Interview zur Corona-Krise

Rotenburgs Stadtentwickler: „Wir kämpfen ums Überleben“

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Es gibt eine Zeit nach Corona – davon ist MER-Geschäftsführer Torben Schäfer überzeugt. 

Viele Geschäfte müssen wegen der Corona-Krise vorübergehend schließen. Das trifft Rotenburg besonders hart.

Es ist still geworden in deutschen Städten und natürlich auch in Rotenburg. Viele Geschäfte müssen wegen der Coronakrise vorübergehend geschlossen bleiben. Das trifft alle hart, besonders aber eine Stadt, die durch das Stadtumbauprogramm mitten im Umbruch und im Aufbruch ist. Wir sprachen mit dem Geschäftsführer der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft Rotenburg (MER), Torben Schäfer, über den Umgang mit der Krise. 

Herr Schäfer, im vergangenen Jahr haben Betriebe in Rotenburg neu eröffnet, besonders im gastronomischen Bereich hat sich einiges getan. Was bedeutet die Krise jetzt für die Stadtentwicklung?

Das ist ein schwerer Schlag, im Grunde eine Katastrophe für unsere Wirtschaft – aber nicht nur die in Rotenburg. Tatsächlich haben es die, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben und dazu finanzielle Verpflichtungen eingegangen sind, besonders schwer, Aber nicht nur die. Es trifft alle schwer.

Hat die MER überhaupt eine Möglichkeit, jetzt gegenzusteuern?

Für zusätzliche finanzielle Unterstützung der ansässigen Betriebe haben wir keine Mittel. Aber wir sind im engen Austausch mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises und verweisen unsere ortsansässigen Betriebe dorthin. Die Gesellschaft bietet eine gute, übersichtliche Auflistung aller Unterstützungsmöglichkeiten für den heimischen Handel und das Gewerbe. Ich selbst trete mehrmals wöchentlich in Kontakt zu den Firmen und versuche alle über aktuelle Entwicklungen zu informieren – besonders, was die Hilfsangebote angeht.

Ein bisschen hilflos klingt das schon.

Nein, wir sind nicht hilflos, wir müssen jetzt alle zusammenhalten und gemeinsam schauen, wie wir mit dieser Ausnahmesituation umgehen. Viele unserer Unternehmen kämpfen ums Überleben. Wir haben aber darauf reagiert und tun alles im Rahmen unserer Möglichkeiten, um zu unterstützen. Auf der Homepage der MER werden zum Beispiel alle Geschäfte mit ihren Angeboten aufgelistet nach dem Motto: Es gibt uns noch. Wir machen weiter. Fast 70 Geschäfte beteiligen sich mit Lieferangeboten. Man muss nicht beim großen Internethändler bestellen, die Angebote gibt es vor Ort. Sie reichen von Biohonig über eine Schuhauswahl bis hin zum Bücherservice. Ein wenig haben es auch die Rotenburger in der Hand, dass es nach der Krise noch Geschäfte in der Stadt gibt. Weil nicht alle Kunden im Internet aktiv sind, planen wir jetzt auch noch einen Flyer, der die Liefer- und Serviceangebote der heimischen Betriebe auflistet.

Ist denn der Stadtumbau in diesen Zeiten überhaupt noch ein Thema? Für das Projekt „Blauer Pfad“ (Neugestaltung der Achse Zwickel - Marktplatz) zum Beispiel gab es einen sehr konkreten Zeitplan mit baldigem Beginn..

Wir gehen davon aus, dass der Stadtumbau trotz Krise so läuft wie geplant. Es gibt Förderzusagen, die jetzt nicht mehr zurückgenommen werden können. Das Parkplatzkonzept zum Beispiel ist fast fertig und soll den Stadtpolitikern demnächst vorgestellt werden.

Die Planungen für den Blauen Pfad laufen ganz normal weiter. Es gibt auch eine Zeit nach Corona. Dafür wollen wir gut aufgestellt sein und die Innenstadt noch schöner machen, damit viele Leute kommen. Bis dahin kann ich nur appellieren: Bleibt zu Hause.

Hilfetelefon eingerichtet

Die besonders Gefährdeten können sich nach wie vor bei unserem Info- und Hilfetelefon melden unter 06623/933 200. Wir vermitteln dann Einkaufshelfer.

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