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Ralf Mühlhausen aus Lispenhausen radelte in Portugal für die Kinderkrebshilfe

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Von: Kerim Eskalen

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Endlich am Ziel: Der Lispenhäuser Ralf Mühlhausen posiert stolz vor dem Torre de Belém in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon.
Endlich am Ziel: Der Lispenhäuser Ralf Mühlhausen posiert stolz vor dem Torre de Belém in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. © Ralf Mühlhausen

Strampeln für den guten Zweck: 360 Kilometer war Ralf Mühlhausen mit dem Rad von der portugiesischen Stadt Porto in die Hauptstadt Lissabon unterwegs.

Lispenhausen/Lissabon - Im Rahmen der Initiative „Kilometer für Kinder“ sammelt der Lispenhäuser auf seinen Touren Kilometer. Die Idee hinter dem Projekt ist, dass die Teilnehmer einen Cent für jeden im Jahr geradelten Kilometer an die Deutsche Kinderkrebshilfe spenden oder sie von Freunden oder Arbeitgebern gespendet bekommen. Das Geld spendet Mühlhausen, der sich seit fünf Jahren für die Kinderkrebshilfe engagiert, aus eigener Tasche. „Ich bin über Owayo, den Trikotsponsor der Kinderkrebshilfe, darauf aufmerksam geworden und fand es eine tolle Sache“, sagt Mühlhausen, der selbst auf seinen Touren so ein Trikot trägt.

Von morgens neun bis abends um 17 Uhr dauerten die Etappen an vier aufeinanderfolgenden Tagen. Die Fahrten am Meer genoss der 52-Jährige. „Einmal bin ich ins Wasser gegangen. Das war aber das einzige Mal, denn es war dann doch viel zu kalt zum Baden.“ An den Abenden habe er sich dann doch etwas Luxus gegönnt: „Da habe ich immer in einem Hotel übernachtet und bin Essen gegangen. Ausnahmsweise habe ich es mir gut gehen lassen.“ Vor zwölf Jahren hatte der Lispenhäuser beschlossen, in seinem Leben etwas zu verändern. Als Vorbild nahm er sich den US-amerikanischen Astronauten Neil Armstrong, der als erster Mensch einen Fuß auf den Mond setzte. Wie er, wollte Mühlhausen etwas bewegen.

Was als Hobby der Umwelt zu Liebe begann, entwickelte sich schnell zu seiner großen Leidenschaft: das Fahrradfahren. Für ihn ging es zwar nicht auf den Mond, dafür sammelte er auf europaweiten Touren, wie von Lispenhausen nach Tschechien oder Italien, jede Menge Erfahrungen und tat so etwas für die Umwelt. Seit Beginn der Coronapandemie im Jahr 2020 nutzt er das Fahrrad für fast jeden Anlass. So auch die alltägliche Fahrt zum Bäcker bei Wind und Wetter oder einfach mal bei einer Tour von Lispenhausen nach Frankfurt.

Ausgangspunkt war die permanente Beschäftigung im Homeoffice. Pro Jahr sammelt er so bis zu 2000 Kilometer. Auch wirtschaftlich lohnt sich für ihn das Fahrrad: Dieses Jahr hat er bisher nur zwei Mal getankt. Zudem hat er im Zuge des Ukrainekrieges beschlossen, sich weiter einzuschränken: Er heizt nur noch in Extremfällen und nutzt ausgiebig das Neun-Euro-Ticket. Darüber hinaus besitzt er einen großen Schaugarten, in dem er Obst und Gemüse anbaut.

Die vielen langen Touren absolviert Mühlhausen meistens allein. Zu anstrengend seien die Etappen für seine Kumpels. „Ab und zu kann ich mal einen dafür gewinnen. Aber viele Freunde haben nach einer Tour genug“, meint der 52-Jährige.

Als besonders angenehm empfand er die portugiesischen Radwege auf seinen Etappen. „Manchmal bin ich fast 100 Kilometer von einem Hotel zum anderen auf einem Radweg gefahren. Man sieht die hohe Qualität an diesen Stellen. Sie sind weit ab von Straßen, haben eine Mittellinie für den Gegenverkehr und sind vor allem sauber“, meint der Lispenhäuser.

In Deutschland sieht er diesbezüglich noch Nachholbedarf: „Hier sind die Wege zu kurz und durch landwirtschaftliche Fahrzeuge verunreinigt. Da hinken wir in Deutschland hinterher.“

Eine Botschaft hat der leidenschaftliche Radfahrer an alle Urlauber: „Das Fahrrad eignet sich wunderbar, um aus dem Alltag auszubrechen. Es braucht nicht immer ein Auto. Mit dem Fahrrad macht es sehr viel Spaß, es ist nachhaltig und man lernt so viele Leute und Kulturen kennen.“

Von Kerim Eskalen

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