Hobby zum Nebenberuf gemacht

Weltweit unterwegs: Edgar Kind aus Rotenburg ist Reiseleiter

Ausflug im thailändischen Dschungel: Auch der Ritt auf dem Elefanten ist kein Abenteuer mehr für den reiselustigen Kind.

Rotenburg. Reisen verändert einen Menschen. Wenn einer das mit Bestimmtheit sagen kann, dann ist es Edgar Kind. Der Rotenburger hat sein Hobby zum Nebenberuf als Rentner gemacht: Er arbeitet für ein Neuensteiner Unternehmen als Reiseleiter.

20 Wochen im Jahr ist Kind unterwegs, war in China und Russland, in den USA und in südostasiatischen Ländern. Nur Australien und Neuseeland hat er noch nicht besucht. Allein 40-mal war er in Kuba („Nur bei kleinen Inseln sagt man ,auf‘“) - das aber auch privat, um zu tauchen. Dieses Hobby hat der 71-Jährige inzwischen aufgegeben.

Zum Reiseleiter ist er eher durch Zufall geworden. Weil seine Reiselust an seinem Arbeitsort Bad Hersfeld bekannt war, hatte man ihn vor 15 Jahren gebeten, für eine Bank eine Kundenreise zu planen und in einem Vortrag vorzustellen - ab da war er von einem Bad Hersfelder Reisebüro „gekauft“.

Englisch und Spanisch

Edgar Kind sorgt für Reisende, die zwar viel sehen, aber sich um nichts kümmern möchten. Besonders ältere Menschen, so erzählt er, sind froh, in ihm einen deutschsprachigen Organisator zu haben, der sie vom Heimatflughafen bis in fernste Länder begleitet. Kind ist routiniert, spricht Englisch und Spanisch und kann so rein sprachlich weite Teile der Welt abdecken. Und er hat Menschenkenntnis. Es gebe durchaus einzelne Reisende, die das Klima in einer Gruppe vergiften können. Da heißt es für ihn, immer freundlich und gelassen zu bleiben und behutsam gegenzusteuern. Bei großen interkontinentalen Reisen wird ihm meist noch ein einheimischer Guide zur Seite gestellt.

Reisen, die Welt sehen, Menschen kennenlernen - das erweitert den persönlichen Horizont ganz ungemein, weiß der Rotenburger. „Man bekommt einen anderen Blick für die Probleme. Und man kann auch nachvollziehen, dass viele Menschen aus armen Ländern flüchten wollen. Jeder möchte doch das Beste für sich und seine Familie.“ Auch die Toleranz wird größer gegenüber Menschen, die einheimische Sitten nicht kennen und leben, sagt er: „Ich bin ja auch überall Ausländer und musste vieles erst lernen.“ Das Reisen hat ihm auch viele Freundschaften in der ganzen Welt gebracht, die er per Internet und Telefon pflegt.

In der Familie hat nur seine Tochter das Reisevirus geerbt. Edgar Kinds Frau begleitet ihren Mann nur innerhalb Europas - Fliegen mag sie nicht so gern, sagt er. Außerdem werde sie häufig als Babysitter für die Enkel benötigt.

Wenn Edgar Kind privat Urlaub macht, dann wird es bodenständig. Auf der Insel Föhr hat die Familie seit 38 Jahren ein Ferienhaus.

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