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Lispenhäuser Heinz Schlegel erhält Verdienstkreuz Erster Klasse

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Von: Manfred Schaake

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Heinz Schlegel mit Landrat Torsten Warnecke (rechts) und Vizelandrat Dirk Noll.
Heinz Schlegel mit Landrat Torsten Warnecke (rechts) und Vizelandrat Dirk Noll. © Kreisverwaltung Hersfeld-Rotenburg

Kaum jemand in der Region hat sich ehrenamtlich so engagiert wie Heinz Schlegel aus Lispenhausen. Dafür bekam der 84-Jährige jetzt die bisher höchste Auszeichnung seines Lebens.

Lispenhausen – Das besondere ehrenamtliche Engagement von Heinz Schlegel aus Lispenhausen hat jetzt auch eine besondere Würdigung erfahren. Der 84-jährige Hauptmann außer Dienst bekam die bisher höchste Auszeichnung seines Lebens. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh ihm „in Anerkennung der um Staat und Volk erworbenen besonderen Verdienste“ das Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Landrat Torsten Warnecke überreichte die Auszeichnung in Bad Hersfeld. Bereits 1998 hatte der CDU-Politiker das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Er ist auch Träger der Ehrenplakette der Stadt Rotenburg und des Hessischen Verdienstordens.

„Was Heinz Schlegel im Landkreis Hersfeld-Rotenburg geleistet hat, ist beispiellos“, sagte der Landrat. Seit 50 Jahren habe Schlegel die Kommunalpolitik geprägt: „Er hatte großen Anteil daran, dass Hersfeld und Rotenburg zusammengewachsen sind. Dies gebührt Anerkennung und größten Dank.“

Vorbild und Kämpfer

Schlegel wurde bereits mehrfach als Vorbild gewürdigt und als Kämpfer bezeichnet. Er war ein Politiker mit Leib und Seele. „Ich hatte viele schöne Erlebnisse“, sagt er heute. Was ihn aber besonders schmerzt, ist die Schließung des Bundeswehr-Standorts Rotenburg, der im Zuge der Reform sogar mal Sitz der heute in Stadtallendorf stationierten Division werden sollte.

Ringen um den Bundeswehr-Standort

Heinz Schlegel stand als Erster an vorderster Front, als der damalige Bundesverteidigungsminister Scharping (SPD) Ende Januar 2001 das Aus der Bundeswehr verkündet hatte. Der damalige CDU-Stadtrat war Mitbegründer der Bürgerinitiative „Rettet den Standort Rotenburg“, schrieb Briefe, hängte Protestplakate auf, war Mitorganisator einer Demo. Zusammen mit Helga Patan und Detlef Stunz präsentierte sich Schlegel drei Wochen später mit erhobenem Daumen am Brückengeländer. „Der Bundeswehrstandort Rotenburg ist gerettet!!! Der Einsatz hat sich gelohnt“, stand auf dem Transparent.

Geschafft: Detlef Stunz, Helga Patan und Heinz Schlegel im Februar 2001 beim Aufhängen des Transparents über der Bundesstraße 83. Sie verkünden die Rettung des Bundeswehrstandorts Rotenburg.
Geschafft: Detlef Stunz, Helga Patan und Heinz Schlegel im Februar 2001 beim Aufhängen des Transparents über der Bundesstraße 83. © Manfred Schaake

Nachdem Scharping unter dem gewaltigen politischen Druck Waldhessens und auch unter dem Vorwurf, die Menschen belogen und betrogen zu haben, den Erhalt der Bundeswehr Rotenburg verkündet hatte, richtete der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth einen „ausdrücklichen Dank“ auch an Heinz Schlegel und Ex-Bürgermeister Hans-Otto Gleim (CDU). Geschlossen wurde der Standort dann unter der CDU-Regierung.

Höhen und Tiefen durchstanden

Landes-Ehrenbrief, die Ehrennadel der Bundeswehr in Gold oder andere Auszeichnungen waren äußere Zeichen des Dankes an Schlegel. Der sei auch ein Vorbild für junge Menschen, hat der frühere Rotenburger Stadtverordnetenvorsteher Günter Ermel (SPD) betont. Schlegel war Stadtverordneter, Stadtrat und von 1981 bis 1993 Vizebürgermeister. Altbürgermeister Adam Stephan (SPD) habe ihn „väterlich geleitet“, hat Schlegel formuliert. Mit Bürgermeister Gleim habe er „alle Höhen und Tiefen durchgestanden“.

Als das Panzergrenadierbataillon 52 im Jahre 1960 in die Alheimerkaserne einzog, gehörte Heinz Schlegel zu den Männern der ersten Stunde. Der Schreinergeselle war am 1. Oktober 1956 in die Bundeswehr eingetreten. 1991 schied er aus. Bis 1997 absolvierte der ausgebildete Fallschirmjäger pro Jahr zwei Wehrübungen. Beim 40. Dienstjubiläum berichtete ein Oberstleutnant, Schlegel hätte bei den 20-Kilometer-Märschen alle 19- und 20-Jährigen hinter sich gelassen.

Heinz Schlegel auf einem Foto am Fuldawehr in Rotenburg auf dem Balkon seines Hauses in Lispenhausen.
Heinz Schlegel auf einem Foto am Fuldawehr in Rotenburg auf dem Balkon seines Hauses in Lispenhausen. © Manfred Schaake

Endlose Liste der Ehrenämter

Es würde jeden Bericht sprengen, all die Ehrenämter von Schlegel aufzuzählen. Der gebürtige Würzburger ist seit 1970 CDU-Mitglied, arbeitete Jahrzehnte auch auf Kreisebene im Vorstand mit. Er war Mitglied des Jugendhausbeirates in Rotenburg und des verteidigungspolitischen Ausschusses der CDU.

Seit 1977 gehört Heinz Schlegel dem Landesjagdverband an, engagierte sich in der Hegegemeinschaft, in der Jägervereinigung und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Er war Jagdaufseher, Vogelschutzbeauftragter, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, Vorstand und Präsident des Lions-Clubs, Schöffe, Kreistagsabgeordneter, Vorstandsmitglied im Abfallwirtschafts-Zweckverband und Gründungsmitglied der Bürgerhilfe Rotenburg.

(Manfred Schaake)

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