Dr. Mike Meyer vom WDZ bescheinigte dem Haus eine hohe Qualität

KKH Rotenburg: Gütesiegel bescheinigt beste Ergebnisse bei Behandlung von Darmkrebs

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Freuen sich über das Gütesiegel des Westdeutschen Darmzentrums: von links Dr. Mike Meyer, Dr. Petr Skala, Geschäftsführer Ulrich Hornstein und Dr. Martin Oechsner.

Rotenburg. Noch in diesem Jahr will das Kreiskrankenhaus (KKH) Rotenburg sich als Darmzentrum zertifizieren lassen. Das erklärte jetzt der chirurgische Chefarzt, Dr. Martin Oechsner.

Gute Voraussetzungen bringt das KKH mit: Erneut hat es das Gütesiegel des „Westdeutschen Darmzentrums“ (WDZ) erhalten, das dem Haus beste Ergebnisse bei der Behandlung von Tumoren am Darm bescheinigt.

Bereits im dritten Jahr hat sich das KKH der Qualitätskontrolle durch das WDZ unterzogen und damit dem Vergleich mit insgesamt 100 Kliniken. Dr. Mike Meyer vom WDZ bescheinigte dem Haus eine hohe Qualität im Vergleich mit den anderen Kliniken: Er sprach von hervorragenden Ergebnissen.

Gradmesser sind laut Meyer zum Beispiel die vollständige Entfernung eines Tumors, die „Haltbarkeit“ der Verbindungen, also der OP-Nähte, oder Nachoperationen. In allen Bereichen schneide das KKH überdurchschnittlich gut ab, sagte Meyer. Hiesige Patienten hätten keinen Grund, drei Stunden in ein anderes spezialisiertes Krankenhaus zu fahren, da das Haus vor Ort eine nachgewiesen hohe Qualität der medizinischen Versorgung biete.

Für das Gütesiegel muss ein Krankenhaus sich in die Karten schauen lassen: Es dokumentiert alle Fälle und lässt die Daten vom WDZ freiwillig überprüfen, was mit großem Aufwand verbunden ist.

Meyer erklärte, sowohl die operative Behandlung als auch die Darmspiegelungen unter Chefarzt Dr. Daniel Gleichmann seien am KKH vorbildlich.

Zur Qualität der Versorgung von Tumorpatienten gehört auch ein sogenanntes Tumorboard. Dabei handelt es sich um eine Konferenz mehrerer Ärzte aus unterschiedlichen Fachrichtungen, um die bestmögliche Therapie für den einzelnen Patienten festzulegen. Diese Tumorkonferenzen gab es auch bisher schon in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Bad Hersfeld. Nun finden sie seit Mitte Februar im KKH vor Ort statt. Dazu kommt jede Woche dienstags die Onkologin und Chefärztin Dr. Christiane Hering-Schubert vom Klinikum Eisenach für einen Tag nach Rotenburg. Unter Leitung der Spezialistin für Tumorerkrankungen besprechen sich die Chirurgen, Gastroenterologen, Radiologen und ein Pathologe aus Kassel sowie bei Bedarf ein Strahlentherapeut, welches die beste Strategie im Kampf gegen den Krebs bei dem jeweiligen Patienten ist.

Das Benchmarking (vergleichende Analyse) über das WDZ sei eine ehrliche und jährlich wiederholte Qualitätskontrolle, sagt Oechsner. Es sei auch die Grundlage einer Zertifizierung als Darmzentrum durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeral(=Bauch)chirurgie DGAV. Die aufwändige Dokumentation leiste man sich am KKH zur Sicherung der Qualität, erklärte KKH-Geschäftsführer Ulrich Hornstein.

Als Hernienzentrum ist das KKH bereits zertifiziert. Unter Hernien versteht man Brüche in der Bauchwand, zum Beispielden Leistenbruch oder Nabelbruch.

Die Chirurgie in Zahlen 

Die Operationszahlen am Rotenburger Kreiskrankenhaus sind erheblich angestiegen, wenn man sie mit dem Jahr 2010 vergleicht. Im vergangenen Jahr wurden am häufigsten Hernien (zum Beispiel Leistenbrüche) operiert: 348 mal (2010: 183). Die Gallenblase musste 202 mal entfernt werden (2010: 106). Auf 82 ist die Zahl der kolorektalen Resektionen, bei denen ein Teil des Darms entfernt wird, gestiegen - von 17 im Jahr 2010. Die Hälfte der Darmoperationen betraf bösartige Tumoren. Die Fallzahlen in der Chirurgie insgesamt sind von 1760 im Jahr 2010 auf 2053 im vergangenen Jahr gestiegen.

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