Außerdem 27 barrierefreie Wohnungen

60 Plätze für alte Menschen: Awo plant Zentrum für Senioren in Rotenburg

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Idyllisches Fleckchen: Auf dem vom Reitverein Rotenburg genutzten Gelände zwischen Wilhelminenhof und Finanzamt (links) sollen ein Altenzentrum und Altenwohnungen entstehen.

Die Awo Nordhessen plant den Neubau einer Altenpflegeeinrichtung mit stationär betreuten Hausgemeinschaften in Rotenburg. 60 Plätze sollen entstehen.

In einem weiteren Gebäudekomplex soll es außerdem 27 barrierefreie Wohnungen geben. Das bisherige Altenzentrum in der Rodenbergklinik im HKZ soll dann umziehen.

Awo-Geschäftsführer Michael Schmidt, die Leiterin der Altenpflege, Sigrid Junge, und Controlling-Chef Tim Helfert stellten das Konzept am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss vor. Das Millionen-Projekt soll auf dem 10.000-Quadratmeter großen Gelände zwischen dem Wilhelminenhof und dem Finanzamt an der Dickenrücker Straße entstehen.

Derzeit wird die Fläche vom Reitverein Rotenburg als Pferdekoppel genutzt. Das Gelände gehört der Stadt, die Awo will es kaufen. Eine Empfehlung gab es im Ausschuss nicht, die Fraktionen wollen noch beraten. Bürgermeister Christian Grunwald versprach in der öffentlichen Sitzung, den Reitverein nicht im Regen stehen zu lassen und gemeinsam mit ihm nach Ersatzflächen zu suchen „und sie zu finden“.

Das Projekt im Überblick

Die Hausgemeinschaft: Geplant ist die Einrichtung von vier Hausgemeinschaften. Das heißt, jeweils 15 Bewohner teilen sich eine Wohnküche, in der auch die Mahlzeiten unter Mitarbeit von Alltagsbegleiterinnen gemeinsam zubereitet und gegessen werden. Die Bewohner erstellen einen Speiseplan. Jeder hat sein eigenes Zimmer, in dem er auf Wunsch auch essen kann. Die Wohnküche dient auch gemeinsamen Aktivitäten.

Das Hausgemeinschaftskonzept wurde 2004 erstmals in Sontra angewendet und hat sich nach Einschätzung von Awo-Geschäftsführer Schmidt bewährt. „Alte Leute haben Interesse daran, das weiterzuführen, was sie von zu Hause gewöhnt sind.“ In der Gemeinschaft erlebten die Bewohner eine Tagesstruktur und seien insgesamt zufriedener. Das Motto zur Hausgemeinschaft lautet: so viel Normalität und Eigenverantwortung wie möglich, so viel Hilfe wie nötig.

Die Pflege: Natürlich gibt es auch weiterhin die Pflege mit entsprechendem Fachpersonal. Die stabile Personallage im bisherigen Awo-Altenzentrum mit 43 Bewohnerplätzen stimmt die Awo optimistisch, auch für die gering erweiterte neue Einrichtung ergänzendes Personal zu finden – zumal die Awo selbst ausbildet. Bewohner mit den Pflegegraden eins bis fünf werden aufgenommen.

Der Außenbereich: Geplant ist ein Garten mit Rundwegen auch für Rollstuhlfahrer. Hochbeete sollen etwa im Kräutergarten leichte Arbeiten ermöglichen. Erfahrungen und Fähigkeiten der Bewohner sollen dabei aufgegriffen und in das Alltagsgeschehen integriert werden.

Die Lage: Runter vom Berg, rein in die Stadt – diese Idee steckt hinter den Neubau- und Umzugsplänen. Eigentlich gehört zum Hausgemeinschaftskonzept auch Quartiersarbeit, das heißt, eine bessere Integration der betagten Bewohner ins Stadtleben. Allerdings: Im Umfeld der ausgewählten Fläche gibt es kaum Wohnbebauung. Sie liegt gegenüber des Industriegebiets. „Es gibt in Rotenburg schlicht keine geeignetere Fläche“, sagt der Awo-Geschäftsführer. Es gebe jedoch eine gute Busanbindung und das Gelände sei von der Topografie her gut geeignet. Die Einrichtung werde über ein Fahrzeug verfügen, das Ausflüge oder Bringdienste in die Stadt ermögliche. Die Busanbindung müsse gegebenenfalls angepasst werden.

Die Wohnungen: 27 barrierefreie Wohnungen sollen in einem dreigeschossigen Gebäudekomplex errichtet werden. Die Wohnungen sollen zwischen 53 und 70 Quadratmeter groß werden. Buchbar sind Serviceleistungen wie Hausnotruf und mobiler Pflegedienst. Alle Einrichtungen des benachbarten Altenzentrums können mitgenutzt werden.

Der Zeitplan: Die Stadtverordneten sollen in ihrer Sitzung am Donnerstag, 30. Januar, ab 19 Uhr über einen Verkauf des Grundstücks an die Awo entscheiden. Bei Zustimmung würde ein Bauleitverfahren in Gang gesetzt, das sich erfahrungsgemäß über Monate hinzieht. Der Awo-Geschäftsführer geht davon aus, das frühestens zum Jahresende mit Bauarbeiten begonnen werden kann. Mit dem HKZ als aktuellem Vermieter würde zum gegebenen Zeitpunkt ein Auflösungsvertrag erarbeitet. Zuerst würde das Altenzentrum, dann der Wohnkomplex gebaut.

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