Bis Samstag: Wieder Streik bei Amazon in Bad Hersfeld

Bad Hersfeld. Kurz nach Beginn der Frühschicht hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Beschäftigten der Verteilzentren von Amazon Bad Hersfeld erneut zum Streik aufgerufen.

Die Arbeitsniederlegung soll bis einschließlich Samstag, 26. September, zum Ende der Spätschicht fortgesetzt werden. Das teilte Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke mit.

Amazon entziehe sich weiter einer Tarifbindung. Zwar habe das Unternehmen nun eine Lohnerhöhung von 2,5 Prozent angekündigt, doch bestehe nach wie vor eine erhebliche Differenz zum Branchentarifvertrag des Einzel- und Versandhandels.

Neben Einkommensverbesserungen will Verdi weitere Arbeitsbedingungen, wie Arbeitszeit, Urlaub, Zuschläge und Sonderzahlungen tariflich regeln und fordert die Anerkennung des Tarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel Hessen.

„Unsere Streiks zeigen Wirkung“, schätzt Middeke die Situation ein. „Amazon hat wohl realisiert, dass man Beschäftigte nicht von der allgemeinen Lohnentwicklung abkoppeln kann. Wir wollen jedoch nicht vom Goodwill abhängig sein, sondern mit dem Unternehmen auf Augenhöhe über die Bezahlung und andere Arbeitsbedingungen verhandeln.“

Amazon ist der größte online-Versandhändler in Deutschland und weiterhin auf Expansionskurs. Am Standort Bad Hersfeld werden in den beiden Verteilzentren über 3000 Mitarbeiter beschäftigt, weitere 1000 Saisonkräfte werden zurzeit gesucht. Das Unternehmen wendet keine Tarifverträge an. Verdi kritisiert, es verschaffe sich durch niedrigere Löhne Kostenvorteile. Seit über zwei Jahren befindet sich die Gewerkschaft mit Amazon in der Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag. (red/ank)

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