1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra
  4. Rotenburg (an der Fulda)

Angeblicher Gasaustritt in Rotenburg: Missbrauch von Warn-App führte zu Großeinsatz

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christopher Ziermann

Kommentare

Ein Fahrzeug der Feuerwehr
In Rotenburg ist es zu einem nächtlichen Großeinsatz gekommen. © Daniel Bockwoldt

Laut LKA hat es zuletzt in Nord- und Osthessen weitere Einzelfälle gegeben, in denen die Polizei nach Gefahren-Meldungen über die Nora-App wegen des Verdachts des Missbrauchs ermittelt.

Rotenburg – Zu einem Großeinsatz sind am 23. Dezember um 3 Uhr morgens 45 Einsatzkräfte in die Rotenburger Breitenstraße ausgerückt. Dort sollte Gas ausgetreten sein. Schnell war klar: Fehlalarm. Nun bestätigt die Polizei auf Nachfrage: Zustande gekommen ist der Einsatz durch den Missbrauch der Warn-App Nora. Über diese App können Notrufe ohne Telefonat abgesetzt werden. Sie ist besonders für Menschen mit Sprach- oder Hörbehinderung gedacht. Überregional war es so zuletzt immer wieder zu falschen Alarmen gekommen.

Vor Ort waren neben der Rotenburger Feuerwehr auch eine Messgruppe aus Bad Hersfeld, Notarzt, Rettungswagen und Polizei. Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut schätzt die Kosten des Einsatzes auf einen vierstelligen Betrag. Schlimmer als das Monetäre sei aber die gesundheitliche Gefahr in solchen Fällen – wenn es nämlich zu echten Notfällen komme, während Einsatzkräfte wegen eines mutwilligen Notrufmissbrauchs gebunden seien. Fehlalarme gibt es häufig, etwa durch Rauchmelder. Einen bewusst per App ausgelösten Fehlalarm habe es in Rotenburg aber zuvor noch nicht gegeben.

Nun wird ermittelt, wer den falschen Alarm mit seiner Meldung ausgelöst hat. Das Polizeipräsidium Osthessen verweist diesbezüglich an das Landeskriminalamt LKA. Wie wahrscheinlich ein Fahndungserfolg sei, könne man nicht pauschal sagen, sagt eine Pressesprecherin des LKA auf Nachfrage unserer Zeitung. Das hänge von der jeweiligen Spurenlage und den sicherzustellenden Daten im Einzelfall ab.

Laut LKA hat es zuletzt in Nord- und Osthessen weitere Einzelfälle gegeben, in denen die Polizei nach Gefahren-Meldungen über die Nora-App wegen des Verdachts des Missbrauchs ermittelt. Diese Ermittlungen dauern an, daher würden derzeit keine weitergehenden Auskünfte erteilt. (Christopher Ziermann)

Auch interessant

Kommentare