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Rotenburgs Forstamtsleiter Dr. Hans-Werner Führer geht in den Ruhestand

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Von: Carolin Eberth

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„Wir gehen gemeinsam in den Ruhestand“, sagt Dr. Hans-Werner Führer (65) und meint damit sich und seinen Hund Theo (Tirolerbrake). „Mit seinen zehn Jahren ist er umgerechnet noch älter als ich, ungefähr 70“, scherzt der Forstmann.
„Wir gehen gemeinsam in den Ruhestand“, sagt Dr. Hans-Werner Führer (65) und meint damit sich und seinen Hund Theo (Tirolerbrake). „Mit seinen zehn Jahren ist er umgerechnet noch älter als ich, ungefähr 70“, scherzt der Forstmann. © Carolin Eberth

Der Leiter des Forstamtes Rotenburg, Dr. Hans-Werner Führer, geht in den Ruhestand. Nachfolger wird Steffen Wildmann. Zum Abschied blickt er auf seine Laufbahn zurück.

Rotenburg – 20 Jahre als Forstamtsleiter liegen hinter Dr. Hans-Werner Führer (65). Nicht alle im Forstamt Rotenburg, aber alle in Hessen. Ende des Jahres schlägt er das Kapitel zu und blickt mit uns nochmal zurück auf seinen „Weg durch den Wald“.

Begonnen habe dieser bereits in seiner Kindheit in Wommen (Herleshausen), in der – wie Dr. Führer berichtet – für ihn festgestanden habe, dass er im Bereich Forst arbeiten möchte. Nach dem Abitur in Sontra, Wehrdienst in der Husaren-Kaserne, Forstwissenschaftsstudium in München und einem Referendariat im Forstamt Alsfeld, begann seine Karriere 1986 an der Forsteinrichtungsanstalt in Gießen.

Es folgten wissenschaftliche Tätigkeit und Promotion an der Uni in München bevor er 1988 Dezernent am Regierungspräsidium Kassel wurde und ein Jahr später an die Forstliche Versuchsanstalt nach Hann. Münden wechselte. Dort befasste er sich mit dem Thema Forsthydrologie, ab 1995 als Dezernatsleiter.

Von 2002 bis 2004 folgte die Leitung des Forstamtes Edertal (heute: Nationalpark Kellerwald-Edersee), ab 2005 leitete Dr. Hans-Werner Führer schließlich die Geschicke des Forstamtes Rotenburg, blieb mit seiner Frau und seinen drei Kindern jedoch in Hemfurth-Edersee weiterhin wohnen. Mehrere Forstreformen veränderten über die Jahre die Arbeit im Wald. In ganz Hessen wurden Reviere und Forstämter vergrößert, teilweise aufgelöst.

Doch nicht nur das geografische Spektrum habe sich laufend gewandelt. „Als ich im Forstamt Rotenburg 2005 angefangen habe, gab es noch über 80 Mitarbeiter, heute sind es noch 50. Beim Personal wurde in allen Bereichen eingespart, besonders stark bei den Forstwirten“, erzählt Dr. Führer.

Der Wald hat sich gewandelt

Darüber hinaus sei der Wald ein ganz anderer, als noch zu Beginn seiner Karriere. Gerade die letzten Jahre vor seinem Ruhestand waren durch die klimabedingten Waldschäden geprägt. Vor allem den Fichten und Buchen setzen Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall stark zu. „Die Fichte war immer unsere Hauptbaumart. Heute kann auf diese Baumart nicht mehr gesetzt werden.

Deshalb wird im Forstamt Rotenburg auch keine einzige Fichte mehr angepflanzt. Lediglich durch natürliche Verjüngung kommen vereinzelt noch welche hoch“, sagt Dr. Führer. „Der Klimawandel hat uns komplett getroffen“, fügt der Forstmann hinzu. Deshalb würden künftig auch andere Baumarten angepflanzt werden – mehr Eiche, Kiefer, Douglasie – und statt Monokulturen auf Mischwälder gesetzt.

Die künftige Wiederbewaldung der vielen Rotenburger Freiflächen legt Führer nun in die Hände seines Nachfolgers Steffen Wildmann.

Insgesamt blickt Dr. Hans-Werner Führer zufrieden auf seinen „Weg durch den Wald“ zurück. „Das Rotenburger Forstamt hat mir viel Spaß bereitet, es war eine tolle Zeit mit einer super Mannschaft und einer wunderschönen Landschaft.“

Selbst tragische Stürme wie das Orkantief Friederike, das im Januar 2018 über den Landkreis fegte, könnten den naturverbundenen Forstamtsleiter in keiner Weise zum Grübeln bringen, ob das sein Traumberuf war. „Ja, das war er, definitiv.“

Nun aber freut sich Dr. Führer auf seinen Ruhestand und ist froh darüber, die vielen Pflichten und Termine ablegen zu können. „Ich werde viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen, reisen, wandern, lesen und Fahrradfahren.“ Seine bisherige Pflicht, das Jagen, werde nun zu einem weiteren Hobby, das er mit seiner Frau und seiner Tochter teilt.

Dr. Führer überlegt zudem, sich wieder den Themen seines Laufbahnbeginns zu widmen, über die er auch promoviert hat, dem Wasser- und Stoffhaushalt von Buchen. Eines steht jedenfalls fest: Sein „Weg durch den Wald“ wird nicht mit Beginn des Ruhestands enden.

Steffen Wildmann folgt im März auf Dr. Führer

Dr. Hans-Werner Führer folgt im März Steffen Wildmann. Wildmann studierte Forstwissenschaften in Göttingen. Nach absolviertem Forstreferendariat folgten Stationen an der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen und in der Landesbetriebsleitung in Kassel. 2017 wechselte Steffen Wildmann als Produktionsleiter ins Forstamt Melsungen, welches er 2018/19 für zehn Monate kommissarisch leitete.

(Carolin Eberth)

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