Nur noch Lieferverkehr

Rotenburger Ausschuss diskutiert Verkehrskonzepte: SPD will Steinweg ohne Autos

Ein Jahr lang war der Steinweg in Rotenburg Baustelle, nun ist die Umgestaltung abgeschlossen. Das soll am Samstag, 18. September, mit einem Festakt gefeiert werden. Geht es nach der Kommunalpolitik, wird der Autoverkehr auf jeden Fall noch weiter eingeschränkt.
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Ein Jahr lang war der Steinweg in Rotenburg Baustelle, nun ist die Umgestaltung abgeschlossen. Das soll am Samstag, 18. September, mit einem Festakt gefeiert werden. Geht es nach der Kommunalpolitik, wird der Autoverkehr auf jeden Fall noch weiter eingeschränkt.

Dass der Rotenburger Steinweg weiterhin ständig von Autos befahren werden kann, will offenbar kein Kommunalpolitiker. Das wurde in der Ausschusssitzung am Dienstag deutlich.

Rotenburg – Allerdings gibt es in den Fraktionen unterschiedliche Ansätze. Die SPD wählt den radikalsten Schritt: „Wir wollen den Steinweg autofrei machen“, sagte Fraktionsvorsitzender Sebastian Münscher bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Nur der Lieferverkehr soll nach wie vor erlaubt bleiben, will die SPD. Um Menschen mit Gehbehinderungen den Zugang zum Steinweg zu erleichtern, sollten weitere Behindertenparkplätze am Kirchplatz, in der Nähe der Schlossapotheke und an der Straße Hinter der Mühle sowie in den Bereichen Hinterer Steinweg und Brotgasse eingerichtet werden. In der Altstadt will die SPD, anders als die übrigen Fraktionen, vorerst keine Veränderungen.

Die Sozialdemokraten stellten damit einen Änderungsantrag zum Verkehrskonzept, das die CDU zunächst allein, zuletzt aber in enger Abstimmung mit UBR und FDP erarbeitet und vorgelegt hat. Die Vertreter dieser drei Gruppierungen lehnten denn auch die SPD-Idee ab und empfahlen der Stadtverordnetenversammlung, ihrer Variante zuzustimmen.

CDU, UBR und FDP bleiben wohl bei eigenem Konzept

Die sieht vor, dass die Einfahrt mit dem Auto in den Steinweg nach der Zufahrt zum Kreisaltenzentrum nicht mehr erlaubt sein soll. Anliegerverkehr soll von Montag bis Freitag von 6 bis 17 Uhr möglich sein. Lieferverkehr bleibt ebenfalls möglich. An Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen sollen nur Fahrräder rollen dürfen.

Die Parkplätze an der Ecke Hinter der Mühle/Steinweg sowie zwei Parkplätze im Bereich Obergasse/Ecke Altstadtstraße sollten zu Kurzzeitplätzen umfunktioniert werden, also für eine Parkdauer von maximal zehn Minuten. Darüber hinaus wollen CDU, UBR und FDP, dass die Alte Fuldabrücke vom Steinweg kommend nur noch von Radfahrern, Lieferverkehr und Fußgängern genutzt werden darf. Von der Altstadtseite her soll sie nur noch für Fußgänger und Fahrradverkehr offen sein. Die Straße Am Kies von der Einmündung Neustadtstraße bis zur Ecke Brauhausstraße soll für den Autoverkehr gesperrt werden.

Verkehrskonzepte sollen Aufenthaltsqualität in der Stadt erhöhen

Ganz persönlich hätte auch CDU-Fraktionsvorsitzender Jonas Rudolph den Steinweg lieber komplett autofrei, wie er bekannte. Doch Gespräche mit Anliegern und Geschäftsleuten hätten deutlich gemacht, dass es Kompromisse geben müsse. Auch in der Altstadt soll es nach Willen von CDU, UBR und FDP Veränderungen geben, deren Kern die Umgestaltung der Altstadtstraße sein soll, inklusive Wegfall der Parkplätze dort (wir berichteten). Ziel aller Vorschläge sei es, die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu erhöhen, erklärten die Sprecher aller Fraktionen.

Die Stadtverordneten selbst können über Verkehrsregelungen nicht entscheiden, deshalb bitten sie in ihren Anträgen den Bürgermeister als Ordnungsbehörde, ihre Vorschläge umzusetzen. Deutlich gemacht wurde auch, dass keine Idee in Stein gemeißelt sei. Was davon wie machbar sein wird, müssten die Praktiker im Rathaus prüfen, erklärte UBR-Fraktionschef Mario Knoch.

Bürgermeister Christian Grunwald erklärte, es gebe technische Lösungen für eine Sperrung des Steinwegs, etwa hochfahrbare Poller. Für die könnten Anwohner und Rettungsdienste elektronische Schlüssel bekommen. Grunwald empfahl den Fraktionen, bereits im Vorfeld ihrer Anträge mit dem Ordnungsamt Kontakt aufzunehmen. (Silke Schäfer-Marg)

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