Neujahrsempfang im Bürgersaal

Rotenburg feiert die Köpfe des Jahres 2015

Setzten musikalische Akzente: Die Rotenburger Schlossgeister unter der Leitung von Michaela De Weerd-Pelz (im Bild rechts) waren unter anderem mit „Rivers of Babylon“ von Boney M. laut und rhythmisch. Foto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Keine lange Diaschau, keine langen Reden - die Stadt Rotenburg hat beim Neujahrsempfang das vergangene Jahr Revue passieren lassen. Ein Schnellcheck.

Den 300 Zuhörern im Bürgersaal am Bahnhof stellten Bürgermeister Christian Grunwald und Stadtverordnetenvorsteher Klaus Troch die „Köpfe des Jahres“ vor.

Zwei Stunden reichen

Neujahrsempfänge können ausarten, gerade wenn versucht wird, die Geschehnisse des vergangenen Jahres umfassend darzustellen. Stattdessen präsentierte die Stadt eine abwechslungsreiche und kurzweilige Mischung aus Gesprächen und musikalischen Beiträgen. Reden gab es nur ganz zu Beginn von Troch und Landrat Dr. Michael Koch. Und nach zwei Stunden war der offizielle Teil vorbei. Das reichte auch, damit noch viel Zeit für das persönliche Gespräch blieb bei spendierten Getränken und belegten Broten.

Das Jubiläum des Jahres

Neben dem Strandfest (das kein Thema des Abends war) war zweifellos die 1250-Jahrfeier von Braach das Ereignis des Jahres 2015. Im Gespräch mit Bürgermeister Grunwald nannte Ortsvorsteher und Kubraa-Vorsitzender Claus Riemenschneider das Geheimnis des Erfolgs: „Wenn wir in Braach irgendetwas vorhaben, dann gelingt das auch.“ So einfach ist das, und deshalb wird als nächstes schon die 1300-Jahrfeier vorbereitet.

Der Experimentierfreudige

Zimmermeister Jörg Hohmeister kümmert sich seit einigen Monaten um einen Schandfleck im Herzen der Stadt: Das Feltzsche Haus am Marktplatz will er wieder in ein Schmuckstück verwandeln. Eine „gläserne Werkstatt“ hat der Handwerker schon eingerichtet. „Es macht Spaß, neue Wege zu gehen“, sagte Hohmeister. Grunwald dankte ihm für seine Experimentierfreudigkeit, die der Stadt zugute kommt.

Dem Staubsauger sei Dank

Als Kandidatin bei „The Voice of Germany“ hat Roma Schneider Rotenburg deutschlandweit bekannt gemacht. „Ich war furchtbar aufgeregt“, erinnerte sie sich im Gespräch und verriet auch, dass sie an der Castingshow gar nicht teilnehmen wollte. Doch ihr Mann habe sie bestochen - mit einem kabellosen Staubsauger. So trat Roma Schneider doch an, kämpfte sich durch die Vorrunden und überzeugte die Jury, obwohl sie selbst mit ihrer Leistung nicht zufrieden war: „Aber für Rea Garvey hat’s gereicht“, sagte Roma Schneider mit einem Lachen. Jetzt winkt ein Plattenvertrag in Österreich.

Das Thema des Jahres

Mit der Erstaufnahme in der Alheimer-Kaserne erlebt Rotenburg den Flüchtlingszustrom besonders nah mit. Klaus Troch dankte den vielen Bürgern, die helfen und spenden, warnte aber auch: „Die Stimmung könnte kippen, wenn die Zuwanderung nicht wieder in geregelte Bahnen gelenkt wird.“ Damit das Zusammenleben in der Stadt funktioniert, gibt es inzwischen die Flüchtlingskoordinatorin Carolin Richardt. Sie will versuchen, mit Offenheit das Vertrauen in die städtischen Einrichtungen zurückzugewinnen, das seit Silvester verloren gegangen sei. „Ich will etwas bewegen“, versprach Richardt.

Rotenburger Neujahrsempfang: Bunter Mix mit viel Musik

Kochs Versprechen

Auch Landrat Koch sprach über die Flüchtlinge und dankte den Helfern, warnte aber zugleich: „Dieses Thema darf nicht alles andere überschatten“. Deshalb sprach er lieber über den Breitbandausbau und die Klinikfusion. In der Heimat des Herz- und Kreislaufzentrums versprach er, die Spezialklinik zu bewahren: „Wir wollen uns nicht gesundschrumpfen, sondern unsere Stärken stärken.“

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