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Sanierung des Fachwerkhauses in Rotenburg: Marktplatz 3 soll 2024 fertig sein

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Von: Sebastian Schaffner

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Das Haus am Marktplatz 3 in Rotenburg wird saniert:  Unser Foto entstand bei einem Rundgang mit MER-Chef Torben
Schäfer und Architektin Christine Heß.
Das Haus am Marktplatz 3 in Rotenburg wird saniert: Unser Foto entstand bei einem Rundgang mit MER-Chef Torben Schäfer und Architektin Christine Heß. © Sebastian Schaffner

Es geht voran am Marktplatz 3 in Rotenburg. Die Stadt lässt dort aufwendig eines der historisch wertvollsten Fachwerkhäuser Rotenburgs sanieren.

Rotenburg - Anschließend sollen in das repräsentative Gebäude die Tourist-Information und die städtische Marketing- und Entwicklungsgesellschaft (MER) einziehen – geplant ist das für das erste Quartal 2024.

„Bei so einem hochwertigen Denkmal gibt es viele Auflagen, was natürlich Zeit kostet“, sagt Architektin Christine Heß vom gleichnamigen Architekturbüro in Neuenstein. Das sei aber normal bei einem Haus, das aus der Zeit kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) stamme. Laut einem bauhistorischen Gutachten ist das Haus 1653 errichtet worden. „Die Baugenehmigungen liegen inzwischen vor. Auf der Baustelle kommen wir gut voran“, sagt die Architektin zufrieden.

Notwendig ist die Sanierung, weil das Gebäude zum Teil einsturzgefährdet ist und seit 2018 mit dicken Balken abgestürzt werden muss. Alles in allem rechnet die Stadt mit Kosten in Höhe von 3,3 Millionen Euro. In der Bürgerschaft sind die Sanierungsarbeiten deshalb nicht ganz unumstritten. Zwei Drittel werden allerdings vom Stadtumbauprogramm gefördert. Das Haus Marktplatz 3 ist ein zentrales Projekt des Stadtumbaus.

Sicher ist sicher: Das Fachwerkhaus Marktplatz 3 wird seit 2018 mit Balken gestützt.
Sicher ist sicher: Das Fachwerkhaus Marktplatz 3 wird seit 2018 mit Balken gestützt. © Sebastian Schaffner

Im bestehenden Fachwerkhaus selbst werden unter anderem die Decken saniert, einige Balken verstärkt und Wände verputzt. „Äußerlich bleibt’s ein Fachwerk – es wird aber schöner als jetzt“, verspricht die Architektin, die auch einige Kuriositäten in dem einstigen Wohnhaus entdeckt hat. Zum Beispiel einen sogenannten Aborterker im Bereich der Außenwand im ersten Stockwerk, also eine Mauerausbuchtung, die früher als Toilette diente. In dem Raum, in dem MER-Chef Torben Schäfer künftig sein Büro beziehen wird, fand er an der Wand 17 Tapetenschichten. Hinter dem Fachwerkhaus versteckt, das sich vis-à-vis dem Rathaus befindet, stand bis vor etwa einem Jahr eine alte Scheune, die „noch ein bisschen älter als das Haus war“, sagt Christine Heß.

Diese Scheune ist abgerissen worden und wird nun – Baubeginn war im Januar – durch einen zweigeschossigen Neubau in Massivbauweise mit Satteldach ersetzt. Dort soll ein „Welcome-Center mit musealem Charakter“ entstehen, sagt Torben Schäfer, der mit der MER den Stadtumbau steuert.

Der Abriss der Scheune sei eine Herausforderung gewesen, sagt Christine Heß, weil rundherum Gebäude stehen. Die Architektin spricht von einer „Gefangenensituation“. „Auf der grünen Wiese hätte man einfach einen Bagger kommen lassen. Das geht hier natürlich nicht.“

Neubau neben Altbau: Hinter dem Fachwerkhaus entsteht ein „Welcome-Center mit musealem Charakter“.
Neubau neben Altbau: Hinter dem Fachwerkhaus entsteht ein „Welcome-Center mit musealem Charakter“. © Sebastian Schaffner

Deshalb musste der Abriss in Handarbeit erfolgen und sehr vorsichtig geschehen, damit die umliegenden Fachwerkhäuser nicht beschädigt werden. Doch das sei, auch nach Absprachen mit Nachbarn, insgesamt gut gelaufen. „Wir haben eine gute Lösung gefunden“, sagt Heß.

Der große Gewölbekeller soll künftig als Lagerraum genutzt werden. „Da es keine Fluchtwege gibt, können wir ihn nicht für die Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagt Schäfer.

Von Sebastian Schaffner

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