Vorfall in Rotenburg

Missverständnis durch Sprachbarriere: Flüchtlinge machen Busfahrer schwere Vorwürfe

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Verfahrene Situation: Bereits im Sommer hatte es zwischen Busfahrern der Linie 302 und Bewohnern der Erstaufnahme Streit gegeben. Das Missverständnis um einen erneuten Vorfall fiel daher auf furchtbaren Boden.

Erneute Aufregung um die Buslinie 302 in Rotenburg: Ein Missverständnis zwischen pakistanischen Fahrgästen und dem Busfahrer sorgte für Ärger.

Auf der Fahrt zur Erstaufnahmeeinrichtung in der früheren Alheimerkaserne habe ein Busfahrer seine Fahrgäste zum Aussteigen gezwungen, hieß es zunächst auf Anfrage unserer Zeitung. Die Begründung: Er möge keine Araber. 

Die Ermittlungen der Polizei zeichnen nun ein anderes Bild. Eine iranische Frau und ihr Sohn hatten dem Sicherheitspersonal der Erstaufnahme den vermeintlichen Vorfall geschildert, der sich um zwei Mitbewohner aus Pakistan dreht. Sie seien unweit der ehemaligen Kaserne des Busses verwiesen worden, weil sie Araber seien, so die erste Darstellung, die auch unsere Zeitung erreichte. 

Durch die mehrfache Sprachbarriere – zwischen den Geflüchteten aus dem Iran und Pakistan sowie bei der Übersetzung ins Englische für das Sicherheitspersonal – sei es zu Missverständnissen gekommen, so Polizeisprecher Manfred Knoch. Tatsächlich habe der Bus in diesem Fall die Haltestelle in der Alheimerkaserne fahrplanmäßig nicht bedient. Der Busfahrer habe die Pakistani daher bei der nächstgelegenen Haltestelle zur Erstaufnahmeeinrichtung zum Aussteigen aufgefordert – was diese offenbar nicht richtig verstanden. 

Nicht strafbar gemacht

Der vermeintliche Vorfall versetzte das zuständige Busunternehmen DB Regio Bus Mitte, den Landkreis Hersfeld-Rotenburg als Auftraggeber und die Erstaufnahmeeinrichtungen in Aufregung. Auf Anfragen unserer Zeitung hieß es, der Vorwurf sei bekannt, man warte aber die Ermittlungen der Polizei ab. Bereits im Sommer hatte es Streit um die Fahrten zur Erstaufnahme gegeben. Die Busfahrer hatten sich bedroht gefühlt und die Kaserne nicht mehr angefahren. „Bei unseren Ermittlungen hat sichauf keinste Weise bestätigt, dass sich die Einrichtungsbewohner strafbar verhalten hätten“, sagt Manfred Knoch dazu.

Der vermeintliche Vorfall erhielt wohl auch deswegen so viel Beachtung, weil sich bereits im Zuge der Streitigkeiten im Sommer einige Bewohner der Erstaufnahme darüber beschwert hatten, dass Busfahrer sie an den Haltestellen stehen lassen würden. Auf Nachfrage unserer Zeitung wussten sowohl das Regierungspräsidium (RP) Gießen, das für die Rotenburger Erstaufnahme zuständig ist, als auch die Polizei von den Gerüchten. Auch DB Regio Bus Mitte, ein Unternehmen der Deutschen Bahn, war informiert. Gespräche zwischen den Beteiligten liefen bereits: „Wir nehmen so etwas ernst, auch wenn wir es uns beim besten Willen nicht vorstellen konnten“, so der Sprecher.

Keine Deeskalationskurse

Die Suche nach einer gemeinsamen Lösung wird nach der Aufklärung des Missverständnisses nicht mehr nötig sein. Zumal eine Konsequenz, die aus den Vorfällen im Juli gezogen wurde, bis heute nicht umgesetzt wurde. Die Polizei hatte den Busfahrern einen Deeskalationskurs in den Räumlichkeiten der Erstaufnahmeeinrichtung angeboten. Auf Anfrage unserer Zeitung sagte Polizeisprecher Manfred Knoch, dass die bereits geplante Schulung im Oktober kurzfristig abgesagt wurde. Die Fahrer bräuchten die Schulung nicht mehr, da sich die Situation entspannt habe, so laut Knoch die Begründung des Unternehmens: „Wir hatten bereits externe Referenten eingeladen“, sagt der Polizeisprecher.

„Alle Fahrer, die zur Erstaufnahme fahren, haben entsprechende Kurse besucht“, so der Sprecher von DB Regio Bus auf Anfrage unserer Zeitung. Das treffe zumindest auf die Fahrer zu, die bei der Bahn angestellt seien und die internen Schulungen des Unternehmens in Anspruch nehmen. Allerdings könnten Kursteilnahmen vereinzelt krankheitsbedingt ausfallen.

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