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Vier Sterne für den Fulda-Radweg von der Rhön bis nach Bad Karlshafen

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Von: Sebastian Schaffner

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Offizielle Übergabe in Rotenburg an der Fulda: Beate Heiting vom ADFC-Landesverband Hessen überreichte das Vier-Sterne-Zertifikat an Kai Bachmann (Geschäftsführer Regionalmanagement Nordhessen).
Offizielle Übergabe in Rotenburg an der Fulda: Beate Heiting vom ADFC-Landesverband Hessen überreichte das Vier-Sterne-Zertifikat an Kai Bachmann (Geschäftsführer Regionalmanagement Nordhessen). © Sebastian Schaffner

Viele schöne Etappen, eine Tour, die sich lohnt: Das sieht auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) so und hat den R1 in Rotenburg ausgezeichnet.

Hersfeld-Rotenburg – Der Fulda-Radweg R1 ist vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) am Dienstag, 29. März, in Rotenburg als „Vier-Sterne-Qualitätsradroute“ ausgezeichnet worden. Was heißt das? Ändert sich etwas für Radfahrer? Und was muss ein Radweg bieten, um fünf Sterne zu bekommen? Dazu Fragen und Antworten.

„Qualitätsradroute“ – was heißt das?

Um Radtouristen eine Orientierungshilfe zu bieten, hat der ADFC vor 16 Jahren ein Klassifizierungssystem entwickelt, das nach eigenen Angaben „anhand objektiver Kriterien einen einheitlichen Qualitätsstandard für Radfernwege definiert“. Der ADFC, ein verkehrspolitischer Verein mit bundesweit mehr als 200 000 Mitgliedern, analysiert dabei acht unterschiedlich gewichtete Kategorien: Wegebreite, Oberfläche, Wegweisung, Routenführung, Verkehrsbelastung, touristische Infrastruktur, Anbindung Bus/Bahn und Marketing. Der R1 hat bei der Verkehrsbelastung und dem Marketing fünf Sterne abgeräumt, Abzüge gab’s für die Wegebreite und die touristische Infrastruktur (drei Sterne). Unter dem Strich bleiben: vier von maximal fünf möglichen Sternen.

Hatte der Fulda-Radweg nicht schon einmal vier Sterne?

Stimmt. Ende 2011 ist der R1 schon einmal als „Vier-Sterne-Qualitätsroute“ ausgezeichnet worden. 2014 verlor der Radweg das Gütesiegel allerdings wieder. Grund war eine nicht erfolgte Nachzertifizierung der Route. Das Zertifikat lief einfach aus. Gemerkt haben Radfahrer das in der Regel aber nicht – außer auf Radkarten, in Broschüren und Radweg-Internetseiten, wo plötzlich die Hinweise auf das Gütesiegel fehlten. Im vergangenen Jahr hat der Marketing-Arbeitskreis Fulda-Radweg, zu dem unter anderem die 25 Anrainer-Kommunen des R1 zählen, unter Federführung der Regionalmanagements Nordhessen dann die erneute Zertifizierung nach ADFC-Kriterien vorangetrieben – mit Erfolg.

Ein bisschen Abkühlen können sich Radler auch beim Brunnen auf dem Rotenburger Marktplatz.
Ein bisschen Abkühlen können sich Radler auch beim Brunnen auf dem Rotenburger Marktplatz. © Grimmheimat Nordhessen

Ändert sich jetzt etwas für Radfahrer?

Nein. Das Gütesiegel hat in erster Linie Auswirkungen auf das Marketing der Radroute. Seit dem Jahr 2010 kooperieren die Städte und Gemeinden entlang der Fulda, um den R1 touristisch zu entwickeln.

Warum ist die Klassifizierung des ADFC so wichtig für den heimischen Tourismus?

„Viele Radfahrer planen ihren Urlaub gezielt entlang von Qualitätsradrouten“, sagte Beate Heiting vom ADFC Hessen, die das offizielle Zertifikat in Rotenburg an Kai Georg Bachmann, Geschäftsführer des Regionalmanagements Nordhessen, übergab. Gastgeber am Fulda-Radweg würden von der Vier-Sterne-Zertifizierung profitieren und so weitere Gäste gewinnen. Jörg Peters, Tourismusbeauftragter des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, bestätigte das: „Das ist wie beim Reifenkauf: Wer radfahren möchte, vergleicht vorher und schaut, wo es das beste Angebot gibt.“

Wie viele Vier-Sterne-Routen hat der ADFC bislang ausgezeichnet?

Der Fulda-Radweg ist der 23. mit Vier-Sterne-Klassifizierung. Die meisten liegen in Baden-Württemberg (neun). Bayern und Nordrhein-Westfalen haben sechs Vier-Sterne-Radrouten, Hessen jetzt wieder fünf, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz drei und Bremen einen – die meisten Routen führen allerdings durch mehrere Bundesländer, wie der R1 (Hessen, Niedersachsen).

Welche Radrouten in Hessen hat der ADFC noch klassifiziert?

Neben dem Fulda-Radweg führen durch Hessen auch die ebenfalls mit vier Sternen ausgezeichneten Diemelradweg (Willingen – Bad Karlshafen, 111 Kilometer), Eder-Radweg (Erndtebrück – Baunatal, 171 km), Weser-Radweg (Hann. Münden – Cuxhaven) und Neckartal-Radweg (Villingen-Schwenningen – Mannheim, 367 km). Der Lahnradweg (Netphen – Lahnstein, 244 km) hat drei Sterne.

Gibt es auch Fünf-Sterne-Radrouten?

Ja, vier Stück: den Radweg Liebliches Taubertal von Rothenburg ob der Tauber nach Wertheim am Main (102 km), die Schlossparkrunde im Allgäu (Bayern, 219 km), den Neusiedler-See-Radweg, ein 126 Kilometer langer Rundkurs in Österreich/Ungarn, und der nicht durch Deutschland führende Drauradweg (Südtirol – Kroatien, 510 km).

Was fehlt dem R1, um fünf Sterne zu bekommen?

Die fünf Sterne, also die Maximalwertung, sind in der Tat das Ziel, sagte Regionalmanagement-Chef Bachmann, der nach der Übergabe mit dem Rennrad über den R1 nach Kassel zurückgeradelt ist: „Gemeinsam mit dem Arbeitskreis und den Anrainer-Kommunen arbeiten wir an dem Ziel, den Fulda-Radweg fit für die fünf Sterne zu machen.“ Konkret gelingen kann das, indem Schwächen des R1 verbessert werden. Unter anderem sieht der ADFC noch Verbesserungspotenzial bei der Beschilderung und Breite des Radwegs. Würden etwa Büsche, die auf den Weg ragen und ihn deshalb einschränken, regelmäßig geschnitten, würde sich das bei der nächsten Zertifizierung, die immer drei Jahre gilt, positiv auswirken. Auch Poller sorgen für Punktabzüge.

(Sebastian Schaffner)

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