Milde Winter und trockene Sommer

Die Feldhasen hoppeln wieder: Population der gefährdeten Tierart erholt sich

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Trockene Sommer und milde Winter haben dafür gesorgt, dass mehr Jungtiere in den vergangenen Jahren überlebten. Ein leichter Aufwärtstrend für den Feldhasen ist auch in unserer Region zu erkennen.

Gute Nachrichten zu Ostern: Die Feldhasenbestände auf Hessens Äckern und Wiesen stabilisieren sich, auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Feldhasen gelten als gefährdete Tierart. 

Deutschlandweit ist sogar ein leichter Aufwärtstrend für den Feldhasen, der auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten steht, zu erkennen. Das geht aus den neuesten Erhebungen des Deutschen Jagdverbands (DJV) hervor. Im Schnitt leben gut zwölf Tiere auf einem Quadratkilometer Hasen-Lebensraum. So stieg die Dichte von 11,8 Feldhasen im Frühjahr 2018 auf 12,4 im Frühjahr 2019. Grundlage der Statistik ist eine Hasenzählung im Frühjahr und Herbst jeden Jahres auf den gleichen Flächen. Dabei zählen Jäger in ausgewählten Revieren nachts die Hasen mit Scheinwerfern.

Das Ergebnis des Jagdverbands kann auch der Vorsitzende des Kreisjagdvereins Hersfeld, Wilfried Marchewka, bestätigen. Er verbringt als Jäger und Pächter des Jagdreviers Odensachsen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg viel Zeit in der heimischen Natur. „Ich sehe zurzeit viele Hasen in meinem Revier. Die Population erholt sich langsam, und das freut mich“, sagt Wilfried Marchewka.

Neben dem Menschen und Raubtieren setzt Feldhasen auch nasskaltes Wetter zu

Er und die meisten anderen Jäger in der Region würden keine Hasen schießen. Sie erfreuten sich stattdessen lieber am Anblick eines Hasen vom Hochsitz aus. Feldhasen lieben trockenes und warmes Wetter. Neben dem Straßenverkehr, der Intensivierung der Landwirtschaft und Raubtieren setzt den Tieren besonders nasskaltes Wetter zu. Daher sterben häufig im Frühjahr die Junghasen an Unterkühlung und Nässe.

„Der Winter war sehr mild und die vergangenen Sommer ziemlich trocken. Dadurch ist der Nachwuchs besser durchgekommen und das Ergebnis kann man nun auf den Wiesen und Feldern hoppeln sehen“, sagt der Vorsitzende der Jägervereinigung Rotenburg, Wolfgang Adam.

Günstige Witterung allein reicht den Hasen allerdings nicht. Schwindende Lebensräume, der Mangel an Kräutern und die Zerstörung von Biotopen durch Maschinen der Landwirtschaft erschweren den Langohren das Leben. Feldhasen haben außerdem viele natürliche Feinde, die sich sehr gut in der heutigen Kulturlandschaft zurechtfinden und sich dementsprechend vermehren. Dazu zählen der Fuchs, der Waschbär und verschiedene größere Greifvögel. „Wir sind sehr bemüht, Fuchs und Waschbär intensiv zu bejagen und den Lebensraum der Hasen zu schützen“, sagt Wilfried Marchewka.

Ein Symbol des Lebens durch einen Trick der Evolution

Und was hat der Hase nun mit Ostern zu tun? Er gilt als Symbol des Lebens und soll die zur Osterzeit erwachende Natur versinnbildlichen. Das liegt wohl daran, dass Hasen vor allem im Frühjahr auf den Feldern zu sehen sind und die Tiere sich rasch vermehren. 

Anders als Kaninchen können Hasen doppelt befruchtet werden. Diese sogenannte Superfötation ist im Tierreich äußerst selten und ein Trick der Evolution. Da die Tragzeit des Feldhasen relativ lang ist, kann die Häsin wieder trächtig werden, noch während sie Nachwuchs im Bauch trägt. Somit gelten die Langohren seit Generationen als ein Zeichen für Fruchtbarkeit. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands können Feldhasen drei bis viermal im Jahr ein bis fünf Junge zur Welt bringen.

Hintergrund: Die Rote Liste

Trotz der leicht steigenden Hasenpopulation stehen Feldhasen in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Die Rote Liste ist ein Verzeichnis ausgestorbener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Auf dieser Liste sind Hasen eingestuft in die dritte Kategorie (gefährdet). Das sind Arten, die merklich zurückgegangen oder durch menschliche Einwirkungen bedroht sind. In einigen Bundesländern wie Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind Hasen als stark gefährdet (Kategorie 2) eingestuft. Der Weltbestand gilt jedoch als ungefährdet.

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