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Rotenburger Sparkassen-Chef Dietrich geht in den Ruhestand

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Von: Susanne Kanngieser

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Rotenburger Jung: Obwohl das Ehepaar Dietrich in Obergude lebt und sich dort engagiert, identifizieren sich beide auch mit Rotenburg und der Region.
Rotenburger Jung: Obwohl das Ehepaar Dietrich in Obergude lebt und sich dort engagiert, identifizieren sich beide auch mit Rotenburg und der Region. © Susanne Kanngieser

Am 28. März geht nach 46 Jahren und neun Monaten eine Ära in der Rotenburger Sparkasse zu Ende. Es ist der letzte Arbeitstag des Chefs vor dem Ruhestand.

Rotenburg/Obergude – Für manche Männer und Frauen aus der Branche mag es nostalgisch klingen: „Menschen wollen Menschen im Bankgeschäft. Es ist vor allem Vertrauen, das zählt“, sagt Jürgen Dietrich, der den dienenden Charakter der Sparkasse gegenüber den Kunden nie aus den Augen verloren hat.

Das Menschliche, es ist ihm wichtig. Jürgen Dietrich sah stets das Ganze und auch wieder jeden Einzelnen. Für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war er auch „Papa-Chef“. Viele haben sich ihm anvertraut, für alle nahm er sich Zeit. Auch in Rotenburg schätzte man seine teilnehmende Präsenz. Er sprach mit den Menschen, nahm Anteil an Sorgen und Nöten, freute sich über Erfolge. Er war Vermittler, knüpfte Beziehungen, mischte sich ein und brachte Menschen, Vereine, Verbände und Institutionen zusammen, um letztendlich auch die Stadt und die unmittelbare Region voranzubringen.

Mit 17 Jahren begann er die dreijährige Ausbildung bei der Sparkasse in Rotenburg. Nach zweijähriger Bundeswehrzeit, die Jürgen Dietrich durch den zu frühen Tod seines Vaters ebenfalls in Rotenburg absolvieren durfte, kam er wieder zurück, wurde Sparkassenfachwirt, dann Sparkassenbetriebswirt.

Viele Gemeinsamkeiten mit Ehefrau Lydia

Bei einem Lehrgang in Hausen bei Bad Soden Salmünster lernte er seine künftige Ehefrau Lydia kennen. Ein Glück für die zwei Menschen, die viele Gemeinsamkeiten und Vorlieben teilten. Im elterlichen Hof von Jürgen Dietrich, auf dem das Paar immer noch wohnt, gab es so einiges zu tun. „Das hat uns immer sehr viel Spaß gemacht“, sagt Jürgen Dietrich, der ein Schlepper-Fan ist und dem Historischen Maschinenring Spangenberg angehört.

Nach vielen Spezialisierungen innerhalb der Sparkassen-Familie wurde er am 1. Januar 2003 das, was er schon als Auszubildender immer wollte: Chef der Sparkasse Rotenburg. Er war stets engagiert im öffentlichen Leben, war Vorsitzender im damaligen Verein Handel, Handwerk und Gewerbe (VHHG) mit dem er Stadtfeste (unter anderem die Einkaufsnacht, Mai- und Kartoffelfest) mit großem Zeitaufwand verantwortlich organisierte. 2012 gründete er mit Kalle Lies den Verein Gemeinsam in Rotenburg, dessen stellvertretender Vorsitzender er bis heute ist. Die Identifikation mit der Fuldastadt ist sehr groß.

Aber Jürgen Dietrich verlor auch Obergude nie aus den Augen. Im örtlichen Schützenverein war er mehr als 20 Jahre Vorsitzender, ist heute Ehrenvorsitzender und immer noch aktiver Sportschütze seit 1975. Als Kassierer zeichnet er seit 31 Jahren für die Jagdgenossenschaft verantwortlich. Kassierer ist er auch bei Pro Region Mittleres Fuldatal.

Motor und Triebfeder für sein Handeln

Bei so viel Engagement kam manchmal die Familie zu kurz, weiß er. Darum betont er immer wieder: „Ohne meine Frau und die Kinder wäre das alles nicht möglich gewesen.“ Sie seien Motor und Triebfeder für sein Handeln gewesen.

Die Öffentlichkeitsarbeit mit den örtlichen Schulen und Einrichtungen war ihm immer ein großes Anliegen. In der Jakob-Grimm-Schule war er als Initiator Mitbegründer der Arbeitsgruppe A.B.I., um den Schülern den Übergang in den Beruf zu erleichtern. Heinrich-Auel-Schule, Kreisaltenzentrum, Kindergärten, DRK, Vereine und Organisationen hat er gerne mit Spenden und Geschenken unterstützt.

Die zwei Enkelkinder in Melsungen und in der Schweiz werden sich freuen, dass Opa Jürgen jetzt mehr Zeit für sie hat. Und der kann auch, neben anderem, nicht nur Bäume fällen, sondern auch richtig gut mit Holz umgehen und schnitzt kunstvoll Figuren, Spielzeug und Deko aus Holz.

Jürgen Dietrich geht gelassen, mit Zuversicht und mit einem guten Gefühl in den Ruhestand. Jetzt wird er mit Ehefrau Lydia wandern, kleine Kurztrips unternehmen und seine guten Kontakte pflegen. „Die Beziehungen zu den Menschen werden bleiben“, da ist er sicher.

Schlepper-Fan: Seit 2016 gehört Jürgen Dietrich, hier beim Rotenburger Kartoffelfest, dem Historischen Maschinenring Spangenberg an.
Schlepper-Fan: Seit 2016 gehört Jürgen Dietrich, hier beim Rotenburger Kartoffelfest, dem Historischen Maschinenring Spangenberg an. © privat

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