Hochschule für Finanzen und Rechtspflege

Prüfungen sorgen für Kritik: Irritation um Studierende im Rotenburger HKZ

Im Audimax des Studienzentrums mit Desinfektionsspray: Unser Foto zeigt Verwaltungsleiter Dr. Martin Träger und Direktor Karl Jennemann.
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Im Audimax des Studienzentrums mit Desinfektionsspray: Unser Foto zeigt Verwaltungsleiter Dr. Martin Träger und Direktor Karl Jennemann.

Trotz Lockdowns finden Prüfungen an der Hochschule für Finanzen und Rechtspflege in Rotenburg statt - auch im HKZ. Patienten seien deshalb nicht in Gefahr, sagen die Verantwortlichen.

Rotenburg – Mit dem harten Lockdown, der seit Mittwoch coronabedingt schwere Einschnitte mit sich bringt, ist allerdings nicht alles zum Stillstand gekommen. Dazu gehören die zurzeit laufenden Zwischenprüfungen an der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege (HHFR) in Rotenburg. Und das sorgt für Irritationen.

Kritisiert wird, dass für die Prüfungen, die im Präsenzbetrieb stattfinden, in dieser Woche viele Studierende nach Rotenburg angereist sind. Untergebracht werden sie – das ist seit drei Jahren üblich – unter anderem auch im Rotenburger Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ). Das HKZ ist als „Campus III“ seit dem vergangenen Jahr fester Bestandteil im Konzept der fachtheoretischen Ausbildung in der hessischen Finanzverwaltung am Standort Rotenburg – unsere Zeitung berichtete.

„Begegnungen sind nicht auszuschließen“

„Bisher verlief dies auch weitestgehend frei von Problemen – doch aktuell wird dies insofern umso absurder, als dass Angehörige der Patienten keine Möglichkeit haben, ihren Opa, Vater oder ihre Mutter zu besuchen, dort jedoch tagtäglich junge Leute unterwegs sind, die nicht zwingend im Krankenhaus sein müssten“, schreibt ein Leser, der namentlich nicht genannt werden möchte. Natürlich werde versucht, die Hygienemaßnahmen einzuhalten und die Studierenden von den Patienten zu separieren, aber dennoch seien Begegnungen nicht auszuschließen.

Angesichts des Lockdowns sei nicht nachzuvollziehen, dass jetzt Präsenz-Prüfungen mit Studierenden aus Finanzämtern ganz Hessens geschrieben werden müssten. „Dies empfinde ich vor dem Hintergrund einer verschiebbaren Prüfung als durchaus hohes Risiko für die Patienten und Angestellten hier“, kritisiert der Leser weiter.

In separatem Bettenhaus untergebracht

Dem widerspricht Dr. Martin Träger, Verwaltungsleiter des Studienzentrums der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg: „Die von uns im HKZ untergebrachten 84 Prüfungsteilnehmer sind im separaten Bettenhaus II untergebracht und haben gar keinen Kontakt zu den Patienten, da sie ihr Gebäude über separate Eingänge betreten“, sagt Träger, der auch Kanzler der HHFR ist. Zudem würden von den sonst belegten über 300 Betten bewusst lediglich 84 genutzt, um die Studenten zu verteilen. Auch die Lehrsäle, in denen die Prüfungen geschrieben werden, befänden sich in separaten Bereichen.

Ausgefeiltes Hygienekonzept

„Seit dem Pandemiebeginn im März haben wir Studierende im HKZ untergebracht und bislang ist nicht ein einziger positiv auf Corona getesteter Student von dort aufgetreten“, sagt Träger. Das liege auch am ausgefeilten Hygienekonzept. „Es ist in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises und dem Medical Airport Service, der für das Finanzressort in Hessen in medizinischen und Arbeitssicherheitsfragen zuständig ist, erarbeitet worden“, erklärt Träger.

„Wir haben hier eine gut durchdachte Situation, von der beide Seiten profitieren“, sagt auch Arnulf Hartleitner, kaufmännischer Direktor des HKZ. Für das Konzept habe es viel Lob gegeben, da es intensiv zwischen allen Beteiligten abgestimmt worden sei. Man setze auf größtmögliche Sicherheit. „Schon bei der Anreise sind alle Prüflinge mit FFP-2-Masken ausgestattet worden, die in allen Gebäuden zu tragen sind“, sagt Träger. Von den insgesamt 480 Studierenden sind 314 in der Hochschule, 89 in der BKK-Akademie und im Hotel Silbertanne und 84 im HKZ untergebracht. Nach den Prüfungen, die bis Dienstag, 22. Dezember, dauern, reisen die Studierenden wieder ab.

Aktuelle Verordnung

„Dass die Prüfungen wie geplant stattfinden, haben wir mit dem Finanzministerium gemeinsam beschlossen“, sagt Träger. Die Prüfungen würden in kleinen Gruppen von bis zu 15 Personen unter Abstands- und Hygieneregel-Beachtung geschrieben und die Prüfungs-Gruppen blieben unter sich. „Für die staatlich vorgesehene Zwischenprüfung ist rechtlich genau geregelt, dass sie stattfinden darf, da es sich hierbei um eine sogenannte privilegierte Veranstaltung handelt“, erklärt Träger. Dies sei in der hessischen Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung ganz aktuell für den Betrieb von Hochschulen und die Abnahme von Prüfungen ausdrücklich erlaubt worden. (Peter Gottbehüt)

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