"Nicht mehr gefahrlos befahrbar"

Radweg zwischen Ronshausen und Weiterode ist eine Schotterpiste

Weiterode/ Ronshausen. Immer mit einem Blick auf die Schotterpiste fährt Erich Richardt von Ronshausen nach Weiterode. Das Vorderrad droht auszubrechen. Dicke Asphaltsteine behindern seine Fahrt.

Der Radweg 15 ist nicht mehr gefahrlos befahrbar, sagt Richardt. „Anstatt sich um das Problem zu kümmern, hat das Bauamt die Hinweisschilder entfernt“, empört er sich, „das ist keine Lösung.“ Die Renaturierungsmaßnahmen der Ulfewiesen hätten den alten Radweg kaputtgemacht, und lange Stücke des schönen Wegs zwischen Weiterode und Ronshausen müssten erneuert werden.

Im Dezember wurde diese Maßnahme abgeschlossen. Die Firma Beisheim aus Bebra glättete die Strecke und baute dann mit Asphaltgranulat weiter. Seit einem halben Jahr machen die groben Asphaltsteine Spaziergängern und Joggern, aber vor allem Radfahrern jeden Ausflug kaputt, klagt Richardt.

Der Radweg ist gefährlich, und das zeigen viele Beschwerden, die im Verkehrsamt Ronshausen eintreffen. „Kinder, die von Weiterode zum Ronshäuser Sportplatz fahren, stürzen, und deren Eltern beschweren sich bei mir“, berichtet Richardts Frau, die Verkehrsamtsleiterin Martha Richardt.

Sie bemüht sich seit Januar um Antworten beim Bauamt Bebra: „Ich bekam zu hören, der Weg sei besser als vorher.“ Vor dem 1. Mai seien dann die Radwegschilder abgebaut worden, das hätte wahrscheinlich haftungstechnische Gründe gehabt, vermutet sie. Der Weg sei aber in allen Karten eingezeichnet und wegen der schönen Fahrt durchs Naturschutzgebiet beliebt. „Die Politiker wollen ein besseres touristisches Wegenetz schaffen, aber ein solcher Weg ist kein Aushängeschild“, ärgert sich Martha Richardt.

Das Bauamt Bebra weiß um die unwegsame Beschaffenheit des Radwegs. „Solange es nicht mehrere Tage hintereinander Temperaturen über 30 Grad erreicht, kann die Baufirma das Asphaltgranulat nicht verdichten“, berichtet Bauamtsleiter Patrick Schuster. Erst bei kontinuierlicher Hitze könne man mit einer Fräse das Granulat bearbeiten und dann festwalzen. Für die Fahrradfahrer gebe es einen anderen Radweg nur wenige Meter entfernt. Durch den bergigen Verlauf ist der aber nicht attraktiv.

Auch Heinrich Wacker vom Büro für Landschaftsplanung und Gewässerrenaturierung, der für die Renaturierung der Ulfewiesen verantwortlich war, weiß um die Problematik des Radwegs. Auf Anfrage unserer Zeitung versicherte er, dass bald gehandelt wird: „Wir haben es mit dem Asphaltgranulat gut gemeint, wettertechnisch war es aber eine schlechte Entscheidung.“

Wenn es in den nächsten beiden Wochen nicht heiß genug wird, werde die Strecke mit Kalkschotter aufgefüllt. Das wäre von vornherein besser gewesen, sagt Wacker.

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