Kriechtiere treten bei feuchtem Wetter massenhaft auf

Schneckenplage sorgt bei Gärtnern für Ärger

Hersfeld-Rotenburg. Schnecken machen Gartenbesitzern in diesem Sommer auch in unserer Region das Leben besonders schwer. Am Abend noch eingesammelt oder bekämpft, fallen die gefräßigen Tiere nach einer verregneten Nacht schon am nächsten Morgen wieder über heimische Beete, Blumen und Sträucher her. Vor allem die Nacktschnecke tritt aktuell in großen Massen auf.

„Die feuchte Witterung in den vergangenen Wochen war für die Schnecken optimal“, erklärt Karl-Heinrich Claus vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen. Bei starkem Sonnenschein verkriechen sie sich im Erdreich oder in dunklen und feuchten Spalten, um nicht auszutrocken. Regnet es, kommen sie zum Vorschein. „Zudem hat das Wetter in diesem Sommer für ein gutes Pflanzenwachstum gesorgt. Daher können sich die Schnecken überall gut ernähren“, fügt Claus hinzu.

Da der vergangene Winter sehr mild war, seien nur wenige Schneckengelege kaputt- gegangen, sodass sich die Tiere gut vermehren konnten. „Hinzu kommt, dass junge Schnecken bereits nach wenigen Wochen geschlechtsreif sind und sich weiter vermehren“, sagt Claus.

Nacktschnecken können aber nicht nur den angebauten Salat im heimischen Garten auffressen, sondern die Ernte ganzer Felder bedrohen. Laut Claus würden sie besonders gerne keimende Samen fressen und somit das Wachstum von Pflanzen verhindern. Besonders beim Anbau von Raps sei das ein Problem.

Auch Alice Leischer, die Vorsitzende der Schrebergarten-Anlage „Zur kleinen Aue“ in Bebra, hat mit Nacktschnecken Probleme. Sie fressen Blumen in ihrem Garten an. Auch vor dem Gemüse machen sie nicht Halt. „Pflanzt man zum Beispiel Kohlrabi an, fressen die Schnecken gleich die Blätter an. Davon kann eine ganze Ernte zerstört werden“, so ihre Erfahrung.

Von Kevin Hildebrand

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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