Votum einstimmig

Rotenburger Haushaltsdebatte drehte sich um HKZ, Ärzte und Straßenbeiträge

Das Foto zeigt das Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ) in Rotenburg
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Das HKZ bleibt Thema in der Rotenburger Kommunalpolitik.

Einstimmig haben die Rotenburger Stadtverordneten am Donnerstag den Haushaltsplan für 2022 verabschiedet.

Rotenburg – In der vorhergehenden Debatte wurden erwartungsgemäß grundsätzliche Themen, die die Stadt bewegen, angesprochen. Die Zukunft des Herz- und Kreislaufzentrums als Teil des Klinikums Bad Hersfeld gehört ganz sicher dazu: Deutlich wurde, dass die Stadtverordneten in Rotenburg bei diesem Thema nicht locker lassen wollen.

„Wir werden weiter den Finger in die Wunde legen und bitten alle Kolleginnen und Kollegen, sich in ihren Kreistagsfraktionen Gehör zu verschaffen, um die kardiologische Notfallversorgung in Rotenburg zu erhalten“, sagte etwa UBR-Fraktionsvorsitzender Mario Knoch. Er verteilt Seitenhiebe: Von der SPD gebe es nur Worte, keine Taten. Resolutionen seien auf UBR-Initiative verabschiedet worden. Und die CDU habe überhaupt erst vor Kurzem erkannt, dass das HKZ erhalten werden müsse, sagte Knoch.

Rotenburger Parlament und Magistrat nach der Kommunalwahl 2021

Thomas Nölke (SPD), Stadtverordnetenvorsteher in Rotenburg
Thomas Nölke (SPD), Stadtverordnetenvorsteher in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Sebastian Münscher, SPD-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg
Sebastian Münscher, SPD-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Karin Frankfurt, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg
Karin Frankfurt, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Jens Schönewolf, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg
Jens Schönewolf, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Claudia Reiners, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg
Claudia Reiners, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Dieter Stricker, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg
Dieter Stricker, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Brigitte Künzl, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg
Brigitte Künzl, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Reiner Wollrath, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg
Reiner Wollrath, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Diana Focke-Schmitt, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg
Diana Focke-Schmitt, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Markus Vöckel, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg
Markus Vöckel, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Christiane Ringer, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg
Christiane Ringer, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Michael Adam, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg
Michael Adam, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg © SPD
Jonas Rudolph, CDU-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg
Jonas Rudolph, CDU-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Eva Pippert, CDU-Stadtverordnete in Rotenburg
Eva Pippert, CDU-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Andreas Börner, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg
Andreas Börner, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Heiko Blankenbach, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg
Heiko Blankenbach, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Marion Wolf, CDU-Stadtverordnete in Rotenburg
Marion Wolf, CDU-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Katrin Zimmer, CDU-Stadtverordnete in Rotenburg
Katrin Zimmer, CDU-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Jonas Grunwald, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg
Jonas Grunwald, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Johannes Linke, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg
Johannes Linke, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Bernd Rudolph (62), CDU-Stadtverordneter in Rotenburg
Bernd Rudolph, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Mario Knoch, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Bürger Rotenburgs (UBR)
Mario Knoch, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Bürger Rotenburgs (UBR) © Silke Schäfer-Marg
Hartmut Grünewald, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg
Hartmut Grünewald, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Dr. Wolf Goetze, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg
Dr. Wolf Goetze, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Ute Gering, UBR-Stadtverordnete in Rotenburg
Ute Gering, UBR-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Wilfried Roß, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg
Wilfried Roß, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Barbara Brinkmann, UBR-Stadtverordnete in Rotenburg
Barbara Brinkmann, UBR-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Martin Heß, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg
Martin Heß, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Mechthild Müller, UBR-Stadtverordnete in Rotenburg
Mechthild Müller, UBR-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Marcus Weber, FDP-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg
Marcus Weber, FDP-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Tobias Speckhaus, FDP-Stadtverordneter in Rotenburg
Tobias Speckhaus, FDP-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Die Sitzverteilung in der Rotenburger Stadtverordnetenversammlung nach der Kommunalwahl 2021.
Die Sitzverteilung in der Rotenburger Stadtverordnetenversammlung nach der Kommunalwahl 2021. © HNA Grafik
Christian Grunwald (CDU), Bürgermeister von Rotenburg
Christian Grunwald (CDU), Bürgermeister von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Ursula Ender (CDU), Erste Stadträtin im Magistrat von Rotenburg
Ursula Ender (CDU), Erste Stadträtin im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Claudius Nölke, CDU-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg
Claudius Nölke, CDU-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Dietrich Both, CDU-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg
Dietrich Both, CDU-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Heinrich Gering, UBR-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg
Heinrich Gering, UBR-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Christian Kusche, UBR-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg
Christian Kusche, UBR-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Klaus Troch, SPD-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg
Klaus Troch, SPD-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Elvira Walter-Rosner, SPD-Stadträtin im Magistrat von Rotenburg
Elvira Walter-Rosner, SPD-Stadträtin im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Volker Willing, SPD-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg
Volker Willing, SPD-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg

