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Mehr Melsunger Patienten kommen ins Kreiskrankenhaus Rotenburg

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Von: Christopher Ziermann

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Der Haupteingang des Kreiskrankenhauses Rotenburg (KKH).
Das Kreiskrankenhaus versorgt schon seit Längerem zunehmend auch Patienten, die bislang in Melsungen behandelt wurden. © Lea-Sophie Mollus

Die Schließung des Krankenhauses in Melsungen hat für das Kreiskrankenhaus Rotenburg positive Folgen, ist aber auch eine Herausforderung.

Rotenburg – Das mittlerweile für den 31. Dezember verkündete Aus des Krankenhauses in Melsungen wirkt sich bereits seit längerer Zeit auf das Kreiskrankenhaus in Rotenburg aus – positiv. Das könnte sich nun noch verstärken. Allerdings ist die Entwicklung auch eine Herausforderung. Das erklärt Dr. Martin Oechsner, medizinischer Geschäftsführer des KKH, auf Nachfrage unserer Zeitung.

„Wir behandeln schon seit einigen Monaten merklich mehr Patienten aus dem Raum Melsungen. Das betrifft auch Operationen, Gebrechen aller Art“, sagt Oechsner. Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle. Einerseits gibt es Direktverlegungen von Melsungen nach Rotenburg, andererseits ist auch die Zahl der Überweisungen von niedergelassenen Ärzten gestiegen. Vor allem aus Morschen, aber auch aus Spangenberg, Malsfeld und Melsungen. „Das ist für uns aus wirtschaftlicher Sicht natürlich interessant. Es ist eine Erweiterung unseres Einzugsgebietes.“

Viele Pflegekräfte haben sich beworben

Außerdem sind zuletzt verstärkt Bewerbungen von Angestellten des Melsunger Krankenhauses eingegangen – weniger von Ärzten, aber viele von Pflegekräften. Das helfe natürlich, so Oechsner. Schließlich müsse man Personaluntergrenzen einhalten. Da gelte es auch, vorzusorgen. „Wir bekommen aber auch Bewerbungen von Angestellten anderer Krankenhäuser. Die stark gestiegenen Fahrtkosten spielen da eine Rolle. Das Karussell dreht sich“, sagt Oechsner. Es gibt auch Mitarbeiter, die das KKH aus diesem Grund verlassen, auch wenn die Geschäftsführung versucht, dem mit Benzingutscheinen entgegenzusteuern.

Schwalmstadt weiter entfernt als Rotenburg

Der Melsunger Klinikbetreiber Asklepios möchte die Patienten seinem Standort in Schwalmstadt zuführen. Der ist aber für die meisten Einwohner im Einzugsgebiet des Melsunger Krankenhauses weiter entfernt als Rotenburg. „Dass eine Klinik-Kette als Privatunternehmen versucht, die Wege zu bahnen, ist normal. Die Patienten können aber selbst entscheiden, wo sie behandelt werden wollen“, sagt Oechsner. „Wir stehen zur Versorgung bereit. Allerdings sind wir personell auch an unseren Grenzen. Die Grippewelle trifft auch unsere Mitarbeiter. Es ist also nicht nur so, dass man sich da die Hände reibt, wenn mehr Patienten kommen.“

Besser für alle Beteiligten wäre es gewesen, wenn die Klinik in Melsungen weiter geöffnet hätte, so Oechsner. Man könne nicht kurzfristig mehr Personal einstellen – denn das müsse man auch finanzieren. „Meistens ist es so, dass der Personalschlüssel der Patientennachfrage folgt. Erst wenn dauerhaft mehr Patienten kommen, kann man über eine Aufstockung reden.“

(Christopher Ziermann)

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