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Verrückter Professor und feine Dame: Rotenburger Ehepaar Roglin freut sich auf Annotopia

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Ganz im Stil des Steampunks: Harald und Alexandra Roglin in ihren Kostümen für Annotopia. Seine Tasche gehört eigentlich seiner Frau, passt aber perfekt zu seinem Kostüm.
Ganz im Stil des Steampunks: Harald und Alexandra Roglin in ihren Kostümen für Annotopia. Seine Tasche gehört eigentlich seiner Frau, passt aber perfekt zu seinem Kostüm. © Märthe Werder

Das Fantasy-Festival „Annotopia“ erobert am Wochenende den Schlosspark in Rotenburg.

Rotenburg – Dann werden viele bunte Gestalten unterwegs sein: Piraten, Römer, Mittelalter-Figuren und vieles mehr. Alexandra und Harald Roglin aus Rotenburg haben das Festival schon dreimal besucht. Bei ihrem vierten Besuch in diesem Jahr gibt es eine Premiere für das Ehepaar: Sie kommen zum ersten Mal kostümiert. Bereits im Jahr 2020 war das geplant, da fiel das Festival wegen Corona aber aus. Vergangenes Jahr fand das Spektakel einen Tag vor ihrem Urlaub statt. „Wir haben überlegt, ob wir überhaupt hingehen“, erzählen sie. Am Ende hat die Begeisterung für die Veranstaltung jedoch gesiegt, nur gab es wieder kein Kostüm.

„Am meisten schätzen wir die ungezwungene Art bei Annotopia“, sagt Harald Roglin. Jeder kann selbst entscheiden, wie er zum Festival kommt: komplett verkleidet, nur mit ein paar Accessoires, wie einem Hut oder auch ganz ohne ein Kostüm.

Das Ehepaar verkleidet sich im Stil des Steampunks. Dabei werden moderne und futuristische technische Funktionen mit Mitteln und Materialien aus dem viktorianischen Zeitalter verknüpft. So entsteht ein Retro-Look der Technik. Häufig vorkommende Elemente sind dampf- und zahnradgetriebene Mechanik. Auch eine Kopfbedeckung ist ein wichtiger Bestandteil. „Ich habe bei Annotopia einen tollen Hut mit einer Uhr gesehen. So einen Ähnlichen wollte ich auch haben“, erzählt der 63-Jährige. Als es dann vor vier Wochen an die Suche nach den passenden Kostümen ging, fand Harald Roglin einen Hut, der ihm gefiel. „Der musste auf alle Fälle gekauft werden“, sagt er. Viele machen ihre Kostüme für das Festival selbst, die Roglins haben ihre online gekauft für insgesamt 85 Euro. „Man kann das gekaufte Kostüm ja noch ein bisschen selbst verändern“, sagt die 55-Jährige. So ergänzt eine ihrer Handtaschen das Kostüm ihres Ehemannes.

Gemeinsam mit Freunden aus Rotenburg werden sie am Samstag den ganzen Tag im Schlosspark verbringen. „Die kommen teils verkleidet, teils ohne ein Kostüm.“ Sehen wollen sie auf jeden Fall die Lasershow.

Schon lange haben sich die beiden auch für Mittelaltermärkte interessiert. „Wir finden die Lebensweise spannend. Das fängt schon mit der Sprache an. Gehabt euch wohl gnädige Frau, zum Beispiel“, erzählt er. Das Paar verkleidet sich aber nicht bei solchen Veranstaltungen, das geschieht nun das erste Mal bei Annotopia. „Wir machen das aus Spaß an der Freude“, sagen die beiden. Zudem treffe man auch immer Gleichgesinnte.

„Es ist einfach mal etwas anderes“, sagt Alexandra Roglin. Im Alltag fährt die 55-Jährige auf Minijob-Basis Kinder zur Schule. Zuletzt hat die gelernte Hotelkauffrau in einer Wäscherei gearbeitet. Ihr Mann ist als Bauingenieur tätig. Das ganze Festival dreht sich um Fantasy, was der Kreativität quasi keine Grenzen setzt. „Man kann seine Fantasien einfach einmal ausleben“, betont sie.

„Mein Mann bezeichnet sich selbst als den verrückten Professor in seinem Kostüm. Ich bin dann die feine Dame“, sagt die Rotenburgerin. „Eine Freundin sagte zu mir, ich müsse mich doch eigentlich gar nicht verkleiden, um als verrückter Professor durchzugehen“, sagt Harald Roglin und lacht. (Märthe Werder)

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