CDU-Fraktionsvorsitzender Jonas Rudolph ging Landrat Torsten Warnecke an, über dessen 100-Tage-Interview er sich geärgert habe. Warnecke hatte nicht Gesundheitsversorgung und das Klinikum als aktuelle Arbeitsthemen benannt. „Mit Stracke verteilen, worüber er anscheinend lieber redet, wird das Klinikum nämlich nicht gerettet“, sagt Rudolph.

Marcus Weber, Sprecher der Zwei-Mann-FDP-Fraktion wies drauf hin, dass seine Parteifreunde im Kreistag bereits Vorschläge zur Rettung des HKZ gemacht hätten, etwa über eine Privatisierung. SPD-Fraktionsvorsitzender Sebastian Münscher nannte es paradox, dass es von Bund und Land Fördermittel dafür gebe, die Zahl der Krankenhäuser zu senken – zulasten des ländlichen Raums. Gerade jetzt habe sich gezeigt, dass das Land ohne ausreichende Kapazitäten und qualitative Angebote nicht so gut durch die Pandemie gekommen wäre.

Richtig stolz sind die Stadtverordneten auf das von ihnen vorgelegte 250.000 Euro schwere Programm zur Ansiedlung von Arzt- und Facharztpraxen. Das wird jedoch im nächsten Jahr auf Antrag der UBR um 50.000 Euro gekürzt, um mit diesem Geld zwei halbe Stellen für Hilfspolizeikräfte zu schaffen (wir berichteten).

Noch mit einem Sperrvermerk versehen sind 22.000 Euro für ein Informationsblatt, das der Magistrat auf Antrag der CDU-Fraktion herausgeben soll. Jeder Haushalt soll demnach ein solches Heftchen mit amtlichen Bekanntmachungen und Berichten über aktuelle Entwicklungen zugeschickt bekommen. Es geht dabei um Informationen, die auch über die digitalen Medien der Stadtverwaltung, der MER und der Stadtwerke bekannt gemacht werden. Der Haupt- und Finanzausschuss wird im Frühjahr endgültig über die Veröffentlichung des Blatts entscheiden.

Verbale Prügel für die SPD gab es von CDU und UBR für die 2021 von der SPD initiierte Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, die eben nicht – wie von den Sozialdemokraten angegeben – für mehr Gerechtigkeit sorgen würden. Denn die Anwohner von etwa 50 Kilometern dringend sanierungsbedürftiger städtischer Straßen müssten weiterhin Huppe-Delle-Loch fahren. Ohne Beiträge sei die Sanierung schlicht nicht finanzierbar. Einen gigantischen Investitionsstau von 50 Millionen Euro schiebe die Stadt damit vor sich her, kritisierte Mario Knoch. Von der CDU hieß es, die SPD habe sich für die Abschaffung feiern lassen und sei bis heute die Antwort schuldig geblieben, wie Straßenausbau finanziert werden sollte. Der Hinweis, das Land müsse dies tun, bringe jedenfalls keine Lösung.

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