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Rotenburgs rollende Theke: Probefahrt für erstes Bierbike in der Fuldastadt

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Von: Susanne Kanngieser

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Rollende Partytheke und sportliches Sightseeing: Rotenburgs Kommunalpolitiker und MER-Geschäftsführer Torben Schäfer gaben im Schlossinnenhof den Startschuss für den Drahteselexpress, der jetzt mit Muskelkraft von Pedalisten in der Fuldastadt unterwegs ist.
Rollende Partytheke und sportliches Sightseeing: Rotenburgs Kommunalpolitiker und MER-Geschäftsführer Torben Schäfer gaben im Schlossinnenhof den Startschuss für den Drahteselexpress, der jetzt mit Muskelkraft von Pedalisten in der Fuldastadt unterwegs ist. © Susanne Kanngieser

Seit Samstag ist der Drahteselexpress, eine rollende und mit Muskelkraft angetriebene Party-Theke, nun auch in Rotenburg unterwegs. Wir waren bei einer Probefahrt dabei.

Rotenburg – Eine fünf Meter lange Holztheke auf Rädern, fast eine Tonne schwer und angetrieben durch die Muskelkraft von zehn Pedalisten, eine Zapfanlage mit 30 Litern Bier, ein Holzfass als Kühlerfigur: Seit Samstag ist der Drahteselexpress auch in Rotenburg unterwegs. Zur Jungfernfahrt starteten Mitglieder von Magistrat und einige Stadtverordnete sowie Torben Schäfer, Geschäftsführer der Rotenburger Marketing- und Entwicklungsgesellschaft MER vom Schloss-Innenhof zum Storchensee.

Gut eingestimmt und betreut wurden sie von den beiden Drahteselexpress-Betreibern, Michael Boley aus Königswald und Uwe Fischer aus Lispenhausen. Sie hatten das Spaßfahrrad in Frankfurt am Main entdeckt und wollten das abgasarme Gaudi-Gefährt auch in der Fuldastadt etablieren. In Absprache mit den städtischen Gremien und der MER haben sie das Party-Gefährt, in dem unten getreten und oben getrunken wird, jetzt in die Tat umgesetzt. „Wir wurden dabei sowohl von Bürgermeister Christian Grunwald als auch von der MER bestens unterstützt“, freuen sich Fahrer Boley und Bier-Zapfer Fischer.

Ganz so jungfräulich war die erste Fahrt mit dem Drahteselexpress aber nicht. Denn das ultimative Bierbike haben die beiden Arbeitskollegen und Freunde gebraucht gekauft. Und mit dem Bekanntenkreis von Boley und Fischer wurde schon mal eine Testrunde mit der mobilen Party-Theke abgeradelt.

Am Anfang stand eine „Schnapsidee“

Angefangen hat alles in Kootwijkerbroek, einem kleinen Dorf in Holland. Hier, in der Mitte der Niederlande, wo viele Menschen Calvinisten sind und sich ihren Platz im Himmel durch Schufterei zu sichern erhoffen, hatten die Brüder Zwier und Henk van Laar eines Abends im Jahr 2000 eine „Schnapsidee“. In einer Kneipe, wo sonst. Eine fahrbare Theke sollten sie kreieren, als Werbegag für den Wirt, der einen Wagen für den Umzug am Königinnentag brauchte. Königin Beatrix war damals so etwas wie die inoffizielle Patin. Die Brüder bastelten das Urmodell zusammen, noch mit Material vom Schrottplatz. Das Fietscafé - das Fahrradcafé - war geboren. Die Brüder kamen mit der Produktion kaum nach, denn die Bikes verkauften sich weltweit, für etwa 20 000 Euro das Stück.

Die neue Attraktion in Rotenburg soll keineswegs zu ausufernden Feiern ausarten, betonen die Betreiber. Betrunkenen Menschen wird der Zutritt ohnehin verwehrt, Volltrunkene hätten im Straßenverkehr sowieso nichts verloren. „Und durch das Treten kommen die Teilnehmer auch nicht wirklich zum ausufernden Trinken“, betont Michael Boley. Bei der zweistündigen Testfahrt im Freundeskreis sei gerade mal die Hälfte des Fasses geleert worden. Und außerdem gebe es auch nichtalkoholische Getränke an Bord des Bierbikes.

Geradelt wird ausnahmslos auf ausgewiesenen und mit der städtischen Verkehrsbehörde abgestimmten Strecken und Routen. Denn der Rotenburger Drahteselexpress, der etwa sechs Kilometer pro Stunde schafft, solle keinesfalls zum Verkehrshindernis werden.

Die rollende Tankstelle fährt von April bis Ende Oktober. Die zweistündige Tour inklusive Brotzeit-Stopp mit Brötchen und Ahler Worscht kostet ohne Bierfass montags bis freitags 180 Euro, samstags und sonntags 230 Euro. Platz haben 14 Passagiere plus Fahrer und Zapfer. „Der Drahteselexpress ist für Einheimische und für Touristen ein echtes Highlight“, findet MER-Chef Torben Schäfer, der mit den Rotenburger Kommunalpolitikern am Samstag trotz typischem April-Wetter mit Regen, Wind, Graupelschauer und Sonne sichtlich Spaß hatte. (Susanne Kanngieser)

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