Rätseln im Wald

Rotenburger Escape-Forest ist mit Preis ausgezeichnet worden

Der entscheidende Hinweis? Helene Bergen (gelbe Jacke), Angestellte einer Kasseler Anwaltskanzlei, rätselt mit ihren Kollegen. Dabei tickt die Uhr. 80 Minuten haben die Büroarbeiter Zeit. Der „Hessengräber“, eine giftige Raupe, wütet im Wald und verteilt seine Netze. Kann die Kanzlei den Schädling mit vereinten Kräften aufhalten?
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Der entscheidende Hinweis? Helene Bergen (gelbe Jacke), Angestellte einer Kasseler Anwaltskanzlei, rätselt mit ihren Kollegen. Dabei tickt die Uhr. 80 Minuten haben die Büroarbeiter Zeit. Der „Hessengräber“, eine giftige Raupe, wütet im Wald und verteilt seine Netze. Kann die Kanzlei den Schädling mit vereinten Kräften aufhalten?

Die Rotenburger Eventagentur German Quest Events wurde von der Grimmheimat Nordhessen für ihren Escape-Forest mit dem Tourismuspreis ausgezeichnet. Wir haben uns das Angebot angesehen.

Rotenburg – Tick, tick, tick: Neun Minuten noch. Was wie der Countdown einer Zeitbombe klingt, ist ebenso gefährlich. Der „Hessengräber“, ein Abkömmling des Eichenprozessionsspinners, breitet sich aus. Schaffen es die Katastrophenschützer in einem Waldstück bei Rotenburg, ihn rechtzeitig einzuhegen? Die Härchen seiner 80-mal giftigeren Raupen mit einem Insektizid unschädlich zu machen? Die Raupe droht, ganz Nordhessen in Beschlag zu nehmen – mit katastrophalen Folgen. Nicht ganz Corona, aber gefühlt nah dran.

Keine Sorge. Das Szenario klingt auf den ersten Blick plausibel, ist aber gänzlich inszeniert. Die Katastrophenschützer arbeiten unter der Woche in einer Kasseler Anwaltskanzlei. Ihre Funktionskleidung enttarnt sie als Abenteuer-Urlauber.

Sie wollen mal raus aus dem Büroalltag. Betriebsausflug. Statt Erholung steht die Weltrettung auf dem Programm. Naja, vielleicht auch erst mal Kassel retten. Kassel ist ja bekanntlich Weltstadt – alle fünf Jahre findet dort die documenta statt.

Teamarbeit: Helene Bergen (links) und Rechtsanwalt Jens Braun zerstören das Nest. Weltrettung gelungen.

Raus aus dem Büro, rein in den Wald

Ab in den Wald, den „Escape Forest“. Schlammige anderthalb Kilometer liegen vor den Teilnehmern. Die hätte der Landrover, der sie zum Parkplatz gebracht hat, in zwei Minuten geschafft. Aber es geht ja ums Abenteuer – und die Weltrettung. Da passt die dreckige Diesel-Schleuder nicht ins Bild.

Also: Kapuze übergestülpt und losmarschiert. Die Pfützen füllen sich, es regnet. Dabei hatte der Wetterbericht für diesen Vormittag Aufheiterung versprochen. Die müssen sich die Anwälte und Angestellten nun selbst besorgen. Doch erst mal muss das Rätsel geknackt werden.

Vor ihnen zeigen sich schon die gewebten Netze des Übeltäters, der aufgehalten werden muss: der „Hessengräber“, die tickende Zeitbombe. Ein GPS-Gerät hat sie an die Stelle im Wald geführt, wo Forscher an der Lösung für das Raupenproblem gearbeitet haben – bis sie vom Erdboden verschluckt worden sind.

Erleichtert: Die Rechtsanwälte und Angestellten der Kasseler Kanzlei BFS fahren beruhigt nach Hause.

Der Begleiter gibt Tipps und erhöht zugleich den Druck

Dieses Rätsel gilt es jetzt, in 80 Minuten zu lösen. Mit jedem gelösten Rätsel öffnen sich Hängeschlösser, die dunkelgrüne Schubladen mit Hinweisen versperren. Druck gibt’s aber nicht nur vom „Hessengräber“, auch Tipp-Geber Eilert Bretting von der Eventagentur German Quest macht Druck. Das Zeitlimit ist zwar bloß ausgedacht. Die ständigen Hinweise sollen den Teilnehmern eigentlich Mut und Hilfe zusprechen, verwirren sie an diesem Tag aber eher. Der Druck scheint real. „Die Aufgaben sind einfach. Aber nicht so einfach, wie ich euch am Anfang gesagt habe.“ Macht das etwa Mut?

Dennoch knobeln die Teilnehmer, was das Zeug hält. Sie dürfen sich nicht verzetteln. Und bloß nicht die gefährlichen Netze der Raupe anfassen. Stattdessen Schutzhandschuhe tragen. Am Ende des aufreibenden Katastropheneinsatzes wird es ganz knapp. „1:41“ zeigt der Timer in Eilert Brettings Handy, als sich das aufgespürte Insektizid auf das Nest des Hessengräbers ergießt. Weltrettung erledigt. Zurück in die Weltstadt. (Paul Bröker)

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