Als bei Robert Nolte die Anspannung der Freude Platz machte

Es ist vollbracht: Die TGR-Handballer gewährten am Samstag gerne den letzten Einblick in ihr Kabinenleben für diese Saison. Zum Glück zeigt das Bild freudige Gesichter.

Rotenburg. Erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt schaffen - so hatten sich die Landesliga-Handballer der TG Rotenburg es sich nicht vorgestellt.

Entsprechend groß war die Erleichterung. Am Ende war die ganze Aufregung umsonst. Weil sich der TSV Vellmar in der Handball-Oberliga den Klassenerhalt - wenn auch ganz knapp - gesichert hat, müssen nur drei Mannschaften die Landesliga verlassen. Und die standen schon vor dem letzten Spieltag mit dem TV Alsfeld, dem TSV Korbach und der SVH Kassel fest.

Aber weil die TG Rotenburg das am Samstagnachmittag noch nicht wissen konnte, musste sie alles daransetzen, ihr letzes Landesliga-Saisonspiel gegen die TG Wehlheiden zu gewinnen. Das gelang - wie berichtet - recht souverän mit 31:26 (16:13).

Das konnte TGR-Trainer Robert Nolte vor dem Anwurf aber noch nicht ahnen. Er wirkte enorm angespannt. 60 Spielminuten später hockte er auf einem Alukoffer, den Rücken an die Wand gelehnt, die Hände vor dem Gesicht gefaltet, die Augen geschlossen.

Wer gerade die Halle betreten und Robert Nolte so gesehen hätte, der wäre sich sicher gewesen: Die TGR ist abgestiegen. Aus, vorbei, Bezirksoberliga. Dabei war es nur kurzer Moment der Leere, in dem die innere Anspannung langsam wich und der Freude Platz machte. Der Freude darüber, das Ziel erreicht zu haben.

Man habe ja gewusst, dass für den Verein und die Spieler viel abhängt vom Klassenerhalt. „Das hat uns schon mitgenommen“, sprach Robert Nolte gleich für Uwe Mäusgeier, seinen Trainerkollegen, mit. Und auch seine nächste Aussage konnten beide Coaches unterschreiben: „Wir haben es auch verdient, nicht abzusteigen.“ Uwe Mäusgeier ordnete die Leistung gegen Wehlheiden weit oben ein: „Eines unserer drei besten Saisonspiele - mit dem Vorteil, es diesmal bis zum Schluss durchgezogen zu haben. Das war eine konzentrierte Leistung von der ersten bis zur 60. Minute.“

Erleichtert waren auch zwei Spieler, die künftig wieder gemeinsam das TGR-Trikot tragen werden. Jan-Oliver Holl und Martin Harbusch. Holl musste wegen einer Rotsperre von der Tribüne aus mitfiebern und konnte seinen Kollegen nicht auf dem Parkett helfen. Harbusch kehrt vom TV Alsfeld nach Rotenburg zurück - und darf jetzt weiter in der Landesliga statt in der Bezirksobeliga Tore werfen.

Denks starker Abgang 

Übers ganze Gesicht strahlte auch Martin Denk, der sich künftig seiner neuen Aufgabe als Co-Trainer der Kirchhofer Zweitliga-Handballerinnen widmen wird. Rechtzeitig zu seinem Abschied hatte er seine alte Form wiedergefunden und mit kluger Regie und beherzten Offensivaktionen zum Sieg beigetragen.

Er war vor Spielbeginn ebenso verabschiedet worden wie Stefan Köhler, der Spielertrainer der TGR II wird, und wie der junge Philipp Hartung. Er war in seinem Jahr bei der TG Rotenburg nicht so zum Zuge gekommen, wie es ihm zu wünschen gewesen wäre.

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