Bundespolizeistandort Rotenburg

Leiter Dr. Alexander Hofsommer: „Ich bin ein Verehrer des Grundgesetzes“

Das Gebäude mit der Nummer 11 auf dem Gelände der Rotenburger Alheimer-Kaserne hat für Dr. Alexander Hofsommer eine persönliche Bedeutung. 1999 zog er dort nach zwei Jahren als Soldat in Rotenburg aus. Im vergangenen Jahr war es dann das erste Haus, das vom Aufbaustab des Bundespolizei-Schulstandorts bezogen wurde. Im rechten Gebäudeteil hinter Hofsommer wird nun unterrichtet.
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Das Gebäude mit der Nummer 11 auf dem Gelände der Rotenburger Alheimer-Kaserne hat für Dr. Alexander Hofsommer eine persönliche Bedeutung. 1999 zog er dort nach zwei Jahren als Soldat in Rotenburg aus. Im vergangenen Jahr war es dann das erste Haus, das vom Aufbaustab des Bundespolizei-Schulstandorts bezogen wurde. Im rechten Gebäudeteil hinter Hofsommer wird nun unterrichtet.

Dr. Alexander Hofsommer ist Leiter des Bundespolizeistandorts Rotenburg. Wir stellen ihn und sein bewegtes Leben im Porträt vor.

Rotenburg – Für Dr. Alexander Hofsommer hat sich in der Alheimer-Kaserne ein Kreis geschlossen. Das Panzergrenadierbataillon 52 war von 1997 bis 1999 seine erste Berufsstation. Nun ist er als Leiter des Bundespolizeiaus- und Fortbildungszentrums Eschwege auch Leiter des Aufbaustabs für den neuen Standort Rotenburg. „Ich hätte mir nie träumen lassen, hier irgendwann selbst mal ins Kommandeursbüro einziehen zu dürfen“, sagt der 43-Jährige, der in Friedlos aufgewachsen ist.

Ein Quereinsteiger

Hofsommer hat eine bewegte Vita. 2010 ging der Jurist als Quereinsteiger zur Bundespolizei. Zunächst war er mit Einsatzarbeit betraut – in Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz) und dann von 2014 bis 2016 als Leiter der Bundespolizeiinspektion V am Frankfurter Flughafen. „Es war für mich schon immer reizvoll, einen Beitrag zur Sicherheit in Deutschland leisten zu dürfen. Ich bin ein Verehrer unseres Grundgesetzes, einer der besten Verfassungen der Welt. Das habe ich im Jurastudium kennen und schätzen gelernt“, sagt Hofsommer.

Doch auch die Einstellungsoffensive der Bundespolizei reizte ihn. Dass eine Bundesbehörde neue Standorte aufmache, sei nichts Alltägliches. Zunächst war er ab 2016 stellvertretender Leiter des Aus- und Fortbildungszentrums in Bamberg.

Große Entfernung zu Frau und Kind

Damit zog er auch in die Nähe seiner Familie in Coburg. Für den Aufbau des Standortes Rotenburg nahm er dann aber trotzdem noch mal eine große Entfernung zu Frau und Kind in Kauf. „Als das Projekt auftauchte, war das für mich ein großer persönlicher Anreiz. Passenderweise sind wir dann mit dem Aufbaustab sogar in das Gebäude eingezogen, aus dem ich 1999 ausgezogen bin.“ Der schnelle Aufbau des neuen Standorts ist eine Erfolgsgeschichte. Innerhalb von rund einem Jahr wurde die Kaserne für ihre neue Verwendung fit gemacht – trotz Corona, bundesweitem Materialmangel, dem Rekordwinter und Starkregen im Juni. All das hat aber, das betont Hofsommer, nur so gut funktioniert, weil ihm von verschiedenen Seiten der Rücken freigehalten wurde und die Unterstützung groß war.

Von seiner Ehefrau im privaten Bereich, am Standort Eschwege vom stellvertretenden Polizeirat Benjamin Liehr und in Rotenburg mit einem Team, dessen große Motivation für Hofsommer etwas ganz Besonderes war. „Das hohe Engagement im Aufbaustab war auch darauf begründet, dass hier Leute in ihrer Heimat etwas gestalten konnten.“

Großes Vertrauen entgegengebracht

„Auch das Vertrauen, das uns die Stadt vom ersten Moment an entgegengebracht hat, erleben wir in der Intensität bei anderen Neugründungen nicht“, betont Hofsommer. Als im Juni die Bunkeranlagen vollgelaufen waren, sei das Rotenburger THW noch am selben Abend mit Personal und Sandsäcken angerückt. Auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben setzte zusätzliche Kräfte frei und beschaffte nötige Geräte. Die Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Kassel, das anfangs in der Kaserne noch die Hessische Erstaufnahme betrieb, sei auch hervorragend gewesen.

Er kommt gerne zur Jagd

Zur früheren Heimat hat der Standortleiter zwar noch Verbindungen – seine Mutter und sein Bruder leben noch hier, außerdem kommt er gerne zur Jagd. Trotzdem möchte er nun wieder zu seiner Familie nach Coburg. Deswegen wird er ab 11. Oktober Leiter der Bundespolizeiinspektion in Erfurt. „Ich möchte auch wieder ins Einsatzgeschäft reinkommen und freue mich darauf, dass ich in Erfurt die ersten Früchte unserer Einstellungsoffensive sehen kann“, sagt er. Hofsommer wird für die bundespolizeilichen Aufgaben in Thüringen zuständig sein. Einen Nachfolger für seinen bisherigen Posten gibt es bereits.

Sein Arbeitsbeginn mitten im Monat hat natürlich einen Grund. Er hat bei Alfons Aigner (Präsident der Bundespolizeiakademie) und André Hesse (Präsident der Bundespolizeiinspektion Pirna – zuständig für Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt) darum gebeten. Die Vereidigung des ersten „Rotenburger Jahrgangs“ der Bundespolizei möchte er sich nicht nehmen lassen. Sie wird am 8. Oktober stattfinden. (Christopher Ziermann)

Zur Person

Dr. Alexander Hofsommer (43) wurde 1978 in Bad Hersfeld geboren und wuchs in Friedlos auf. Nach dem Abitur am Wigbertgymnasium in Hünfeld verpflichtete er sich 1997 für zwei Jahre als Soldat in der Alheimer-Kaserne. Rotenburg verließ er als Fähnrich der Reserve. Es folgte ein Jurastudium in Gießen, wo er 2009 als Doktor der Rechtswissenschaften promovierte. Er war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dann ging er als Quereinsteiger zur Bundespolizei und machte dort noch einen Master in Öffentlicher Verwaltung/Polizeimanagement. Nach Stationen in Lübeck, Bad Bergzabern, am Frankfurter Flughafen und Bamberg ist er seit Mai 2020 Leiter des Aus- und Fortbildungszentrums Eschwege und des Aufbaustabs Rotenburg. Er lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in Coburg. (czi)

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