Unternehmensberatungsbüro beurteilt die Arbeit

Rotenburg muss sparen: Arbeit der Verwaltung wird extern untersucht

Rotenburg. Die Arbeit der Rotenburger Stadtverwaltung soll von einem Unternehmungsberatungsbüro untersucht und bewertet werden. 

Es geht um Organisationsstrukturen, Effizienz, Qualität, die Dienstleistungsbereitschaft und potenzielle Einsparmöglichkeiten. Auch eine Stellenbewertung wird vorgenommen.

Dafür waren im Haushaltsplan 2015 15.000 bereitgestellt worden, jetzt werden noch einmal 60.000 Euro nachgelegt, weil erste Angebote zeigten, dass die erste Summe zu gering eingeschätzt worden war. Bürgermeister Christian Grunwald erklärte den Stadtverordneten in der jüngsten Sitzung, dass auch die Verwaltung ihren Beitrag zur Sanierung der städtischen Finanzen leisten wolle. Es gehe bei der geplanten Untersuchung allerdings nicht darum, kurzfristig Stellen einzusparen, sondern um den optimalen Einsatz von Personal. Damit solle auch eine größere Arbeitszufriedenheit erreicht werden. Der Personalrat sei eng in die Überlegungen eingebunden.

Damit das teure Gutachten nicht am Ende in der Schublade landet, weil vielleicht die Ergebnisse unbequem sind, beschloss das Stadtparlament auf Anregung der SPD-Fraktion auch, dass Umgruppierungen oder Beförderungen ab Haushaltsplan 2017 nur nach Maßgabe des Ergebnisses der Organisationsuntersuchung vorgenommen werden dürfen. Die Erkenntnisse der organisatorischen Empfehlungen sollen so weit wie möglich umgesetzt werden. Dieser Beschluss sorge so für Klarheit beim Umgang mit dem Untersuchungsbericht, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Heise.

Sein Fraktionskollege Volker Willing sieht das Projekt allerdings skeptisch und stimmte letztendlich gemeinsam mit dem SPD-Stadtverordneten Christian Wiesemann dagegen. Das größte Potenzial zur Verbesserung von Arbeitsabläufen liege bei den Mitarbeitern selbst, sagte Willing. Sie würden sich am besten auskennen. Auch die Leistungsbeurteilung müsse sehr individuell gestaltet werden. Ein Verwaltungschef, sprich der Bürgermeister, sollte und könne dies tun. Willing sprach vom Abgeben von Verantwortung, sollte nur nach dem Untersuchungsergebnis entschieden werden.

Auch den Zusatz, dass die Erkenntnisse auch zwingend berücksichtigt werden sollten, lehnten die beiden Sozialdemokraten ab. „Ich kann nicht jetzt etwas zustimmen, was ich nicht kenne“, meinte Willing.

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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