Patient: Fühle mich gut umsorgt

Praxis sammeln vor dem Examen: Azubis führen Krankenhausstation in Rotenburg

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Ein freundliches Lächeln hilft bei der Genesung: Patient Hans Dieter Leimbach fühlt sich bestens umsorgt. An seinem Bett stehen von links Praxisanleiterin Nicole Schmidt, Pflegedirektorin Christina Harthausen, Praxisanleiter Dominik Ruscher, Celine Bauer (20) aus Heringen, Miriam Wegener (20) aus Konnefeld, Theresa Adomeit (21) aus Körnbach, Lisa Michulla (25) aus Rotenburg, Klaus Hoppe (21) aus Heinebach, Jannis Möller (22) aus Bad Hersfeld, Lena Harthausen (21) aus Niedergude und Jenny Görzen (19) aus Heinebach.

Auf der sogenannten Schülerstation übernehmen angehende Gesundheits- und Krankenpfleger im Kreiskrankenhaus Rotenburg in zwei Schichten Verantwortung für Patienten.     

Übung macht den Meister. So ist es bei Handwerkern, und bei Gesundheits- und Krankenpflegern ist es nicht viel anders. Gerade dann, wenn es aufs Examen zugeht.

Deshalb setzen die acht Auszubildenden, die diesen Beruf schon bald drei Jahre lang im Rotenburger Kreiskrankenhaus erlernt und dort auch die Krankenpflegeschule besucht haben, zwei Monate vor dem Anfang Juli beginnenden Examen zwei Wochen lang das theoretisch Erlernte in besonderer Weise in die Praxis um.

„Schülerstation“ heißt die vom Kreiskrankenhaus initiierte Art und Weise des Übens, was nichts anderes bedeutet, als dass die Schülerinnen und Schüler den kompletten Tagdienst auf einer Station abdecken. In vier mal zwei Teams sind sie in Früh- und Spätschicht für jeweils drei bis vier Patienten zuständig, und sie lernen dabei vor allem, Verantwortung zu übernehmen. Zum sogenannten Reflexionstag ziehen sie in der Schule jetzt Bilanz.

Erfahrenes Personal hält sich im Hintergrund, kann aber jederzeit helfen

Wie Pflegedirektorin Christina Harthausen erläutert, bietet die Schülerstation Gelegenheit, sich „in einem geschützten Raum“ zu bewähren. „Da erleben wir in den ersten Tagen durchaus mal die eine oder andere Unsicherheit, aber das Gute in dieser für die Auszubildenden zunächst ungewohnten und aufregenden Situation ist doch, dass im Hintergrund Personal zur Verfügung steht, das Fragen beantworten, helfen und unterstützend eingreifen kann.“

Einer der beiden „unsichtbaren“ Helfer ist Dominik Ruscher. Mit seinen 24 Jahren ist er als Praxisanleiter noch recht jung, aber vielleicht gerade aus diesem Grund sowohl Ansprechpartner mit Wissensvorsprung als auch Kollege mit Erfahrung und Händchen für den richtigen Umgang mit den Auszubildenden. 

Wenn morgens um sechs die bis halb zwei andauernde Frühschicht beginnt, steht für die Schüler all das auf dem Programm, was im ganz normalen Tagesablauf zu erledigen ist: Patientenübernahme, Körperpflege, Arztvisite, Verbandsversorgung, Operationsorganisation, Überwachung frisch operierter Patienten, das komplette Management bezüglich der Patienten, für die die Schüler zuständig sind. Der Endruck: Alle unterstützen sich gegenseitig („Konkurrenz gibt es bei uns nicht“) und lernen gegebenenfalls auch, dass man sich ab einem bestimmten Punkt Hilfe holen muss.

Ziel ist es, das Selbstbewusstsein der Azubis zu stärken

„Unser Ziel ist es, das Selbstbewusstsein unserer jungen Leute zu stärken, damit sie einen guten Abschluss schaffen“, betont die leitende Pflegeschwester, die am liebsten alle angehenden Schwestern und deren männliche Kollegen übernehmen würde. Azubi Klaus Hoppe hat allerdings vor, ins deutschsprachige Ausland zu gehen, und Jannis Möllers Wunsch ist es, als Betreuer in einer Wohnstätte für geistig behinderte Menschen zu arbeiten.

Dominik Ruscher blickt dem Examen seines Kurses gelassen entgegen: „Alle verfügen über ein gutes theoretisches Wissen, alle sind sehr engagiert und bemühen sich über die Maßen um ihre Patienten.“ Die Fürsorglichkeit auf der Schülerstation bestätigt Patient Hans Dieter Leimbach aus Heringen, der sich von den Auszubildenden gut umsorgt, ja geradezu bestens aufgehoben fühlt. 

Es gebe also nur Gewinner, wie Pflegedirektorin Christina Harthausen betont: „Die Patienten genießen den mit noch mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung verbundenen Einsatz der Schüler – und die Schüler freuen sich über die Anerkennung ihrer Arbeit.“

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