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Probenbeginn für Rotenburger Saga – So werden „Die Bornschisser“ inszeniert

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Von: Susanne Kanngieser

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Tipps vom Profi: Die Chef-Maskenbildnerin der Bad Hersfelder Festspiele, Ute Mai, zeigte den Bornschisser-Darstellern beim Probe-Wochenende im Rotenburger Bürgersaal, wie Meike Grau, die in der Saga die Rolle des Rufus spielt, zum Vamp verwandelt werden kann.
Tipps vom Profi: Die Chef-Maskenbildnerin der Bad Hersfelder Festspiele, Ute Mai, zeigte den Bornschisser-Darstellern beim Probe-Wochenende im Rotenburger Bürgersaal, wie Meike Grau, die in der Saga die Rolle des Rufus spielt, zum Vamp verwandelt werden kann. © Kanngieser, Susanne

Die Rotenburger Saga „Die Bornschisser“, eine Produktion des Vereins Kulturwerkstatt, ging am vergangenen Wochenende in die nächste Runde. An ihrem ersten Proben-Wochenende im Bürgersaal stand den Akteuren erstmals die große Bühne zur Verfügung, auf der sie im Juni 2023 Premiere feiern werden. „Es war eine intensive und sehr produktive Arbeit“, freute sich Autorin und Regisseurin Jutta Bämpfer.

Rotenburg – Dass es sich bei den „Bornschissern“ nicht um ein beliebiges Laienschauspiel handelt, sondern um ganz großes Kino, zeigte bereits der Auftakt zum Proben-Wochenende. Ute Mai, Chef-Maskenbildnerin der Bad Hersfelder Festspiele und in zahlreichen nationalen und internationalen Disney-Produktionen für das perfekte Aussehen der Mimen verantwortlich, machte den aufmerksamen Frauen und Männern klar: „Wie du aussiehst, das wirkt sich unmittelbar auf die Rolle aus.“ Ein böser Darsteller bekomme andere Gesichtszüge verpasst als die naive Blonde. „Doch egal, welcher Charakter – das Gesicht darf niemals glänzen, die Haare müssen immer perfekt sitzen“, erklärte die Meisterin der Verwandlung.

Theaterschminke hat für sie ziemlich gute Eigenschaften: Es wirkt bis in die letzte Reihe, weshalb sich Mai das Ergebnis immer auch gleich schon aus der Ferne anschaute. „Das Bühnenlicht schluckt viel Farbe und Theaterschminke hat mehr Pigmente als Produkte aus der Drogerie“, weiß der Profi. Sehr selten hat Mai mit Laiendarstellern gearbeitet. Aber von dieser „super Gruppe“ war sie von Anfang an begeistert.

Das ist das Konzept der „Bornschisser“: Die Akteure sollen bis zur Uraufführung von Meistern ihres Fachs ausgebildet werden. „Das gibt allen Darstellern die Sicherheit, die sie brauchen“, sagt Jutta Bämpfer. Als sich das Ensemble formierte, seien alle noch „Theaterküken“ gewesen, „bis jetzt eigentlich immer noch“, schmunzelt Jutta Bämpfer. Einfach mal reingesprungen ins kalte Wasser. Nun, nach Corona-bedingten Pausen, nutzt man die Zeit, um möglichst perfekt auf die Uraufführung vorbereitet zu sein.

Kostümierte Probe: Im passenden Gewand gelingen die Dialoge noch mal so gut, stellten die Bornschisser beim Probe-Wochenende auf großer Bühne im Rotenburger Bürgersaal fest.
Kostümierte Probe: Im passenden Gewand gelingen die Dialoge noch mal so gut, stellten die Bornschisser beim Probe-Wochenende auf großer Bühne im Rotenburger Bürgersaal fest. © Susanne Kanngieser

Von Freitag bis Sonntag war der Zeitrahmen am vergangenen Wochenende eng festgezurrt, und die Regisseurin hatte alles im Blick. Und irgendwie fühlte sich alles an wie die Vorbereitung zu etwas ganz Großem. Immer die Premiere im Blick. Kostüm-anprobe, Ton-Choreografie, Bühnenbild-Wechsel, Requisiten, Auf- und Abbau der Szenen: Es wurde den Mimen und der Backstage-Mannschaft nichts geschenkt. „Aber alle waren von morgens bis abends mit Feuereifer dabei, sodass es für uns alle eine große Freude war“, sagt Jutta Bämpfer.

Für das Organisationsteam bedeutete das Probe-Wochenende Stress pur. Bühne auf- und schließlich wieder abbauen, Requisiten und Kostüme zur Verfügung stellen, Choreografien beobachten, Notizen machen, sensible Tipps und Anregungen geben, für alle ein gutes Wort haben und eine kleine Festspiel-Kantine mit Leckereien vom Buffett anbieten. „Aber es hat sich gelohnt und sich richtig gut angefühlt“, resümiert Jutta Bämpfer. Vor dem großen Auftritt würde sie sich Anfang des nächsten Jahres ein zweites Probe-Wochenende wünschen.

Die Arbeit mit den Profis geht unterdessen weiter. Zum Beispiel mit einem Schwertkampf-Choreografen aus Nidda oder auch mit Sina Mäusgeier von den Bad Hersfelder Festspielen, die in Sachen Bühnenbild und Requisitenbau hilfreich zur Seite stehen wird.

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