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Public Viewing in Rotenburg macht das Finale zum Familienereignis

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Von: Wilfried Apel

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Grenzenloser Jubel: Lina Magull hat für die deutsche Mannschaft zum 1:1 ausgeglichen.
Grenzenloser Jubel: Lina Magull hat für die deutsche Mannschaft zum 1:1 ausgeglichen. © Wilfried Apel

Etwa 400 Besucher verfolgten das Endspiel der Frauenfußball-EM im Rotenburger Schlosspark. Wir haben mit den Zuschauern gesprochen.

Rotenburg – Im Londoner Wembley-Stadion war die Sehnsucht nach dem ersten großen englischen Finalsieg nach 1966 groß. Im Rotenburger Schlosspark, beim Public Viewing, eher nicht. Am Ende hatten die Engländerinnen mehr Glück als die deutschen Finalistinnen.

Beim Abspielen der Nationalhymnen um fünf vor sechs, als sich an der vor der Naturbühne aufgestellten großen LED-Leinwand Hunderte Fußballinteressierte versammelt haben, ist das noch nicht absehbar. Heide Aust von der veranstaltenden Neuensteiner Sportagentur Speed schätzt, dass rund 400 Gäste Stühle und Rasen bevölkern.

Bei einer Umfrage tippt das Mädels-Trio Ute Wagner-Scheel, Theresa Reinmann und Tanja Holl auf ein 2:1 für Deutschland. Tanja Holl ist ganz in Zivil, ihre beiden Bekannten haben sich ein DFB-Trikot übergestreift. In Weiß mit Schwarz-Rot-Gold und Urlaubsbräune fiebern auch Ute und Rainer Bätzing mit. Auf das erhoffte Endergebnis angesprochen sagen sie: „Wir wollen nicht vermessen sein, aber gewinnen wollen wir schon!“

Haben es sich zu Beginn des Spiels auf dem grünen Rasen des Rotenburger Schlossparks gemütlich gemacht: Thore und Stina mit Oma Elke Häde und den Eltern Katinka und Arne Agde und Chips.
Haben es sich zu Beginn des Spiels auf dem grünen Rasen des Rotenburger Schlossparks gemütlich gemacht: Thore und Stina mit Oma Elke Häde und den Eltern Katinka und Arne Agde und Chips. © Wilfried Apel

Das sehen auch Stina und Thore so. Die beiden beim TV Braach Fußball spielenden Kinder sitzen mit ihren Eltern Katinka und Arne Agde und ihrer Oma Elke Häde auf einer Decke. Thore hat eine große Tüte Chips dabei und ist guter Dinge.

Nichts anderes gilt für Paul Eastell, den vielleicht einzigen Engländer, den es am frühen Sonntagabend mit Familie in den Schlosspark verschlagen hat. Mit Schwiegerpapa Karl-Heinz Riemenschneider stößt er auf einen 3:1-Sieg an, aber natürlich – und das sei ihm zugestanden – für England.

Derweil werden noch vor den sehr gut nachgefragten Bratwürstchen die Brötchen knapp, was Heide Aust freut: „Wir sind froh, dass das Frauenfußball-EM-Finale eine so große Anziehungskraft ausübt. Es geht nicht so laut zu wie beim Männerfußball, das Ganze ist eher ein Familienereignis.“

Paul Eastell wohl der einzige Engländer im Rotenburger Schlosspark
Paul Eastell wohl der einzige Engländer im Rotenburger Schlosspark © Wilfried Apel

In der zweiten Halbzeit passiert es dann. Ella Toone schießt die Engländerinnen in Führung. Das Rotenburger Halbrund ist konsterniert, reißt 18 Minuten später aber die Arme in die Höhe und jubelt, als Lina Magull der Ausgleich gelingt. Kollektiver Jubel im Schlosspark.

In der Verlängerung markiert Chloe Kelly das englische Siegtor. Wie es bei den Männern verbreitet ist, reißt sie sich das Trikot vom Leib und kassiert dafür eine Gelbe Karte. Aber das ist nach dem Schlusspfiff nebensächlich.

Peter Hajeck aus Rotenburg resümiert nach dem Spiel: „Eigentlich habe ich mich nie so für Frauenfußball interessiert. Aber vor allem im Finale hat sich gezeigt, dass die Spielerinnen keinen Ball verloren geben. Hut ab! Letztendlich dürfte es so gewesen sein, dass die Engländerinnen den Deutschen durch Härte den Schneid abgekauft haben.“ Das sieht Paul Eastell vermutlich ähnlich. (Wilfried Apel)

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