„Ohrenbetäubende Stille nach dem Wahlkampf“

Rotenburg will Mediziner für Praxen locken, Grunwald äußert Kritik wegen HKZ

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Um das Herz- und Kreislaufzentrum in Rotenburg ist es Bürgermeister Grunwald in der Kommunalpolitik nach der Wahl zu still geworden.

Eine viertel Million Euro will sich die Stadt Rotenburg jährlich die haus- und fachärztliche Versorgung kosten lassen.

Rotenburg – Damit sollen Praxisgründungen, -erweiterungen oder -übernahmen erleichtert werden. Einen entsprechenden Beschluss hat das Stadtparlament in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig gefasst.

Es wurde ein Unterstützungspaket geschnürt, das allen Ärzten unmissverständlich signalisiere, „Ihr seid in Rotenburg willkommen“, erklärte Bürgermeister Christian Grunwald, der sich das Projekt durchaus auch an seinen Kragen heftete. Die Sicherung der hausärztlichen Versorgung sei schon beim Bürgermeisterwahlkampf 2017 sein Thema gewesen, flocht er ein.

Rotenburger Parlament und Magistrat nach der Kommunalwahl 2021

Thomas Nölke (SPD), Stadtverordnetenvorsteher in Rotenburg
Thomas Nölke (SPD), Stadtverordnetenvorsteher in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Sebastian Münscher, SPD-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg
Sebastian Münscher, SPD-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Karin Frankfurt, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg
Karin Frankfurt, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Jens Schönewolf, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg
Jens Schönewolf, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Claudia Reiners, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg
Claudia Reiners, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Dieter Stricker, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg
Dieter Stricker, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Brigitte Künzl, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg
Brigitte Künzl, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Reiner Wollrath, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg
Reiner Wollrath, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Diana Focke-Schmitt, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg
Diana Focke-Schmitt, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Markus Vöckel, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg
Markus Vöckel, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Christiane Ringer, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg
Christiane Ringer, SPD-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Michael Adam, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg
Michael Adam, SPD-Stadtverordneter in Rotenburg © SPD
Jonas Rudolph, CDU-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg
Jonas Rudolph, CDU-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Eva Pippert, CDU-Stadtverordnete in Rotenburg
Eva Pippert, CDU-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Andreas Börner, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg
Andreas Börner, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Heiko Blankenbach, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg
Heiko Blankenbach, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Marion Wolf, CDU-Stadtverordnete in Rotenburg
Marion Wolf, CDU-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Katrin Zimmer, CDU-Stadtverordnete in Rotenburg
Katrin Zimmer, CDU-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Jonas Grunwald, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg
Jonas Grunwald, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Johannes Linke, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg
Johannes Linke, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Bernd Rudolph (62), CDU-Stadtverordneter in Rotenburg
Bernd Rudolph, CDU-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Mario Knoch, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Bürger Rotenburgs (UBR)
Mario Knoch, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Bürger Rotenburgs (UBR) © Silke Schäfer-Marg
Hartmut Grünewald, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg
Hartmut Grünewald, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Dr. Wolf Goetze, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg
Dr. Wolf Goetze, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Ute Gering, UBR-Stadtverordnete in Rotenburg
Ute Gering, UBR-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Wilfried Roß, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg
Wilfried Roß, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Barbara Brinkmann, UBR-Stadtverordnete in Rotenburg
Barbara Brinkmann, UBR-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Martin Heß, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg
Martin Heß, UBR-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Mechthild Müller, UBR-Stadtverordnete in Rotenburg
Mechthild Müller, UBR-Stadtverordnete in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Marcus Weber, FDP-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg
Marcus Weber, FDP-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Tobias Speckhaus, FDP-Stadtverordneter in Rotenburg
Tobias Speckhaus, FDP-Stadtverordneter in Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Die Sitzverteilung in der Rotenburger Stadtverordnetenversammlung nach der Kommunalwahl 2021.
Die Sitzverteilung in der Rotenburger Stadtverordnetenversammlung nach der Kommunalwahl 2021. © HNA Grafik
Christian Grunwald (CDU), Bürgermeister von Rotenburg
Christian Grunwald (CDU), Bürgermeister von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Ursula Ender (CDU), Erste Stadträtin im Magistrat von Rotenburg
Ursula Ender (CDU), Erste Stadträtin im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Claudius Nölke, CDU-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg
Claudius Nölke, CDU-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Dietrich Both, CDU-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg
Dietrich Both, CDU-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Heinrich Gering, UBR-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg
Heinrich Gering, UBR-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Christian Kusche, UBR-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg
Christian Kusche, UBR-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Klaus Troch, SPD-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg
Klaus Troch, SPD-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Elvira Walter-Rosner, SPD-Stadträtin im Magistrat von Rotenburg
Elvira Walter-Rosner, SPD-Stadträtin im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg
Volker Willing, SPD-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg
Volker Willing, SPD-Stadtrat im Magistrat von Rotenburg © Silke Schäfer-Marg

