Einzug in neue Räumlichkeiten

Schmerztherapie und Rheumatologie arbeiten eng zusammen

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Auf dem Redcord-Gerät, mit dem Leistungsportler ebenso wie Schmerzpatienten die Muskulatur trainieren können, sitzen vorn von links die beiden Ärztinnen Annett Saak und Dr. Valeria Dudics, hinten Sassan Pur und Physiotherapeut Burghard Diehl.

Rotenburg. Die Schmerztherapie am Kreiskrankenhaus in Rotenburg ist ebenso wie die Rheumatologie in komplett neu gestaltete gemeinsame Räume gezogen.

Nachdem schon seit 2003 Schmerztherapie am KKH verstärkt angeboten wird und seit 2013 Patienten auch stationär aufgenommen werden, arbeiten nun Oberärztin Annett Saak und Rheumatologin Dr. Valeria Dudics nicht nur fachlich, sondern auch räumlich eng zusammen.

Das Konzept der „Multimodalen Komplexbehandlung“ ist nach den Worten Saaks ausgebaut worden, denn: 90 bis 95 Prozent der Schmerzpatienten leiden unter muskulo-skelettalen (Muskeln, Sehnen, Wirbelsäule, Rücken, Gelenke) Erkrankungen. In enger Zusammenarbeit von Schmerztherapie, Rheumatologie, Neurochirurgie, Orthopädie, Radiologie, Physio- und Psychotherapie sowie Labor könnten oft schon am ersten Tag die Diagnose gestellt und die Therapie eingeleitet werden, erläuterten Saak, Dudics, Physiotherapeut Burghard Diehl und KKH-Verwaltungsleiter Sassan Pur.

Die Ärzte arbeiten fächerübergreifend eng zusammen, um der Ursache von Schmerzen auf den Grund zu kommen und möglichst eine Operation zu vermeiden. Häufig stelle man eindeutig eine rheumatologische Erkrankfung fest, ohne dass die Schmerzpatienten sich bisher jemals bei einem Rheumatologen vorgestellt hätten. Neben Dudics wird die Rheumatologie am KKH mit Fachärztin Dr. Rita Pal künftig noch weiter gestärkt: Sie beginnt in Kürze ihre Tätigkeit in Rotenburg.

Ziel ist Wohlbefinden

Oberstes Ziel sei nicht nur die Linderung der Schmerzen, sondern das Wohlbefinden der Patienten, die oft eine lange Leidensgeschichte hätten. Inzwischen kommen laut Sassan Pur Patienten auch von außerhalb der Region ins KKH, wo man neben Gruppentherapie viel Wert auf individuelle Therapie legt. Dazu beschäftigt man geschulte Fachassistenten und eine Psychotherapeutin. Eine große Rolle spielt auch die Physiotherapie. Dieser stehen für die Aktivierung besonders der tiefen Muskulatur Redcord-Geräte („Seiltanz für die Muskeln“), Hydrojet (Massage mit Gerät)) und SRT (Stochastische Resonanztherapie/„Rüttelplatte“) zur Verfügung.

Die Patienten kommen in der Regel mit einer vorstationären Einweisung durch einen niedergelassenen Arzt ans KKH. Hier wird abgeklärt, ob ein stationärer Aufenthalt - meist zwischen ein und drei Wochen, erforderlich ist, oder ob ein Plan für die Weiterbehandlung beim Hausarzt passt. Bei rheumatischen Erkrankungen reichen meist fünf Tage im Krankenhaus aus.

Anschließend kann bei Bedarf eine Reha/Anschlussheilbehandlung in spezialisierten Kliniken wie Balzerborn (Bad Sooden-Allendorf) folgen. Auch die Physiotherapie am KKH bietet Gruppen zur Nachbehandlung an.

Hintergrund

3300 Patienten im KKH behandelt

Insgesamt wurden am Kreiskrankenhaus Rotenburg über 3300 Patienten seit Eröffnung der Rheumaabteilung im Jahr 2011 und der Schmerzabteilung im Jahr 2013 behandelt. Davon wurden über 1100 Patienten stationär aufgenommen, die anderen waren rein vorstationäre Fälle. Sechs neue Behandlungsräume samt Büros und weiteren Funktionsräumen stehen am KKH für beide Bereiche zur Verfügung.

Die „Multimodale Schmerztherapie“ behandelt Patienten mit chronischen Schmerzen nach einem standardisierten Verfahren. Medizinische, fächerübergreifende Behandlung, intensive Information und Schulung , körperliche Aktivierung, sychotherapeutische Behandlung (Einzel/Gruppentherapie, Stressbewältigung, Funktionsanalysen) und Egotherapie wirken zusammen gegen den Schmerz. 

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