160 Kilometer lang

Per Roboter in den Kanal: Rotenburger Abwassernetz wird ohne Bagger saniert

Rotenburg. Das 160 Kilometer lange Abwassernetz der Stadt Rotenburg wird nach und nach saniert. Das geschieht, ohne dass die Rohre freigelegt werden müssen.

Anwohner der Straßen rund um den Neustädter Friedhof in Rotenburg bis hoch zum BKK-Gebäude sahen in den vergangenen Monaten manchmal weiße Dampffontänen aus der Kanalisation aufsteigen. Der Grund: Die Rotenburger Stadtwerke lassen Abwasserkanäle sanieren. In diesen Tagen sind die Kanalarbeiter entlang der Kasseler Straße tätig.

Über zwei Millionen Kubikmeter Abwasser nimmt das Leitungsnetz der Stadt Rotenburg und der Stadtteile jährlich auf. Es umfasst rund 160 Kilometer. Die Überprüfung der Abwasserkanäle in einem 15-jährigen Turnus ist gesetzlich vorgeschrieben, erklärt Thorsten Anacker von den Stadtwerken. Jährlich rücken die Stadtwerke ein anderes Gebiet in den Fokus.

Im Schacht: Da der Roboter zu groß zum Herablassen durch den Schacht wäre, muss Volker Wiegele ihn im Schacht zusamenbauen. Unten sieht man den Roboter.

Ein Großteil des Kanalsystems rund um den Neustädter Friedhof stammt aus den 1950er und 1960er Jahren, erläutert Anacker. Schäden unterschiedlichster Art treten auf: Es bilden sich Risse und Scherben, Wurzeln wachsen ein und zerstören die Rohre. Die Stellen, an denen die Abwasserrohre der einzelnen Haushalte an den Hauptkanal andocken, sind häufig betroffen. Undichte Stellen entstehen hier. Abwasser kann austreten und Grundwasser ins Kanalsystem eindringen.

Roboter kommen zum Einsatz, um solche Schäden aufzuspüren. Dank moderner Verfahren können Defekte meist behoben werden, ohne dass das Erdreich aufgebaggert werden muss - siehe Hintergrund. Insgesamt wurden und werden in diesem Jahr zehn Kanal-Kilometer saniert. Auch zahlreiche Schachtbauwerke mussten saniert werden. Die jährlichen Kosten für die Kanalsanierung, so Thorsten Anacker, belaufen sich auf rund 700 000 Euro.

Von Achim Meyer

Rubriklistenbild: © Fotos: Meyer

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