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Parlament 50.000 Euro locker gemacht für eine fachliche Begleitung durch eine Unternehmensberatung, die sich unter anderem mit dem Thema Akquise von Ärztinnen und Ärzten sowie Ansiedlungsunterstützung befasst und entsprechende Vorschläge gemacht hat. Das Unternehmen wird auch weiterhin beraten, denn es soll nicht nur Geld fließen: Hilfe gibt es auch bei Verwaltungsakten, bei den Zulassungsprozessen, bei betriebswirtschaftlichen Entscheidungen sowie bei der Suche nach geeigneten Praxisräumen und Wohnraum, bei der Suche nach einem Arbeitsplatz für Lebenspartner der Mediziner und Kita-Plätzen. Mehrfach war dementsprechend von einem „Rundum-sorglos-Paket“ die Rede. Ein kommunales medizinisches Versorgungszentrum soll allerdings nicht entstehen, betonte Grunwald.

Eckpunkte aus den Richtlinien

Umzugsunterstützung bis 3000 Euro

Zuschuss bis zu 20.000 Euro zur erstmaligen Einrichtung einer Praxis 

50-prozentiger Zuschuss für Weiterbildung von Praxispersonal bis 3000 Euro pro Person

Zuschuss zur IT-Ausstattung bis zu 3000 Euro für Versorgungsassistenten für Haus- und Heimbesuche

Zuschuss bis zu 3000 Euro eines Dienstfahrzeugs für Haus- und Heimbesuche

Mietunterstützung und zusätzlich zehn Prozent Geld mehr bei den Unterstützungsleistungen, wenn regelmäßig Haus- und Heimbesuche gemacht werden.

Einig waren sich die Stadtverordneten darin, schon jetzt zu handeln, da die medizinische Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Rotenburg im Gegensatz zu anderen Kommunen noch einigermaßen gesichert ist und die Lage noch beeinflussbar scheint.

Marcus Weber, FDP-Fraktionsvorsitzender in Rotenburg

Für eine zusätzliche Unterstützung von Hausbesuchen, auch und gerade in den Stadtteilen, hatte sich die FDP starkgemacht.

Grunwald zu HKZ: „Dröhnende Stille“

Nicht nur die ambulante, sondern auch die stationäre medizinische Versorgung in Rotenburg muss gesichert bleiben, forderte Bürgermeister Christian Grunwald im Stadtparlament und hob mahnend den Zeigefinger.

Im Wahlkampf sei mit der Forderung nach dem Erhalt des HKZ um Stimmen gekämpft worden, sagte er, ohne explizit die SPD zu nennen, die davon profitiert hatte. Das Votum der Wähler sei entsprechend eindeutig ausgefallen.

Christian Grunwald (CDU), Bürgermeister von Rotenburg

„Doch jetzt herrscht ohrenbetäubende Stille“, sagte Grunwald. Der Noch-Landrat schweige, der künftige Landrat verweise auf Land und Bund „und die SPD in Rotenburg fragt nach der Festkommission“. Die sei zwar auch wichtig, aber „wir müssen uns vor allem mit dem befassen, was die Rotenburger vor und unter der Wahl emotional bewegt hat“, meinte er, und: „Wir müssen das tun, was den Menschen versprochen wurde.“

Jetzt müsse schleunigst Druck aufgebaut werden, um die Leistungen des HKZ zu erhalten.

Dazu gehöre es, die Reihen in Rotenburg zu schließen, wie es bei der ambulanten medizinischen Versorgung geschehen sei, wo man das Heft des Handelns selbst in die Hand genommen habe. „Stille jedenfalls erhöht den Druck nicht.“

Die Kreisgremien müssten gefordert werden, zu erklären, wie das angekündigte 100-Millionen-Euro-Neubaukonzept angesichts der aktuellen Preissteigerungen umzusetzen sei, dazu noch unter einem Zeitplan bis 2024. Oder ob das Konzept auf Treibsand gebaut sei.

Dieser Druck und die Forderungen seien „überfällig“, sagte Grunwald und schimpfte, dass es eigentlich ein Unding sei, dass das Stadtparlament erst in der dritten Sitzung nach der Wahl über das Thema HKZ sprechen werde. Er selbst werde dafür sorgen und einen Antrag zur Beschlussfassung vorlegen.

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