Bislang noch kein Kind identifiziert

Lehrer sehen Opfer-Fotos: Rotenburger Polizei kämpft an Schulen gegen Kinderpornografie

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Das Bild zeigt den Screenshot einer Login-Seite der Kinderpornografie-Plattform „Elysium“. Es war am Rande einer Pressekonferenz von Bundeskriminalamt (BKA) und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt in Wiesbaden (Hessen) auf dem Monitor eines Computers zu sehen. Die Betreiber dieser Plattform wurden nun verurteilt.

Mit einem ungewöhnlichen Mittel kämpft die Polizei auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg gegen Kinderpornografie: Bei der Schulfahndung werden Lehrern Bilder von Opfern gezeigt. 

Es geht um die schrecklichsten Verbrechen, die man sich im Zusammenhang mit Kindern vorstellen kann: Kinderpornografie im Internet und sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Zur Bekämpfung greift die Polizei auch zu ungewöhnlichen Mitteln: Seit 2012 gibt es bundesweit dazu regelmäßig Schulfahndungen.

Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg zeigen Polizeibeamte in Lehrerkollegien Fotos, um die Identität von Opfern und Tätern zu ermitteln. Die gute Nachricht: Weder Opfer noch Täter wurden im Landkreis bisher darunter entdeckt. Das bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt. Bei der jüngsten Schulfahndung im Januar wurde ein mutmaßlicher Täter aus dem Main-Kinzig-Kreis ermittelt. In Mittelhessen wurden vor einer Woche vier Männer mit Beziehungen zum kinderpornografischen Forum "Elysium" verurteilt.

Federführend bei der Schulfahndung ist das Bundeskriminalamt, für die Umsetzung ist das jeweilige Landeskriminalamt zuständig, das dazu mit dem Kultusministerium und den Polizeipräsidien zusammenarbeitet. Die Arbeit vor Ort übernehmen die lokalen Polizeidienststellen, erläuterte Sebastian Wolf, beim LKA Hessen zuständig in der Ansprechstelle Kinderpornografie.

Wolf und auch das BKA sehen in der Schulfahndung eine erfolgreiche Methode, die Opfer andauernder sexueller Missbräuche zu identifizieren, um über weitere Maßnahmen den Täter ebenfalls zu identifizieren und strafrechtlich verfolgen zu können. Denn bei der größeren Anzahl der sexuellen Missbräuche, die in eine Schulfahndung mündeten, bestand ein reales Beziehungsverhältnis zwischen Opfer und Täter, heißt es beim BKA.

Sebastian Wolf unterstreicht: „Die Schulfahndung ist ein gutes Mittel, weil wir in Deutschland Schulpflicht haben. Dadurch gibt es eine gute Chance, dass irgendein Lehrer ein Kind oder einen Jugendlichen erkennt.“ Erschwert werde die Fahndung aber, weil das im Internet entdeckte Bildmaterial manchmal einige Jahre alt sei, dann werde die Identifizierung schwierig.

In der Regel gehen Polizeibeamte aus Rotenburg und Bad Hersfeld in die Schulen und zeigen einige Fotos. Es handelt sich meist um wenige Aufnahmen, etwa zwei bis fünf Bilder für bis zu zehn Opfer jährlich. Gezeigt würden jedoch keine Schockbilder sondern Ausschnitte mit signifikanten, also besonders auffälligen Merkmalen wie Bekleidung oder auch das Gesicht des Opfers.

Auf Fahndungen in Kitas wird verzichtet, weil diese wenig erfolgversprechend seien. Zum einen müssten zu viele verschiedene Träger eingebunden werden, zum anderen sei der Kita-Besuch keine Pflicht. Man erreiche also ohnehin nicht alle. Zudem verändere sich das Aussehen kleinerer Kinder sehr schnell.

Es gibt laut BKA eine internationale Zusammenarbeit im Bereich der Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Unter anderem gebe es eine Datenbank, die Ermittlern weltweit einen Austausch ermögliche.

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