten das Rotkäppchen- und Frau-Holle-Land sowie das Mittlere Fuldatal.

Auf welche Dinge können sich Leserinnen und Leser ihres Buches freuen, welche die Region Nordhessen schon gut kennen?

Klar, die touristischen Hauptziele stellt man heraus. Aber ich beiße mich auch fest an Sachen, welche die Leute nicht direkt auf dem Schirm haben. Bei Hessisch Lichtenau gibt es beispielsweise ein ehemaliges Waisenhaus der Gebrüder Lenoir. Das steht leer, wie ein Geisterhaus. Es zu entdecken, fand ich sehr interessant. Da könnte ich mich ewig aufhalten. Ich habe meine Reisen auf Instagram vorgestellt. Ziemlich schnell ist eine Fangemeinde entstanden, übrigens nicht nur aus Nordhessen, die mir auch viele Dinge zurückgemeldet hat. Die sind gespannt auf den Blick von außen. Ich arbeite auf die siebentausend Follower hin und bin darüber ganz stolz.

Zur Person

Dr. Peggy Leiverkus (33) wurde 1989 in Berlin geboren, studierter Germanistik und Klassische Philosophie und arbeitete zunächst als Lehrerin für Deutsch und Latein. Später promovierte sie über die Metamorphosen von Ovid und begann parallel, erste Reisereportagen und touristische Beiträge zu schreiben. Die Reiseschriftstellerin arbeitet in der Marketingabteilung des Berliner Trescher-Verlages und wohnt in Königs-Wusterhausen.

(Thomas Klemm)

Auch interessant

Kommentare