Der Müll, das Pfand und der Durst

Schlossparkfestival: Festwirt entschuldigt sich und will neues Pfandsystem verbessern

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Voller Park und super Stimmung: Vor der Bühne und an den Tischen wurde getanzt und gejubelt, nur der Getränkenachschub sorgte für Unmut.

Bei aller Freude über das gelungene Rotenburger Strandfest sorgte das neu eingeführte Pfandsystem beim Schlossparkfestival für Ärger bei den Besuchern.

Für Bier und andere Getränke musste man gefühlt ewig lang anstehen.

Zunächst galt es, Getränkechips zu holen (Warteschlange), dann vor den beiden Getränkeständen anzustehen. Wer anschließend weitere Getränke wollte – das waren natürlich alle – musste zunächst sein leeres Glas an einem Pfandstand abgeben, erhielt einen Chip dafür und musste dann wieder vor der Theke warten, bis er an der Reihe war.

Das Verständnis dafür, ein Pfandsystem einzuführen, war grundsätzlich groß bei den Besuchern. Dennoch hieß es: „Aber nicht so.“ So mancher Gast stieg um auf Wein, weil das System im Weindorf einfacher war.

Festwirt Jürgen Bornkessel versteht den Unmut der Gäste und bittet um Entschuldigung. „Aus Fehlern wird man klug“, sagte er am Montag. Das System müsse unbedingt optimiert werden. Zu Beginn des Abends habe es noch einigermaßen funktioniert, doch dann seien seine Mitarbeiter praktisch überrollt worden. „Alles muss beim nächsten Mal größer werden“, sagt Bornkessel: Mehr Platz für die Glasabgabe, größere Theken. Sein Problem: Es fehlt an Personal. 40 Frauen und Männer waren im Einsatz, Bornkessel könnte aber mehr beschäftigen. Doch woher nehmen? Er zahle schon jetzt über dem Mindestlohn, sein Personal stamme meist aus dem großen Bekanntenkreis. Es sei schwer, weitere Helfer zu finden. Ein Problem, das in der Gastronomie nicht neu ist. Im Festzelt gab es übrigens kein Pfandsystem.

Hoch zufrieden mit dem Pfandsystem waren dagegen die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs. Sie haben natürlich eine andere Perspektive als die Gäste.

So wenig Glasbruch und „Spezialbauten“ von Gläsertürmen etwa auf den Stromkästen oder an Bäumen gab es noch nie, berichtet etwa Klaus Moritz. Damit sei auch die Unfallgefahr rapide gesunken, denn bei aller Gründlichkeit lassen sich manche kleine Scherben kaum aus dem Gras klauben oder werden übersehen. Insgesamt gab es im Schlosspark weniger Müll.

Bauhof-Mitarbeiter Ralf Hafermas berichtete noch, dass die Innenstadt nach dem Festzug sehr verschmutzt gewesen sei. Viele Besucher hätten es sich mit Sekt und Häppchen am Straßenrand gemütlich gemacht. „Aber kaum einer bringt den Müll oder leere Flaschen zu den Müllkörben, noch weniger nehmen ihren Müll wieder mit nach Hause“, bedauert er. Auf den Hinweis, dass alle Müllgefäße während des Strandfests sehr schnell voll waren, sagte er, dass alle der Stadt zu Verfügung stehenden Gefäße im Einsatz waren.

Lesen Sie dazu: Gut besuchtes Strandfest in Rotenburg - mit Beziehungsstress und Pfand-Problemen

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