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Keine Kardiologie am Rotenburger Kreiskrankenhaus

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Von: Sebastian Schaffner

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Das Kreiskrankenhaus Rotenburg (KKH) auf dem Emanuelsberg.
Das Rotenburger Kreiskrankenhaus auf dem Emanuelsberg. © René Dupont

Am Rotenburger Kreiskrankenhaus wird es keine Kardiologie geben. Das sei nicht nötig, weil keine Versorgungslücken entstehen, begründet das Land die Ablehnung.

Rotenburg – Das Land Hessen hat den Plänen des Rotenburger Kreiskrankenhauses (KKH), eine eigene Kardiologie aufzubauen, eine Absage erteilt. Das hat das Sozialministerium auf Nachfrage unserer Zeitung mitgeteilt.

HKZ-Umzug sollte kompensiert werden

Eingesetzt dafür hatte sich das vom Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf betriebene Haus, um den geplanten Abzug der akutmedizinischen Abteilungen des Herz-Kreislauf-Zentrums 2025/2026 aus Rotenburg nach Bad Hersfeld zu kompensieren – vor allem mit Blick auf die Notfallversorgung bei Herzinfarkten.

Zuerst 40 Betten geplant

Die vor einem Jahr dem Ministerium vorgestellten Pläne sahen einen rund 20 Millionen Euro teuren Neubau vor. Erst war von 40 Betten, darunter auch Intensivbetten und zwei Herzkatheterplätze, die Rede, später noch von 25. Nun steht fest: Daraus wird nichts.

Nach Ansicht des Ministeriums würden nach dem HKZ-Umzug „keine Versorgungslücken entstehen, auch nicht bei der Versorgung von kardiologischen Notfällen“. Deshalb sei der Aufbau einer kardiologischen Fachabteilung mit Herzkatheterlabor im KKH „nicht erforderlich“.

„Betroffene Orte sind die Verlierer“

„Wir haben alles versucht“, sagt Dr. Martin Oechsner, medizinischer Geschäftsführer des KKH. „Wir wollten auf gewisse Notstände hinweisen und die Augen öffnen.“ Die Antwort aus Wiesbaden „akzeptieren wir natürlich“, betont Oechsner. „Der Verlierer sind auch nicht wir als Kreiskrankenhaus“, sagt der medizinische Geschäftsführer, „die großen Verlierer sind die Stadt Rotenburg und die im Nordwesten angrenzenden Ortschaften.“

Eine drohende Versorgungslücke vor allem im Bereich Alheim, Morschen und Spangenberg, mit der Unterstützer der Kardiologiepläne stets argumentiert hatten, sieht das Ministerium nicht.

„Längere Fahrzeiten können kompensiert werden“

Mit der Verlagerung des HKZ in die Kreisstadt entstünden nach Einschätzung der zuständigen Rettungsdienstträger „zwar etwas längere Fahrtzeiten der Rettungsdienste“, so das Ministerium. Diese könnten jedoch durch „schnellstmögliche präklinische Diagnostik seitens des Rettungsdienstes und einer zügigen Voranmeldung des kardiologischen Notfallpatienten durch die Rettungsleitstelle in einem Krankenhaus mit freier Versorgungskapazität im Herzkatheterlabor kompensiert werden“.

Landrat will sich vorerst nicht äußern

Landrat Torsten Warnecke (SPD), der auch Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums ist, wollte sich auf Anfrage unserer Redaktion vorerst nicht zur Entscheidung des Ministeriums äußern. (Sebastian Schaffner)

„Kardiologische Expertise bleibt“

Die Pläne, eine eigene Kardiologie mit Katheterplätzen für Herzinfarkte ans Rotenburger Kreiskrankenhaus (KKH) zu bekommen, sind gescheitert. „Unser kardiopulmonales Zentrum werden wir aber selbstverständlich weiter betreiben“, sagt der medizinische Geschäftsführer Dr. Martin Oechsner, „das Kreiskrankenhaus bietet also auch künftig kardiologische Expertise an.“ Das KKH, ein Akutkrankenhaus der Grund- und Regelversorgung, verfügt über insgesamt 183 Betten.  (ses)

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