Er bevorzugt filigrane Arbeit

Sahil Kazi hat die Praxis von Dr. Jaschke in Rotenburg übernommen

Ultraschalluntersuchungen am gesamten Gefäßsystem nimmt Gefäßchirurg Sahil Kazi vor. Er hat die Praxis von Dr. Wolfgang Jaschke in Rotenburg unternommen.
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Ultraschalluntersuchungen am gesamten Gefäßsystem nimmt Gefäßchirurg Sahil Kazi vor. Er hat die Praxis von Dr. Wolfgang Jaschke in Rotenburg unternommen.

Mit einem Koffer und viel Hoffnung ist der Arzt Sahil Kazi 2011 nach Deutschland gekommen, um seine erste Stelle als Chirurg in Castrop-Rauxel anzutreten. Zehn Jahre später führt er seine eigene chirurgische Praxis in Rotenburg.

Rotenburg - Er hat die Praxis von Dr. Wolfgang Jaschke an der Poststraße übernommen – „eine Ehre“ wie Kazi findet. Bereits im März hatte er als angestellter Arzt mit der Arbeit bei Dr. Jaschke begonnen, der seinen Ruhestand vorbereitete. So blieb Zeit zum Ankommen und Kennenlernen in Rotenburg. Der 36-jährige Gefäßchirurg behandelt zum Beispiel Krampfadern und chronische Wunden wie offene Beine oder diabetische Füße. Außerdem nimmt er kleinchirurgische Eingriffe an der Haut vor wie Narbenkorrekturen oder die Entfernung von Warzen, Leberflecke oder Fettknoten.

Als zertifizierter Wundexperte möchte er zudem ein Wundzentrum aufbauen und dabei einen Ultraschallwundreiniger einsetzen, der Narkose und das Skalpell erspart bei fortschreitenden Wundproblemen. Mittlerweile hat er sich bereits bei den niedergelassenen Ärzten und in den Kliniken vorgestellt und setzt auf Zusammenarbeit.

Geboren wurde der Arzt in der Nähe der indischen Metropole Mumbai. Noch als Kind zog er mit seiner Familie nach Dubai um, wo sein Vater bei einer deutschen Firma arbeitete. Daher, so erzählt Kazi, komme auch sein Interesse an der deutschen Sprache. Nach dem Medizinstudium in Dubai ging er zurück nach Mumbai und lernte dort im Goetheinstitut Deutsch.

„Anschließend habe ich mich überall in Deutschland beworben. Und so landete ich in Castrop-Rauxel“, erzählt er. Zunächst arbeitete er in der allgemeinen Chirurgie und in der Orthopädie. „Dann wollte ich ein bisschen filigraner arbeiten“. Er wechselte zunächst nach Bochum auf eine kardiologische Intensivstation, später an ein Herzzentrum in Duisburg.

2016 folgte der Wechsel aufs Land, genauer zum Klinikum Schwalmstadt nach Ziegenhain, wo Kazi als Gefäßchirurg arbeitete. Dort lernte er auch seine Frau kennen, die als Intensivschwester arbeitete. „Ich habe mich sofort in Hessen verliebt“, sagt er. „Mir gefällt es super auf dem Land“. Mit seiner Frau und zwei kleinen Töchtern lebt er in Neukirchen. Ist das Pendeln nicht sehr anstrengend? „Ich mache das gern. Dann kriege ich schon auf dem Weg den Kopf frei“, sagt der junge Arzt.

Die Praxisübernahme mit Modernisierungen sei eine Herausforderung gewesen, räumt er ein. Aber er ist auch durchaus selbstbewusst und sieht sich gut gerüstet für die Arbeit. Eine eigene Praxis, das sei viel persönlicher als zum Beispiel die Arbeit in einem Medizinischen Versorgungszentrum, glaubt er. Der Kontakt zu Patienten sei intensiver – und das mag er. Sahil Kazi ist angekommen.

Von Silke Schäfer-Marg

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