Diakonie-Pflegezentrum in Rotenburg feiert zehnjähriges Jubiläum

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Zehn Jahre Pflegezentrum der Diakonie in Rotenburg: Bürgermeister Christian Grunwald lobt die engagierte Tätigkeit der Pflegekräfte und dankt Mitbegründerin Ursula Dangschat.

Rotenburg. Das Pflegezentrum der Diakonie in Rotenburg feierte sein zehnjähriges Jubiläum.

Kann man „Kindergeburtstag“ feiern und auf ein Achteljahrtausend Tradition zurückblicken? Das vor zehn Jahren gegründete Rotenburger Pflegezentrum der Diakonie macht es vor.

Die durch die Stadt eilende, legendäre Gemeindeschwester Elfriede und deren seit 1889 wirkende Vorgängerinnen vor Augen, haben die Gründermütter und -väter um Schwester Ursula Dangschat und Dekanin Gisela Strohriegl die Pastorin und Autorin Cornelia Coenen-Marx in die Jakobikirche eingeladen. Sie soll der „Seele des Sozialen“ nachspüren.

Die pensionierte Oberkirchenrätin bezieht sich in ihrem Festvortrag gern auf die Rotenburger Ehrenbürgerin und ordnet der bis 1990 „ohne Stellenbeschreibung“ tätig gewesenen Diakonisse die Prädikate „Gute Seele - Eine, die immer Rat weiß - Kitt im sozialen Netz der Kirchengemeinde“ zu. Sie sei vollständig mit ihrer Aufgabe verbunden gewesen, habe in jedem hilfsbedürftigen Menschen den ihr begegnenden Gott gesehen und in ihrer Tätigkeit den Sinn ihres Lebens.

Engagiert für die Pflege: Cornelia Coenen-Marx, Ursula Dangschat, Gisela Strohriegl, Sean Euler (Diakonisches Werk Hessen), Jutta Preiß-Völker (Zweckverband Diakonie der Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg).

„Auch heute werden Netze und Menschen, die als Quartiersmanager agieren, gebraucht, damit die Hilfe- und Pflegebedürftigen in ihrem angestammten Wohnquartier bleiben können“, unterstreicht die ehemalige Vorsteherin der Kaiserswerther Schwesternschaft. Sie beklagt, dass das Pflegeversicherungsgesetz die Gemeindeschwester zur reinen Pflegekraft gemacht und die von ihr geleistete Seelsorge und Sozialarbeit und Seelsorge „abgespalten“ habe. Und sie stellt heraus, dass Pflege immer noch zu wenig Wertschätzung erfahre: „Pflege muss vergleichbar gut wie ein Handwerk bezahlt werden!“ Darüber hinaus sei es wichtig, dass die immer professioneller geleistete Arbeit nicht von der Seele abgekoppelt werde: „Es darf nicht sein, dass eine Pflegekraft immer mehr „vereisen“ muss, um sich vor „Überhitzung“ und „Burnout“ zu schützen!“ Mit Blick auf die Führung einer Sozialstation stellt sie fest, dass diese neben dem Wohl der Patienten auch die berufliche Zufriedenheit der Mitarbeitenden und deren Aufgehobensein im Team im Auge behalten müsse: „Es darf nicht sein, dass Menschen, die andere Menschen begleiten, selbst in hohem Maße Verunsicherung erleben!“

Cornelia Coenen-Marx sieht Pflege als engagiertes, von Fachwissen und gutem Management getragenes, spirituell tief verankertes „Beziehungshandeln“, bei dem es nicht ohne Beziehung geht. In diesem Sinne wünscht sie den Mitarbeitenden des Pflegezentrums eine offene und unterstützende Kirchengemeinde und viele Ehrenamtliche, die sich mit ihnen um ihre Mitmenschen kümmern.

Für die Gemeinden, in denen das Pflegezentrum tätig ist, gratuliert Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald. Er bescheinigt den Schwestern und weiteren Mitarbeitern, dass sie ihr Leitbild leben: „Ihr Beruf ist Ihnen Berufung!“ Ein schöneres Kompliment kann es nicht geben.

Von Wilfried Apel

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