1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra
  4. Rotenburg (an der Fulda)

Platz für 14 neue Lehrsäle auf dem Gelände der Bundespolizei in Rotenburg

Erstellt:

Von: Christopher Ziermann

Kommentare

Das alte Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Alheimer-Kaserne liegt direkt vor der Mensa und wird derzeit abgerissen. Dort sollen neue Lehrsäle für die Bundespolizei entstehen.
Das alte Wirtschaftsgebäude liegt direkt vor der Mensa und wird derzeit abgerissen. © Christopher Ziermann

Die Schüler der Bundespolizei in Rotenburg werden in Zukunft in neuen Lehrsälen unterrichtet. Die Vorarbeiten laufen. Das ist aber nur eine von vielen Baustellen.

Rotenburg – Die ehemalige Alheimer-Kaserne bekommt eine Generalüberholung. Derzeit wird eines der wenigen Gebäude abgerissen, die man von der Dickenrücker Straße aus sieht: das alte Wirtschaftsgebäude, das seit 2014 nicht mehr in Betrieb ist. Es ist eine von vielen Baustellen.

Unterkünfte mit Hochdruck renoviert

Als die damalige Hessische Erstaufnahmeeinrichtung Anfang 2020 als neuer Schulstandort der Bundespolizei verkündet wurde, waren viele der Gebäude veraltet. Um rechtzeitig für den Ausbildungsbeginn 2021 bezugsfertig zu sein, waren mehrere Unterkunftsgebäude mit Hochdruck renoviert worden, viele Lehrveranstaltungen finden aber bislang in einem großen Containergebäude statt. Bis 2025 soll dort, wo derzeit das Wirtschaftsgebäude abgerissen wird, nun ein Lehrsaalgebäude entstehen: gleich unterhalb der Mensa, keine 50 Meter vom Eingang des Kasernengeländes entfernt.

Von dort aus ist bislang kaum etwas zu sehen. Die Abrissarbeiten haben an der Rückseite begonnen. Vorarbeiten laufen bereits seit September. Unter anderem müssen Materialien wie Dämmwolle, Dachpappe und Holz getrennt werden. Dafür sorgt das Unternehmen „Abbruch, Sanierung, Recycling“ aus Eschwege. Im Januar sollen die Abbrucharbeiten abgeschlossen sein.

Bauarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Alheimer-Kaserne in Rotenburg: Im hinteren Teil ist der Abriss des Wirtschaftsgebäudes schon weit fortgeschritten.
Im hinteren Teil ist der Abriss schon weit fortgeschritten. © Christopher Ziermann

An gleicher Stelle entsteht dann ein Lehrsaalgebäude mit 14 Sälen. Durch Modulbauweise soll das sehr zügig gehen, erklärt der Wildecker Harald Kaufmann, der für die Liegenschaftsentwicklung der Bundespolizeiausbildungsstätte zuständig ist. Demnächst wird ausgeschrieben. Das Gebäude wird zwei Etagen haben. Unterdessen läuft auch die Sanierung der Unterkunftsgebäude weiter. Es ist immer nur ein Teil des rund 400 Männer und Frauen starken Ausbildungsjahrganges in Rotenburg, während der andere Teil Stationen außerhalb der Kaserne absolviert. Dadurch können ganze Gebäude für die Sanierung freigemacht werden. Deshalb hat Rotenburg nach 2021 nun zunächst auch keinen zweiten Jahrgang bekommen. „Ab 2024 soll unser Standort unter Volllast laufen können“, sagt Christian Seckler, Leiter der Bundespolizeiausbildungsstätte in Rotenburg.

Von vorne sieht man noch nicht viel vom laufenden Abriss des Wirtschaftsgebäudes der ehemaligen Alheimer-Kaserne in Rotenburg. Unser Bild zeigt Christian Seckler, Leiter der Bundespolizeischule Rotenburg, und Harald Kaufmann, der für die Entwicklung der Liegenschaft zuständig ist.
Von vorne sieht man noch nicht viel vom laufenden Abriss. Unser Bild zeigt Christian Seckler, Leiter der Bundespolizeischule Rotenburg, und Harald Kaufmann, der für die Entwicklung der Liegenschaft zuständig ist. © Christopher Ziermann

Der Bund investiert in die Liegenschaft einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Fest zugesagt ist, dass die Bundespolizei hier bis 2031 ausbildet. Mit den Baumaßnahmen werden aber die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Alheimer-Kaserne auch darüber hinaus ein attraktiver Standort bleibt.

Damit hängt auch eine von der Stadt Rotenburg eigentlich geplante Investition zusammen, die zugunsten der Bundespolizei wieder abgeblasen wurde.

Stadt kauft Wald doch nicht zurück

Bürgermeister Christian Grunwald (CDU) hatte beim Haushaltsplanentwurf für 2023 zunächst den fünf Millionen Euro schweren Rückkauf von besonders ertragreichen Waldflächen auf dem Kasernengelände angekündigt. Der Wald ist aber auch für die Bundespolizei ein schlagkräftiges Argument für Rotenburg, zum Beispiel für Großübungen.

Die Stadt hatte in den 70er-Jahren mit dem Bund ein Rückkaufsrecht der Waldflächen vereinbart, wenn die Kaserne nicht mehr zu Verteidigungszwecken genutzt wird. Von diesem Recht wollte man nun Gebrauch machen. Stattdessen wird das Rückkaufrecht nun neu gefasst – und soll greifen, falls die Bundespolizei die Kaserne irgendwann verlässt.

(Christopher Ziermann)

Auch interessant

Kommentare