Reha stand auf der Kippe

Post-Frust in Rotenburg: Unterlagen für schwer kranken Jungen kamen nicht an

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Daniela Schönfelder aus Rotenburg versteht die Welt nicht mehr: Seit Wochen wartet sie auf wichtige Briefe von der Rentenversicherung mit Fahrkarten und Infos zur Reha ihres schwer kranken Sohnes. Doch die Post stellt sie einfach nicht zu.

Rotenburg. Auf die Post dringend angewiesen zu sein, ist frustrierend: Das mussten Daniela Schönfelder und ihr schwer kranker Sohn aus Rotenburg feststellen.

Wochenlang wartete sie auf wichtige Unterlagen, um mit ihrem schwer kranken Sohn zur Reha fahren zu können. Doch die Briefe mit Koffermarken und Fahrkartenbewilligung blieben verschollen. Die Reha stand auf der Kippe.

Die Krankheit 

Schönfelder hat wenig Geld. Wegen Krankheit ist sie frühverrentet. Mehrere Bandscheiben-OPs haben sie gezeichnet. Deshalb wird sie von der Rentenversicherung unterstützt. Was für die 38-Jährige jedoch noch schwerer wiegt als ihr eigener Zustand: Ihr Sohn ist unheilbar krank. Er leidet seit 2007 an Mukoviszidose. Das ist eine Krankheit, die die Lebenserwartung verkürzt. Heilen kann man sie nicht, aber verlangsamen, zum Beispiel durch eine Reha mit Seeluft-Klima.

Die Reha 

Die Ärzte haben Mutter Schönfelder zu einer Reha geraten. Die Rentenversicherung war einverstanden und übernahm das Finanzielle. Daniela Schönfelder sollte als Begleitung ihres Sohnes mitkommen. Ihre Teilnahme sei wichtig für die Therapie, das geht aus einem ärztlichen Schreiben hervor. Mutter wie auch pubertierender Sohn sollten dort lernen, mit der Krankheit besser umzugehen.

Die Hoffnung 

Sohn Chris Mickey ist 15, erzählt Schönfelder. Jeden Morgen müsse er um fünf Uhr aufstehen, inhalieren, Medikamente nehmen und Physiotherapie machen, bevor es zur Schule gehe. Und jeden Abend wieder die gleiche Prozedur. Für den Jungen sei das schwer, vor allem, wenn er sich mit anderen Kindern in seinem Alter vergleicht, erklärt die alleinerziehende Mutter. Widerwille und Lustlosigkeit würden bei ihm immer häufiger aufkommen. Die Reha sollte ihm neuen Mut geben.

Das Warten 

Schönfelder hat allerdings nicht damit gerechnet, dass gerade die Deutsche Post ihr einen Strich durch die Rechnung machen würde. Die Reha für ihren Sohn war bereits genehmigt und zwei Plätze in einer Reha-Klinik auf der Nordseeinsel Amrum gebucht. Es fehlten nur noch die Reiseunterlagen. Außerdem habe die Mutter verzweifelt auf ein Rezept von der Mukoviszidose-Ambulanz in Gießen, wo Chris Mickey in Behandlung ist, gewartet. Weil der Brief einfach nicht eintraf, wurde das Rezept wegen Dringlichkeit per Fax an die Apotheke übermittelt. Schönfelder ist dafür dankbar, da sie weiß, dass der Fax-Versand eines Rezepts nicht unbedingt zulässig ist.

Die Enttäuschung 

„Auf die Koffermarken und Fahrkarten warte ich noch heute“, erzählt Schönfelder. Anfragen bei der Post hätten nichts genützt. Es wurde gesagt, dass die Zusteller überlastet seien. Zig Telefonate mit der Rentenversicherung und Kurklinik folgten. Irgendwann war die alleinerziehende Mutter an dem Punkt angelangt, die Reha abzusagen. Denn ohne Kofferversand und Fahrkarten konnten die beiden nicht zur Reha. Das Geld dafür fehlte. Dann die Erlösung. Eine Freundin bot dem Mutter-Sohn-Gespann Hilfe an. Sie lieh ihnen etwas mehr als 200 Euro für die Hinfahrt.

Die Hilfe 

„Ich bin so unglaublich dankbar, dass ich so eine wunderbare Freundin habe“, erzählt die 38-Jährige. Für die Rückfahrt habe sie die Rentenversicherung gebeten, die Fahrkarten nach Amrum in die Klinik zu schicken. „Dort wird die Post doch wohl ankommen“, hofft Schönfelder.

Die Post 

Mittlerweile seien bei Schönfelder auch wieder Briefe angekommen - jedoch solche, die erst kürzlich verschickt wurden. Von den lang ersehnten Briefen von der Rentenversicherung fehlt bisher noch jede Spur.

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