Aktion des Familienbeirats

Rotenburg: Kochen und Kennenlernen in der offenen Küche

Gemeinsame Aktivität in der Küche: Deutsche und ausländische Familien lernten sich beim Kochen auf dem Rotenburger Jugendhof kennen. Fotos: Achim Meyer

Rotenburg. Familien verschiedener Nationen in einer Küche - das gab es beim "Offenen Kochen" im Rotenburger Kreisjugendhof.

Ein wildes Durcheinander herrscht in der offenen Küche des Rotenburger Jugendhofs: Männer und Frauen schneiden Zwiebeln oder hacken Knoblauch, dazwischen wuseln Kinder umher und helfen dabei, in einer großen Schüssel den Nachtisch vorzubereiten. Auf Einladung des Familienbeirats haben sich Familien verschiedener Nationen zur internationalen Mitmachküche getroffen. Auf dem Speiseplan: indisches Chicken Korma.

Das ist eine Art Curry-Gericht mit Hühnerbrust und vielen Gewürzen wie Nelke, Koriander, Kreuzkümmel und Kurkuma. Khadija Khalid hatte es vorgeschlagen. Die 28-Jährige stammt aus Pakistan, kam vor zehn Jahren nach Europa und lebt seit nun vier Jahren in Rotenburg. Das Chicken Korma sei ein Gericht, das in ihrer früheren Heimat bei Festen zubereitet werde, etwa bei Hochzeiten oder Trauerfeiern. Dazu werde ein spezielles Brot gebacken, erklärt Khalid, aber: Basmatireis tue es auch.

Exotische Gewürze

Manuel Fischer, Küchenchef auf dem Jugendhof, bereitete das gemeinsame Treffen vor und besorgte die Zutaten für das Korma sowie für ein veganes Gericht mit Tofu und den Nachtisch, ein „Shrikhand“ genanntes Joghurt-Dessert mit Rosinen, Mandeln und Kardamom. Exotische Gewürze seien problemlos erhältlich, erklärt Fischer. Und was im Supermarkt nicht vorrätig war, besorgte er in dem orientalischen Lädchen an der Rotenburger Brückengasse. Seine Kolleginnen Dagmar Knöckel und Sonja Fritsch halfen den Familien beim Kochen.

Carina Perski vom Familienbeirat der Stadt Rotenburg ist froh, dass das gemeinsame Kochen wieder zustande kam, erstmals in diesem Jahr. Einige Male in den vergangenen Jahren trafen sich Familien bereits in der Abgeschiedenheit des Jugendhofs zum Kochen. Die Idee dahinter: Durch die gemeinsame, zwanglose Aktivität finden Menschen rotz Sprachbarriere zusammen, lernen nicht nur einander, sondern auch fremdartige Gerichte kennen. Auch die Kinder kommen in Kontakt.

Die Stadt unterstützt

Die Stadt Rotenburg unterstützt das Projekt, indem sie für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die Finanzierung der Zutaten sorgt. Carina Perski wünscht sich, dass die internationale Mitmachküche zum Selbstläufer wird. Auf einer Facebook-Seite will der Familienbeirat künftig dafür werben – und sich so weiter für die Integration von Menschen aus Pakistan, Syrien und vielen anderen Ländern einsetzen.

Khadija Khalid tut von sich aus viel: Sie spricht oft mit Menschen und das nahezu perfekt auf Deutsch. Ihr Sohn Ali besucht die zweite Klasse und bringt jede Menge Hausaufgaben mit nach Hause. „Ich helfe und lerne mit ihm“, sagt Khadija Khalid.

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