Fast abgebrochen, dann doch Bundessieger: Azubi Noel Knöckel aus Rotenburg

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Der Herr der Reifen: Noel Knöckel aus dem Rotenburger Stadtteil Braach wurde Bundessieger als Azubi im Bereich Fachkraft für Reifen- und Vulkanisationstechnik.

Braach. Manche müssen zu ihrem Glück gezwungen werden. So wie Noel Knöckel, der vor zwei Jahren fast seine Ausbildung zur Fachkraft für Reifen- und Vulkanisationstechnik abgebrochen hätte.

Jetzt wurde der Rotenburger Azubi-Bundessieger in seiner Branche.

Die Ausbildung 

„Fachlich war uns schnell klar, dass er ein Vorzeige-Azubi werden kann. Das Vertrauen in Noel war so groß, dass er schon im zweiten Lehrjahr Dinge machen durfte, die sonst Gesellen erledigen“, erklärt Eric Hofmann. Er ist der Geschäftsführer von Reifen Hofmann in Bebra. Und vor allem ein großer Förderer des nun 20-Jährigen, und derjenige, der Knöckel vor zwei Jahren zu seinem Glück zwang.

Denn bevor es im zweiten Lehrjahr für ihn an die Fachschule nach München ging, hatte er Zweifel. Nicht wegen des großen Schritts, alle drei Wochen nach Bayern fahren zu müssen, sondern, ob der Beruf grundsätzlich der Richtige für ihn sei. „Für viele sind Reifen nur rund, schwarz und Hunde pinkeln dran. Noel hat gemerkt, wie vielschichtig die Tätigkeit ist und hat sein Wissen stets praktisch schnell umgesetzt“, lobt Hofmann.

Der Wettbewerb 

Mit einer Eins in Theorie und einer Zwei in der Praxis wurde Knöckel Hessischer Landessieger. Dadurch durfte er sich mit den anderen Landessiegern in München im Finale messen. Die Hauptaufgabe war dabei, Reifen in ihren Bestandteilen abzustufen und alle Schichten des Profils freizulegen. Nebenbei wurden Reifen montiert, demontiert und gewuchtet. Eine Jury der Stahlgruber-Stiftung wertete alle Resultate aus - mit über 85 Prozent war der gebürtige Bad Hersfelder eine Klasse für sich.

„Eigene Topleute ausbilden ist für uns sehr wichtig. Schon mein Opa hat davon geträumt, dass wir mal einen Bundessieger stellen können“, erklärt der Geschäftsführer mit Wehmut. Denn sein Großvater Ernst verstarb 1995. Zwei Jahre später gelang das Kunststück Maik Felsberg als Erstem, der inzwischen in der Filiale im Thüringischen Wutha Geschäftsführer ist. Noel Knöckel reiht sich jetzt als Zweiter ein. Geehrt wird er dafür am Samstag in Münster. Als Lohn bekommt er einen Lehrgang als Juniormanager, der Ende 2017 beginnen wird, geschenkt.

Die Interessen 

Schon als Kind hatte der leidenschaftliche Fußballer des TV Braach ein Faible für Autos. Bei Tuning-Treffen hatte er immer Spaß und schraubt heute gern an seinem Toyota MR 2-Cabrio herum. Davon kann man sich leicht ein Bild machen, denn Zeichnen und Fotografieren sind zwei seiner liebsten Hobbys. Gestaltung ist ihm mittlerweile sogar wichtiger als Räder zu richten.

Die Perspektive 

Einen ähnlichen Werdegang wie Maik Felsberg hätte der Braacher bei dem Bebraer Unternehmen hinlegen können. Doch Noel Knöckel hat eine andere Entscheidung getroffen. In Bebra drückt er jetzt wieder die Schulbank: Fachabitur in Richtung Gestaltung. Danach wird er vielleicht noch eine Ausbildung als Mediendesigner aufnehmen oder studieren. Ein konkretes Berufsziel hat der 20-Jährige noch nicht.

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