Am 31. März zum letzten Mal geöffnet

Rotenburger Gaststätte „Gänseliesel" macht nach 20 Jahren dicht

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Adieu „Gänseliesel“: Sabine und Christian Kwesch schließen ihre Gaststätte an der Scheunengasse in Rotenburg zum 31. März. Während Christian Kwesch in Ruhestand geht, wird Sabine Kwesch bei Ralf Kramers neuer Gaststätte Biermanufaktur arbeiten.

Rotenburg. Die Rotenburger Gaststätte „Gänseliesel“, seit 20 Jahren die Adresse für französisch-deutsche Küche und Weine, schließt zum 31. März.

Sabine und Christian Kwesch, die das Restaurant vor ziemlich genau 20 Jahren eröffnet haben, orientieren sich neu.

Eine Alters-, Personal- und wirtschaftliche Entscheidung hat das Paar damit getroffen, erklärt Sabine Kwesch die Beweggründe. Die 55-Jährige bleibt allerdings der Rotenburger Gastronomie erhalten: Sie wird künftig in der Küche der neuen Biermanufaktur ihres Nachbarn Ralf Kramer im Schlosspark arbeiten. Dort wird derzeit kräftig gewerkelt, um möglichst zu Ostern eröffnen zu können.

Weiter langer Tisch 

Der 70-jährige Christian Kwesch will sich dagegen weitgehend aus der Gastronomie zurückziehen. Nur beim „Langen Tisch“, dem sommerlichen Publikumsrenner im Bereich der Brückengasse, will er sich weiter engagieren. „Das ist ja unser Kind“, sagt er.

Das Gastwirte-Paar erzählt von einem strammen Kampf in der Selbstständigkeit: Beim Versuch, qualifiziertes Personal zu finden, das auch langfristig engagiert im Job bleibt, sei man immer wieder gescheitert.

Auch beklagen die Kweschs fehlende Wertschätzung: Bei Problemen in der sommerlichen Außenbewirtschaftung hätten sie sich seitens der Stadtverwaltung mehr Unterstützung gewünscht statt starren Beharrens auf Paragraphen, sagen sie. Einwände, dass Paragraphen für alle gelten, verstehen sie, aber vermittelnde Gesten hätten sie doch gern gehabt.

Bisher kein Käufer in Sicht

Das Ehepaar, das vor der Gänseliesel das „Haus Waldborn“ beim Freibad bewirtschaftet hatte, versucht seit geraumer Zeit, sein Fachwerkhaus an der Scheunengasse zu verkaufen. Doch so lange sich kein Käufer findet, werden die Kweschs weiter darin wohnen. Abgemeldet wird das Gewerbe nicht, auch die Ausstattung der Gaststätte soll vorerst nicht veräußert werden. Die Kweschs finden es beruhigend zu wissen, dass sie mit ihrem Gasthaus noch ein Netz unter ihrer neuen Lebensplanung haben.

Sabine Kwesch freut sich auf ihre neue Aufgabe und ist sicher, dass sie mit ihrem Können und ihrer Erfahrung die neue Biermanufaktur unterstützen kann.

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