Möglicher Stadtumbau

Rotenburger will alte Fuldabrücke zu Partymeile umbauen

+
Die Ideen von Werner Petzner kennen keine Grenzen.

Die alte Fuldabrücke soll an Wochenenden im Sommer zu einer Partymeile umgebaut werden - zumindest wenn es nach Werner Petzner geht. Seine Pläne beinhalten einen Clou. 

Der Stadtumbau in Rotenburg weckt Fantasien. Zumindest bei Werner Petzner, der bei keinem Bürgertreffen zum Thema fehlt und auch alle politischen Debatten dazu verfolgt. Er hat Modelle gebaut, wie man den "Blauen Pfad" (Verbindung Zwickel-Marktplatz) und das "Blaue Band" der Fulda touristisch verbinden kann. 

Was er sich vorstellt, bestaunen Passanten als Modell im Schaufenster des ehemaligen Geschenkelädchens Rapunzel im Steinweg: Die alte Fuldabrücke soll an den Wochenenden der Sommermonate zu einem Aufenthaltsort mit Gastronomiebetrieb werden – ganz so, wie es bei einem Brückenbiergarten vor zwölf Jahren mal getestet worden war. Und noch besser. 

Sonnensegel sollen Besuchern Schatten spenden

Petzner schlägt vor, die Brücke durch Sonnensegel oder aufrollbare Planen zu beschatten und vor leichtem Regen zu schützen. Das Mobiliar soll so positioniert werden, dass notfalls Feuerwehrfahrzeuge seitlich vorbeifahren können, lässt der Rentner Bedenkenträgern keine Chance.

Der Clou seiner Pläne: Von der Brücke aus kann man direkt und barrierefrei die „MS Rotenburg“, einen Party-Liner, betreten und dort zum Beispiel Hochzeiten feiern und sich dort zuvor auch trauen lassen. Natürlich geht es nicht um ein echtes Schiff. Petzners Fantasie wurde durch einen Blick von der neuen zur alten Brücke angeregt: Die Landspitze könne man verstärken, aufbauen und mit wenig Aufwand, so glaubt der 71-Jährige, zu einer originellen gastronomischen Location umbauen. Oder ein ausgedientes Schiff aufsetzen, wie es im Wanfrieder Hafen liegt.

Einwände lässt der Modellbauer und leidenschaftliche Wahl-Rotenburger nicht gelten. Auf Fragen nach Verkehrsproblemen hat er schon Antworten, technische Lösungen hat er von einem befreundeten Architekten konzipieren lassen. Und Hochwasser? „Kriegen wir nicht mehr.“ Na also.

Viele Ideen mit Liebe zum Detail

Lässt man ihn reden, wenn er so auf der alten Brücke steht, sprudeln die Ideen weiter: Die alte Schleuse könnte überbaut und zu einem Fischrestaurant werden. Und die Bootsrutsche, die ja Bestandteil des Stadtumbaus werden soll? „Das machen wir ganz anders“, sagt er und spricht von einem Rollband parallel zur Schleuse.

Der Zuhörer staunt – ebenso die Betrachter des Modells im Steinweg: Gebastelt mit Pappe, Gardinenleisten, Tischsets, Mensch-ärgere-Dich-nicht-Püppchen, Zahnstochern und Eisschirmchen – und das Ganze vor einem selbst gebastelten Hintergrund mit eigenen Fotos – die Modelle sind schlicht, aber mit vielen liebevollen Details. Dutzende Stunden hat Werner Petzner daran gebaut. Und sieht sie als Beitrag zur Gestaltung der Stadt, die er liebt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.