Start auf Dickenrück und in Mündershausen

Barrierefrei in den Bus: In Rotenburg müssen 75 Haltestellen umgebaut werden

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Das Ende der Bucht: Ein Teilbereich der bislang großzügigen Haltebucht soll angehoben werden, damit ein stufenloser Einstieg in den Bus ermöglicht wird. Der Bus hält demnach im fließenden Verkehr.

Alle 75 Bushaltestellen im Rotenburger Stadtgebiet und in den Stadtteilen müssen im Verlauf der nächsten zehn Jahre barrierefrei gestaltet werden.

Es ist ein großes Projekt, das da auf die Stadt zukommt. Das Personenbeförderungsgesetz wurde bereits 2016 entsprechend geändert, Ziel ist es, die Barrierefreiheit bis 2022 landesweit durchzusetzen. Im Landkreis geht es um 950 Haltestellen. Die Einhaltung der Frist, so sagt Berthold Licht vom Stadtbauamt, ist schon aufgrund der Rahmenbedingungen nicht möglich. Anmeldefristen (ein Jahr im Voraus) und eigentliche Antragstellung sowie Prüfung durch das Kompetenzzentrum von Hessen mobil in Kassel lassen so schnelles Handeln gar nicht zu. Der NVV bietet eine Beratung für eine Prioritätenliste an.

In Rotenburg geht es um ein Kostenvolumen von zwei Millionen Euro. Maximal 75 Prozent der Baukosten und 50 Prozent der Planungskosten werden vom Land getragen.

In Rotenburg ist geplant, ab 2020 pro Jahr etwa sechs Bushaltestellen umzugestalten. Ohne das Förderprogramm abzuwarten, einfach, weil es sinnvoll ist, werden schon jetzt Bushaltestellen auf dem Dickenrück und in Mündershausen entsprechend gestaltet. Denn sowohl die Kreisstraße auf dem Dickenrück als auch die Landesstraße nach Mündershausen werden derzeit und demnächst saniert. Da sei es sinnvoll, die notwendigen Arbeiten gleich zu integrieren, erklärt Licht.

Im nächsten Jahr soll es offiziell mit dem Umbauprogramm losgehen.

Wie wird gebaut?

Vorgesehen sind sogenannte „Kaps“. Das heißt, es wird keine Einbuchtungen neben den Straßen mehr geben, sondern der Bordstein wird direkt am Fahrstreifen liegen. Verlegt werden etwa 20 Zentimeter hohe Bordsteine (Kasseler Sonderbord), von denen aus man direkt, auch mit Rollstuhl oder Rollator sowie Kinderwagen, in den Bus einsteigen kann.

Erforderlich ist es, die Warteflächen für die Fahrgäste in der Höhe entsprechend anzupassen, sprich anzuheben. Diese Flächen sollen aber nicht identisch mit dem Gehweg sein, damit Fußgänger nicht durch Wartende behindert werden.

Beispiel Marktplatz

Derzeit gibt es eine großzügig dimensionierte Busbucht direkt vor dem Marktplatz, die auch gerne mal von Autofahrern als Kurzparkplatz genutzt wird. Diese Bucht wird es nach der Umgestaltung nicht mehr geben. In einem verkürzten Bereich direkt bei der Haltestelle wird die Fläche angehoben.

Die Busse halten im fließenden Verkehr und lassen Fahrgäste ein- und aussteigen. Autos müssen dahinter warten. Die Busse können anschließend weiterfahren, ohne sich einfädeln zu müssen. Das soll für mehr Sicherheit der Passagiere sorgen und auch signalisieren, dass der öffentliche Nahverkehr Vorrang hat.

Wartebereich: Dorthin, wo jetzt der Bushalteplatz an der Breitenstraße ist, soll der Wartebereich für Fahrgäste ausgeweitet und angehoben werden.

Auch auf der gegenüberliegenden Seite soll die Fläche, die jetzt als Anfahrtstelle für Busse aufgemalt ist, umgestaltet werden, die Busse halten auch dort anschließend im fließenden Verkehr. Die Gegebenheiten vor Ort, zum Beispiel die Zufahrt zum Marktplatz in Ausnahmefällen oder benachbarte Einfahrten, müssen in die Planung einbezogen werden.

Die Barrierefreiheit bezieht sich nicht nur auf Gehbehinderungen. Die Gestaltung der Flächen muss zum Beispiel auch für Sehbehinderte eine problemlose Orientierung ermöglichen. Das geschieht zum Beispiel durch sogenannte Merkstreifen.

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